Begegnungsnachmittag in Würzburg

In der vergangenen Woche fand in der Würzburger Gethsemanekirche die Veranstaltung „Begegnung mit Deutschen aus Russland – Kultur, Geschichte, Dialog“ statt.

„Ich bin froh, dass ich zugesagt habe“, so die Worte des Würzburger Oberbürgermeisters Christian Schuchardt bei seinem Grußwort, der die Wichtigkeit solcher Projekte für die Menschen vor Ort zum Ausdruck brachte. Insgesamt kamen etwa 50 Gäste in das Gotteshaus am Straßburger Ring 127 – mehr Teilnehmer wurden aufgrund des Hygienekonzepts nicht zugelassen. Mit Unterstützung der LmDR vor allem in Person von Albina Baumann, der stellvertretenden Landesvorsitzenden der Landesgruppe Bayern sowie der regionalen BKDR-Kulturreferentin Ludmilla Landeis, wurde dem Publikum ein ansprechendes kulturelles Programm in sehr weitläufigen Räumen einer religiösen Einrichtung geboten. Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle natürlich auch Pfarrer Max von Egidy, der uns sehr gerne diese tollen Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.

Prof. Dr. Olga Litzenberger hielt einen interaktiven wissenschaftlichen Vortrag über ihre aktuelle Wanderausstellung „Einblicke in das religiöse Leben der Russlanddeutschen“. Die entsprechende Wanderausstellung mit insgesamt 12 Bannern (mit einem katholischen und einem evangelischen Teil) ist noch bis Mitte Oktober in der Kirche ausgestellt und für jeden zugänglich. Außerdem referierte Litzenberger zusätzlich zum Thema „Genealogie“. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Jan Markus Wolf am Klavier unter anderem mit „Leises Gespräch mit Gott“ und „Blue Sky“ sowie vom Chor „Drushba“ aus Kitzingen, der in Minimalbesetzung vor allem mit dem Lied „Schließ mich in dein Herz, du liebe Heimat“ die Zuhörer berührte.

Weiterlesen

BKDR-Orchester in Kaufbeuren

Vergangenen Sonntag war das BKDR-Orchester mit seinem Programm „Musik im Herzen…“ zu Gast im Stadtsaal Kaufbeuren.

Etwa 50 TeilnehmerInnen waren gekommen, um sich vom kreierten Klangbild des Orchesters in die Welt der klassischen Musik entführen zu lassen. Unter Beachtung der gebotenen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen wurden zahlreiche Stücke wie beispielsweise „Böhmischer Traum“ (Musik: N. Gälle, Arr.: S. Rundel), „Fuchsgraben-Polka“ (Musik: Karel Vacek, Arr.: G. Weinkopf), „Abschied der Slavin“ (Musik: W. Agapkin, Arr.: G. Baumann), „Wild Cat-Blues“ (Musik: Th. Waller/C. Williams, Arr.: V. Kabec) und „Wunderland bei Nacht“ (Musik: Klaus-Günter Neumann, Arr.: J. Treves) gespielt.

Unter den Gästen war ebenfalls der Oberbürgermeister Kaufbeurens, Stefan Bosse, der vom Konzert des BKDR-Orchesters sichtlich angetan war und den kulturellen Abend genießen konnte. Am Bayerischen Gedenktag für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation, der seit 2014 jedes Jahr am zweiten Sonntag im September begangen wird, machte er auf die Thematik der Deutschen aus Russland aufmerksam und zeigte sich freudig, dass es mittlerweile ein entsprechendes Kulturzentrum gibt: „Das Schicksal der Deutschen aus Russland stand nie wirklich im Mittelpunkt […]. Ich freue mich sehr, dass es dieses Zentrum jetzt in Nürnberg gibt […]. Die Kultur verbindet uns über die Grenzen hinweg und ich komme sehr gerne zu den Veranstaltungen, die von den Russlanddeutschen vor Ort regelmäßig durchgeführt werden. Das […] bewegt mich immer sehr.“

Anbei einige Impressionen des Konzertes.

Deportationserlass vom 28. August 1941

Dr. Krieger während seines Vortrags im BKDR am 28. August 2020 anlässlich zum Tag der Russlanddeutschen.

Das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland sowie die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland legten am 28. August 2020 gemeinsam einen Kranz am zentralen Denkmal „Flucht und Vertreibung“ in Nürnberg nieder. Auf den Tag genau vor 79 Jahren veröffentlichte die Sowjetregierung den Erlass „Über die Übersiedlung der Deutschen, die in den Wolgarayons wohnen“, in dem die Deutschen der Sowjetunion pauschal beschuldigt worden waren, Feinde des Volkes und Spione zu sein. Es folgten Vertreibungen und Deportation.

Nach dem Gedenkakt am zentralen Denkmal „Flucht und Vertreibung“ in Nürnberg hielt Dr. Viktor Krieger einen Vortrag zum Thema „Deportationserlass vom 28. August 1941“ im BKDR ab. Diesen möchten wir Ihnen nicht vorenthalten:

Besuch aus Hessen

Das Bundesland Hessen ist Patenland der Wolgadeutschen und fördert seit vielen Jahren Aktivitäten im Bereich der Deutschen aus Russland.Seit 1999 beruft die Hessische Landesregierung einen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, seit 2009 hat Margarete Ziegler-Raschdorf (MdL) dieses Amt inne.Vertreter der IDRH Hessen, Interessengemeinschaft der Deutschen aus Russland, waren heute zum Erfahrungsaustausch und zur Klärung von Kooperationsmöglichkeiten in Nürnberg. Nach einer Führung durch das Kulturzentrum und gegenseitigen Berichten über die zurückliegenden Maßnahmen, stellte IDRH eine größere Projektidee für das Jahr 2021 vor. Die Beteiligten waren sich darüber einig, dass eine engere Zusammenarbeit länderübergreifende Synergien erzeugen kann. Nun geht es darum, die besprochenen Vorhaben zu konkretisieren und die jeweiligen Möglichkeiten und Ressourcen zu prüfen.Waldemar Eisenbraun, BKDR-Geschäftsleiter, sicherte Unterstützung im Bereich der wissenschaftlichen Expertise zu. Albina Nazarenus-Vetter, Geschäftsführerin der IDRH Hessen, nannte das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland ein großes Vorbild für die Bestrebungen in Hessen.

Fortbildung und Vernetzung

Die Mitarbeiter des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland waren heute auf Initiative der Geschäftsleitung, Waldemar Eisenbraun, im Rahmen einer Fortbildung im Kulturzentrum Ostpreußen in Ellingen.

Wolfgang Freyberg, Direktor des Kulturzentrums Ostpreußen, führte die Belegschaft des BKDR durch die Räumlichkeiten und brachte den wissbegierigen Zuhörern die Geschichte und Kultur der Ostpreußen näher. Darüber hinaus gab er einen tiefen Einblick in die Arbeitsweise des Kulturzentrums und stand stets für Fragen zur Verfügung. Für den konstruktiven und wissenswerten Tag sowie die Gastfreundlichkeit bedankt sich das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland bei Herrn Freyberg und seinen Mitarbeitern.

Festschrift für Wendelin Mangold – eine Würdigung zum 80. Geburtstag

Pünktlich zum runden Geburtstag von Wendelin Mangold erschien im BKDR Verlag eine Festschrift, die das Leben und Wirken dieses bekannten Autors ausführlich beleuchtet. Mit diesem Band, dem dritten nach den im ersten Halbjahr 2020 erschienenen Festschriften für Nora Pfeffer und Johann Warkentin setzt das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland seine Festschriftenreihe für bemerkenswerte russlanddeutsche Künstler, Wissenschaftler, Schriftsteller aus Vergangenheit und Gegenwart fort.

Dr. Wendelin Mangold, Autor und eine der prägnantesten Persönlichkeiten der russlanddeutschen Literaturszene, feiert am 5. September 2020 seinen 80. Geburtstrag. Dieses Datum nahmen wir zum Anlass, um in Kooperation mit dem Literaturkreis und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland einen Sammelband herauszugeben. Zum großen Teil sind es Nachdrucke oder Übersetzungen diverser Quellen, viele Artikel stammen aus alten Ausgaben der Zeitschrift Volk auf dem Weg. Einige Beträge wurden jedoch speziell für diese Publikation verfasst. Monografien zum Leben und Schaffen markanter russlanddeutscher Kulturschaffender sind bisher eine Seltenheit. Umso mehr freuen wir uns über die Gelegenheit, diese Publikationsreihe mit einer Würdigung Mangolds ergänzen zu können. Im Namen des Kulturzentrums und der Autoren gratulieren wir Wendelin Mangold zu seinem runden Geburtstag und wünschen ihm weiterhin gute kreative Einfälle, Gesundheit und möglichst viele Leser für seine Bücher.

(c) privat

Dr. Wendelin Mangold, geb. am 05. September 1940 auf einem Bauernhof in Schewtschenko bei Odessa am Schwarzen Meer (heute Ukraine), geriet als Kind durch die Kriegsereignisse zuerst in den Westen (Warthegau). 1945 wurde er mit seiner Familie zurück in die Sowjetunion verschleppt. Die Schule besuchte er im Ural, arbeitete und studierte in Sibirien, lehrte später Deutsche Sprache an der Pädagogischen Hochschule Koktschetau in Kasachstan und lebt seit 1990 in Deutschland.

Weiterlesen