An alle Interessierten der russlanddeutschen Kultur und Geschichte sowie Freunde innovativer Technologien,

in der Rubrik „Virtuelle Rundgänge“ können Sie sich auf eine Reise an einen weit entfernten Ort begeben, dort ein Objekt mit einem russlanddeutschen Bezug besichtigen, verschiedene Räume durchschreiten und aus nächster Nähe die ausgestellten Exponate betrachten.

Die Navigation ist selbsterklärend, der virtuelle Rundgang auf verschiedenen Geräten möglich. Jedoch bietet ein Smartphone eine erstaunliche Funktion mehr. Wir sind gespannt, ob Sie diese entdecken werden.

Klicken Sie dazu einfach auf die angegebenen Überschriften.

Wir wünschen viel Spaß mit diesem innovativen Angebot des BKDR!

Bei Anregungen und Vorschlägen schreiben Sie uns bitte über kontakt@bkdr.de an.


Heimatmuseum, Odessa (Ukraine)

Das Museum „Stepova Ukraina“ wurde 2006 gegründet und ist eine Zweigstelle des Heimatmuseums von Odessa. Die Museumsexposition zeigt die Welt der ukrainischen und moldauischen Bauern, der griechischen und jüdischen Stadtgemeinden, der Dörfer der Altgläubigen und Gagausen sowie der bulgarischen und deutschen Kolonisten. Der Beitrag, den die Deutschen für das kulturelle Leben in der Stadt sowie für den herbeigeführten Wohlstand Odessas geleistet haben, kann nicht genug wertgeschätzt werden. Die ersten Deutschen kamen als Militäringenieure und Spezialisten nach Odessa. Die damaligen Kolonisten gründeten im Zuge dessen deutsche Siedlungen um Odessa herum. Bereits im Jahr 2001 wurde zur Schaffung der 2006 eröffneten Ausstellung des Museums eine Expedition in die ehemaligen deutschen Kolonien der Schwarzmeerregion organisiert, um die entsprechenden Exponate anzukaufen. Später kamen neben den eigens finanzierten großangelegten Sammlungen zusätzlich Güter und Zuwendungen von Privatpersonen hinzu. Bis heute umfasst die deutsche Sammlung etwa 700 Objekte.

Text in russischer Fassung:

Музей «Степова Україна», созданный в 2006 г., является отделом Одесского историко-краеведческого музея. Экспозиция музея раскрывает мир украинских и молдавских крестьян, греческих и еврейских городских общин, селений старообрядцев и гагаузов, а также болгарских и немецких колонистов. Вклад немцев в жизнь и процветание Одессы сложно переоценить. Первые немцы приехали в Одессу как военные инженеры и специалисты, а колонисты основали вокруг Одессы немецкие поселения. В 2001 г. для создания будущей экспозиции музея была организована экспедиция по бывшим немецким колониям Причерноморья. Затем добавились поступления от частных лиц. К настоящему времени немецкая коллекция насчитывает около 700 единиц хранения.

Text in englischer Fassung:

The Museum „Stepova Ukraina“ was founded in 2006 and is a branch of the Museum of Local History of Odessa. The museum exposition shows the world of Ukrainian and Moldavian peasants, Greek and Jewish urban communities, villages of Old Believers and Gagauzians, Bulgarian and German colonists. The contribution of the Germans to the cultural life of the city and to the prosperity of Odessa cannot be overestimated. The first Germans came to Odessa as military engineers and specialists. The colonists of that time founded German settlements around Odessa in the course of this. Already in 2001, in order to create the Museum’s exhibition, which opened in 2006, an expedition to the former German colonies of the Black Sea region was organized to purchase the relevant exhibits. Later, in addition to the specially financed large-scale collections, additional goods and donations from private individuals were added. To date, the German collection comprises some 700 objects.

Deutsches Haus, Ust-Kamenogorsk (Kasachstan)

Das 1968 gegründete regionale architektonische und ethnographische Natur- und Landschaftsmuseum Ostkasachstans bietet einen Überblick über das historische und kulturelle Erbe von 38 Völkern, die auf dem Territorium der Region leben. Im Museum wird ein traditionelles deutsches Anwesen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts zur Schau gestellt, das nach dem Plan eines Hauses der deutschen Sondersiedler aus dem Dorf „Gerasimovka“ der Region Ostkasachstans restauriert wurde. Das Anwesen besteht aus einem Hauptgebäude, einem überdachten und unterkellerten Hof sowie einem Brunnen und zwei Nebengebäuden. Die Wohnfläche des Hauses beträgt insgesamt 156 m². Das Wohnhaus besteht dabei aus einem Wohnzimmer, einem Schlafzimmer, einer Küche sowie einer Veranda. Die deutsche Sammlung im Museum zählt 500 Ausstellungsstücke, von denen die ersten in den späten 1970er Jahren in die Sammlung des Museums gelangten. 1989 wurde mit der gezielten Sammlung von Exponaten begonnen.

Text in russischer Fassung:

Восточно-Казахстанский областной архитектурно-этнографический природно-ландшафтный музей-заповедник, основанный в 1968 г., предлагает к осмотру историко-культурное наследие тридцати восьми народов, проживающих на территории области. В музее представлена традиционная немецкая усадьба середины ХХ в., восстановленная по плану дома немцев-спецпереселенцев из с. Герасимовка Восточно-Казахстанской области. Усадьба состоит из жилого дома, крытого двора с погребом, колодцем и двумя хозяйственными постройками. Общая площадь дома – 156 кв.м. Жилой дом состоит из трех комнат: парадной комнаты, спальни, кухни и веранды. Немецкую коллекцию составляют 500 предметов, первые из которых начали поступать в фонды музея в конце 1970-х г. С 1989 г. начались целевые сборы экспонатов.

Text in englischer Fassung:

The East Kazakhstan Regional Architectural and Ethnographic Natural and Landscape Museum-Reserve, founded in 1968, offers for inspection the historical and cultural heritage of 38 peoples living in the territory of the region. The museum displays a traditional German estate from the middle of the 20th century, which was restored according to the plan of a house of special German settlers from the village of Gerasimovka in the Eastern Kazakhstan region. The estate consists of a main building, a covered and cellared courtyard, a well and two outbuildings. The total living space of the house is 156 m². The house consists of a living room, a bedroom, a kitchen and a veranda. The German collection in the museum comprises 500 exhibits, the first of which were added to the museum’s collection in the late 1970s. In 1989, the targeted collection of exhibits was begun.

Museum der Schokoladenfabrik (Moskau)

Das Museum für Schokoladen- und Kakaogeschichte „Mischka“ wurde 2009 auf der Grundlage der Sammlungen der ältesten Süßwarenfabriken Russlands, „Roter Oktober“ und „Süßwarenkonzern Babajewski“, gegründet. Vor der Revolution von 1917 wurden diese „Einem-Partnerschaft“ und „Vereinigung von Abrikosow und Söhnen“ genannt. Besondere Aufmerksamkeit widmet das Museum dem Leben und Wirken des Gründers der Süßwarenfirma. Der aus Deutschland stammende Ferdinand Theodor von Einem verließ 1846 im Alter von 20 Jahren seine Heimatstadt Belzig, zog nach St. Petersburg und belieferte bereits 1849 den Hof des russischen Kaisers mit eigenen Torten. In Partnerschaft mit einem anderen Deutschen, Julius Geiss, gelang es der Einem-Partnerschaft bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts, sich zum größten russischen Hersteller von Schokolade, Konfitüren und anderen Süßigkeiten zu entwickeln. Die Dauerausstellung „Einem-Rose“ wurde 2017 im Herzen Moskaus eröffnet. Die Ausstellung präsentiert Verpackungsmuster, Werbebeilagen und Postkarten aus vorrevolutionärer und sowjetischer Zeit. Gäste der Ausstellung haben zusätzlich die einmalige Gelegenheit, vom Dach der Fabrik aus die schöne Aussicht auf das Zentrum Moskaus zu bewundern. Das Hauptthema des Museumsrundgangs ist die Geschichte der Schokolade von der Antike bis hin zur Gegenwart. Der Rundgang beinhaltet eine Führung durch die Ausstellung, eine Besichtigung der Produktion mit Verkostung sowie die Teilnahme an einem Meisterkurs über die Herstellung von Süßigkeiten.

Text in russischer Fassung:

Музей истории шоколада и какао «МИШКА» основан в 2009 г. на базе коллекций старейших кондитерских фабрик России «Красный Октябрь» и «Кондитерского Концерна Бабаевский». До революции 1917 года они назывались «Товарищество Эйнемъ» и «Товарищество Абрикосова и сыновей». Особое внимание музей уделяет жизни и деятельности основателя кондитерского предприятия – Фердинанда Теодора Фон Эйнем, выходца из Германии, который в 1846 году в возрасте 20 лет покинул родной Бельциг, переехал в Петербург и уже в 1849 г. поставлял пирожные собственного приготовления ко двору Российского Императора. В партнерстве с другим немцем, Юлиусом Гейсом, к началу 20 века «Товарищество Эйнемъ» удалось превратить в крупнейшего российского производителя конфет, шоколада, варений и других сладостей. Постоянно действующая выставка «Роза Эйнема» открыта в 2017 г. в самом центре Москвы. На выставке представлены образцы упаковки, рекламные вкладыши, открытки дореволюционного и советского периодов. Гости «Розы Эйнема» имеют уникальную возможность полюбоваться прекрасными видами центра Москвы с крыши фабрики. Основная тема экскурсии – история шоколада с древности до наших дней. Она включает в себя осмотр экспозиции, посещение производства с дегустацией сладкой продукции и участие в мастер-классе по изготовлению конфет.

Text in englischer Fassung:

The Museum of Chocolate and Cocoa History „Mishka“ was founded in 2009 on the basis of the collections of the oldest confectionery factories of Russia, „Red October“ and „Confectionery Concern Babayevsky“. Before the revolution of 1917 they were called „Einem Partnership“ and „Union of Abrikosov and Sons“. The museum pays special attention to the life and work of the founder of the confectionery company. Ferdinand Theodor von Einem, who was born in Germany, left his home town of Belzig in 1846 at the age of 20, moved to St. Petersburg and by 1849 was already supplying the Russian Emperor’s court with his own cakes. In partnership with another German, Julius Geiss, the Einem-Partnership succeeded in becoming the largest Russian manufacturer of chocolate, jams and other sweets by the beginning of the 20th century. The permanent exhibition „Einem-Rose“ was opened in 2017 in the heart of Moscow. The exhibition presents packaging samples, advertising inserts and postcards from pre-revolutionary and Soviet times. Guests of the exhibition also have the unique opportunity to admire the beautiful view of the center of Moscow from the roof of the factory. The main theme of the museum tour is the history of chocolate from ancient times to the present. The tour includes a guided tour of the exhibition, a tour of the production with tasting and participation in a master class on the production of sweets.

St. Peter- und Paul Kirche (Petrikirche, St. Petersburg)

Die Deutschen haben St. Petersburg seit seiner Gründung bewohnt. Die lutherische Gemeinde der Stadt wurde bereits 1710 gegründet. Architekt A. Brjullow entwarf 1838 das moderne Kirchengebäude. Jahrzehnte später wurde die Kirche von den beiden Architekten R. Bernhardt und M. Mesmacher umgebaut. 1938 wurde die Kirche geschlossen und die letzten Pastoren Paul und Bruno Reichert erschossen. Zu Sowjetzeiten diente das Kirchengebäude als Schwimmbad, dessen Becken sich noch heute in den Katakomben der Kirche befindet und auf Führungen besichtigt werden kann. Die deutsche evangelische Gemeinde wurde 1989 wiederbelebt. Das Gebäude gab man den Gläubigen 1993 offiziell zurück, wobei hier das deutsch-russische Begegnungszentrum eingerichtet wurde, dessen Aufgabe es ist, das kulturelle Erbe der Russlanddeutschen zu erhalten und zu fördern.

Text in russischer Fassung:

Церковь Св. Петра и Павла (Петрикирхе, Санкт-Петербург). Немцы населяли Петербург с самого его основания, лютеранская община в городе была основана в 1710 г. Современное здание кирхи было построено по проекту архитектора А. Брюллова в 1838 г. и перестроено архитекторами Р. Бернгардтом и М. Месмахером. Ровно через сто лет церковь была закрыта, а последние пасторы Пауль и Бруно Райхерты расстреляны. В советское время здание церкви использовалось как плавательный бассейн, чаша которого и сейчас находится в катакомбах церкви, куда организуются экскурсии. Лютеранская немецкая община была возрождена в 1989 г., а здание официально возвращено верующим в 1993 г., тогда же здесь был создан германо-российский центра встреч, задачей которого является развитие культурного наследия российских немцев.

Text in englischer Fassung:

St Peter and Paul Church (St Peter’s Church, St Petersburg). The Germans have inhabited St. Petersburg since its foundation. The city’s Lutheran congregation was founded in 1710. Architect A. Bryullov designed the modern church building in 1838. Decades later the church was rebuilt by the two architects R. Bernhardt and M. Mesmacher. In 1938 the church was closed and the last pastors Paul and Bruno Reichert were shot. In Soviet times, the church building served as a swimming pool. The pool in the catacombs of the church can be visited on guided tours. The German-Evangelical community was revived in 1989. The building was officially returned to the faithful in 1993, and the German-Russian Meeting Centre was established here, whose task it is to preserve and promote the cultural heritage of the Russian-Germans.

Museum der GULAG-Geschichte (Moskau)

In mehr als 20 Jahren der Existenz des GULAGs haben etwa zwanzig Millionen Menschen Kolonien, Gefängnisse und Lager durchquert – jeder Zehnte ist für immer im GULAG geblieben. Das Wort „Gulag“, das ursprünglich für „Generaldirektion der Lager“ stand, wurde zu einem finsteren Symbol für Gesetzlosigkeit, Zwangsarbeit und Entrechtung der Menschen. Die Aufgabe des Museums besteht darin, das historische Gedächtnis zu bewahren und sich im Hinblick auf die Zukunft mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Das Museum soll einen öffentlichen Raum für die Darstellung und Erforschung der Geschichte von Massenunterdrückung, Zwangsarbeit und den Mangel an politischer Freiheit in der UdSSR bieten. Das Museum wurde 2001 gegründet und bietet zahlreiche Ausstellungsstücke, die den Russlanddeutschen gewidmet sind.

Text in russischer Fassung:

Музей истории ГУЛАГа (Москва). Более чем за 20 лет существования ГУЛАГа через колонии, тюрьмы и лагеря прошли около двадцати миллионов человек, каждый десятый остался в ГУЛАГе навечно. Cлово «ГУЛАГ», первоначально обозначавшее «Главное управление лагерей», стало зловещим символом беззакония, каторжного труда и человеческого бесправия. Миссия Музея – сохранение исторической памяти, осмысление прошлого во имя будущего. Музей призван стать общественным пространством для публичного представления и изучения проблем истории массовых репрессий, принудительного труда и политической несвободы в СССР. Музей был основан в 2001 году и имеет экспонаты, посвященные российским немцам.

Text in englischer Fassung:

GULAG History Museum (Moscow). During more than 20 years of the GULAG’s existence, twenty million people went through colonies, prisons, and camps. Every tenth stayed in the GULAG forever. The term «GULAG» that initially stood for the Chief Administration of Camps, became an ominous symbol of lawlessness, hard labor, and absence of human rights. The Museum’s mission is to preserve the historical memory and redefine the past for the sake of the future. The Museum is aimed at becoming a public space for presenting and exploring the most relevant aspects of the history of the mass repression, forced labor, and the lack of political freedom in the USSR. The Museum was established in 2001 and has exhibits dedicated to the Russian Germans.

Heimatmuseum, Stadt Marx (Russland)

413090, Ulitsa Kirova, 47, Marks, Saratov Oblast, Russland, 413090

Das Heimatmuseum in Marx befindet sich in einem alten Kaufmannshaus, das im frühen 20. Jahrhundert erbaut wurde. Von 1919 bis 1941 befand sich dort das erste Nationalmuseum der Wolgadeutschen. Der gesamte Museumsbestand beläuft sich auf mehr als 8.000 Gegenstände.
Das Museum ist eine Niederlassung des Landeskundemuseums der Region Saratow.


Heimatmuseum, Stadt Engels (Russland)

Das Heimatmuseum in Engels (Saratower Gebiet), früher das Zentralmuseum der ASSR der Wolgadeutschen in Pokrowsk (seit 1931 Engels), ist im Juli 1925 vom berühmten Wissenschaftler, Ethnographen und Dialektologen G.G. Dinges sowie dem Archäologen P.D. Rau gegründet worden. Diese haben durch ihre großangelegten Einkäufe, welche durch zahlreiche Unterstützer gefördert wurden, die Hauptrichtungen der Sammlungsbildung vorgegeben. 1930 erfolgte Verhaftung des Direktors Georg Dinges (1891−1932), der in der Verbannung starb, wodurch die erfolgreiche Sammel- und Forschungstätigkeit unterbrochen wurde. Um einer drohenden Verhaftung zu entgehen, beging zudem Paul Rau, einer der drei Abteilungsleiter, im gleichen Jahr Selbstmord. Nach der Liquidation der Deutschen Republik 1941 wurde das Museum aufgelöst. Erst seit Ende der 1980er Jahre findet die wolgadeutsche Thematik wieder ihren Platz in musealen Expositionen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Heimatmuseum, Stadt Saratow (Russland)

410031, Region Saratow, 34, Lermontova Str., Saratow

Das Heimatmuseum des Gebietes Saratow bzw. das Heimatkundemuseum ist eines der ältesten Museen der Stadt und gehört ebenfalls zu den ältesten in der gesamten Wolgaregion. Das Museum wurde im 19. Jh. im klassizistischen Stil erbaut und existiert seit 1887. Das Museum zählt insgesamt zehn Niederlassungen, beheimatet 50 Ausstellungen mit ca. 400.000 Objekten, die auf 30 Räume verteilt sind. Auch die Geschichte der Russlanddeutschen ist hier auf eine eindrucksvolle Art und Weise dargestellt.

Heimatmuseum, Stadt Omsk (Russland)

Der Beginn des Aufbaus der deutschen Sammlung im Museum begann 1991. 1994-1995 wurden die Gegenstände in mehr als 20 deutschen Dörfern der Region Omsk gesammelt. Im Herbst 1995 umfasste die deutsche Sammlung bereits rund 1500 Objekte. Während dieser Zeit wurden einzigartige Gegenstände der Volkskultur der Deutschen aus Sibirien entdeckt und restauriert – darunter Öfen, Bügelmaschinen, Betten, Klaviere, Schränke und viele andere Elemente der materiellen Kultur des deutschen Volkes. Heute ist es möglich, in das Leben und die Kultur der Russlanddeutschen einzutauchen. Die ständige Ausstellung des Museums „Ethnisches Panorama Sibiriens“ stellt historische und kulturelle Komplexe mehrerer großer sibirischer Völker dar, zu denen auch die deutsche Bevölkerung gehört.

Museum Rownoje (Russland)

In Rownoje befand sich die ehemalige deutsche Kolonie „Seelmann“. Unter den etwa 5000 Einwohnern sind nur noch sehr wenige Deutsche. Nichtsdestotrotz gibt noch immer zahlreiche Objekte deutscher Architektur. Am 14. November 1999 wurde das Heimatkundemuseum eröffnet. Das Museumsgebäude befindet sich in einem alten einstöckigen Haus aus dem Jahr 1900 direkt am linken Ufer der Wolga auf einer Fläche von 251 m² und beherbergt Ausstellungen mit russlanddeutschem Bezug.

Heimatmuseum, Stadt Krasnoarmejsk (Russland)

Krasnoarmejsk (früher die deutsche Kolonie Balzer) wurde am 28. August 1765 als Kronkolonie gegründet. Ihren deutschen Namen erhielt die Kolonie durch den ersten Ortsvorsteher B. Balzer. 1933 lebten in Balzer 15.800 Personen, davon 14.926 Deutsche. Gegenwärtig hat sich das architektonische Äußere des ehemaligen Balzers sehr verändert, jedoch sind in der Stadt auch heute noch zahlreiche einzigartige Bauwerke mit origineller deutscher Architektur erhalten geblieben. 1987 wurde das Heimatmuseum (seit 1990 eine Filiale des Museums in Saratow) eröffnet. Die Exposition des Museums ist der Geschichte von Balzer von Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1941 gewidmet und erzählt über die Web- und Strickproduktion von Sarpinka-Stoffen durch deutsche Kolonisten.

Museum Alexandrowka (Russland)

Deutscher Nationalrayon Asowo, Alexandrowka, Sowjetskaja-Straße 49

Alexandrowka wurde als erstes deutsches Dorf in Sibirien 1893 von den lutherischen Kolonisten aus den Gouvernements Saratow und Samara gegründet. Russlanddeutsche Umsiedler aus dem europäischen Teil des Russischen Kaiserreichs gründeten in dieser Gegend mehrere Dörfer, in denen die deutsche Sprache und Kultur weitergegeben wurde. Das Museum für Geschichte wurde 1993 auf Initiative des Lehrers, Heimatforschers und Künstlers A.K. Wormsbecher (1914–2007) errichtet. Alexandrowka gehört heute zum deutschen Nationalrayon, der am 17. Februar 1992 per Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der Russischen Föderation im Gebiet Omsk eingerichtet wurde. Im Museum Alexandrowka lässt sich eine Vielzahl von Ausstellungsstücken zur Geschichte der Russlanddeutschen finden, die an die Deutschen und ihr Leben in Sibirien erinnern.

St. Peter und Paul Kathedrale in Moskau

Die St. Peter und Paul Kathedrale in Moskau ist die Hauptkirche der Evangelisch-Lutherischen Kirche des europäischen Russlands und Erzbischofsresidenz – eine Kirche mit deutscher Tradition. Die Geschichte der Kirche reicht Jahrhunderte zurück. Den Bau der Steinkirche im Starosadskij Pereulok finanzierte der preußische König Friedrich Wilhelm III. in den Jahren 1818/1819. In den Jahren 1861/1862 wurde die Kirche unter der Leitung des Architekten A. Meinhard im neugotischen Stil umgebaut. Das kommunistische Regime hat den Sakralbau zu Staatseigentum erklärt und 1936 den letzten Pastoren A. Streck erschießen lassen. Die Sowjetregierung nutzte die Kirche als Kino und Filmstudio. Das Gebäude wurde 1992–1997 der evangelisch-lutherischen Kirche übergeben. Die Restaurierungsarbeiten dauerten bis 2010 an. Heute ist die Kathedrale zu einem Zentrum des geistlichen Lebens aller Lutheraner Russlands geworden.

Text in russischer Fassung:

Кафедральный собор Св. Петра и Павла в Москве является главной церковью Евангелическо-лютеранской церкви европейской части России и резиденцией епископа, это церковь с немецкой традицией. История церкви насчитывает века. Строительство каменной церкви в Старосадском переулке финансировал прусский король Фридрих Вильгельм III в 1818/1819 г. В 1861/1862 г. церковь была перестроена в неоготическом стиле под руководством архитектора А. Майнхарда. Коммунистический режим объявил священное здание государственной собственностью и в 1936 г. расстрелял последнего пастора А. Штрека. Советское правительство использовало кирху как кинотеатр и киностудию. Здание было передано Евангелическо-лютеранской церкви в 1992-1997 гг., а реставрационные работы продолжались до 2010 г. Сегодня собор является центром духовной жизни всех лютеран России.

Text in englischer Fassung:

St. Peter and Paul Cathedral in Moscow is the main church of the Evangelical Lutheran Church of European Russia and archbishop’s residence – a church with German tradition. The history of the church goes back centuries. The construction of the stone church in Starosadsky Pereulok was financed by the Prussian King Friedrich Wilhelm III. in 1818/1819. In 1861/62 the church was rebuilt in the neo-gothic style under the direction of the architect A. Meinhard. The communist regime declared the sacral building to be state property and in 1936 the last pastor A. Streck was shot. The Soviet government used the church as a cinema and film studio. The building was handed over to the Evangelical Lutheran Church in 1992-1997. The restoration work lasted until 2010. Today the cathedral has become a centre of spiritual life for all Lutherans in Russia.

Karl-May-Gymnasium in St. Petersburg

Auf Initiative mehrerer deutscher Familien, die ihren Kindern die beste Ausbildung ermöglichen wollten, wurde 1856 in St. Petersburg eine private deutsche Knabenschule eröffnet. Sie Stand unter der Leitung des Lehrers K. May. In den ersten 25 Jahren wurde der Unterricht in allen Fächern ausschließlich auf Deutsch gehalten. Mit der Zeit wurde das deutsche Gymnasium sehr populär. Die Zusammensetzung der Schüler war auf allen Ebenen sehr vielfältig. Die soziale Stellung und Nationalität spielten keine Rolle. Hier lernten gemeinsam sowohl Söhne von Pförtnern und Fürsten als auch Jungen aus sehr bekannten Familien wie z.B. aus der Familie Benoit, Stenbock-Fermor, Grimm, Rerich, Rimsky-Korsakov und Semenovy-Tyanshanskiy. Das moderne Museum wurde 1994 gegründet. Die aus 15 Vitrinen und 25 Ständen bestehende Exposition spiegelt die 150-jährige Geschichte der Schule wider.

Text in russischer Fassung:

По инициативе нескольких немецких семей, стремившихся дать детям лучшее образование, в 1856 г. в Санкт-Петербурге была открыта частная немецкая мужская школа. Её возглавил талантливый педагог К. Май. Первые 25 лет уроки по всем предметам велись только на немецком языке. Со временем немецкая гимназия стала очень популярной. Состав учащихся как по национальному признаку, так и по социальному положению был разнообразен, здесь вместе учились сыновья швейцаров и князей, представители таких известных семей как Бенуа, Стенбок-Фермор, Гримм, Рерих, Римские-Корсаковы, Семёновы-Тяншанские и др. Современный музей истории школы К. Мая создан в 1994 г. Экспозиция, состоящая из 15 витрин и 25 стендов, отражает основные этапы 150-летней истории школы.

Text in englischer Fassung:

On the initiative of several German families, who wanted to give their children the best possible education, a private German boys‘ school was opened in St. Petersburg in 1856. It was under the direction of the teacher K. May. During the first 25 years, all subjects were taught exclusively in German. The German grammar school became very popular. The composition of the students was very diverse at all levels. Social position and nationality did not matter. Sons of porters and princes and boys from very famous families such as Benoit, Stenbock-Fermor, Grimm, Rerich, Rimsky-Korsakov and Semenovy-Tyanshanskiy studied together. The modern museum was founded in 1994. The exposition consisting of 15 showcases and 25 stands reflects the 150-year history of the school.