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Eine religiöse Untergrundzeitschrift

Beim Dokument des Monats Februar handelt es sich um die originale Fassung der Untergrundzeitschrift „Bulletin der Verwandten von Inhaftierten der ev. Christen-Baptisten in der UdSSR“ Nr. 38 aus dem Jahr 1976. Diese Hefte wurden vom Zentralrat der Kirchen der Initiativ-Baptisten illegal in unregelmäßiger Folge zusammengestellt, hektographisch vervielfältigt und nicht nur unter den Glaubensbrüdern selbst, sondern auch unter Dissidenten verteilt und in den Westen geschmuggelt.

Titelseite der „Bulletin der Verwandten von Inhaftierten der ev. Christen-Baptisten in der UdSSR“ Nr. 38 aus dem Jahr 1976.

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Neue Publikation von Dr. Viktor Krieger erschienen

Die neue Abhandlung unseres wissenschaftlichen Mitarbeiters, Dr. Viktor Krieger, befasst sich mit den rechtlichen, politischen und gesellschaftlichen Konstellationen im Russischen Reich, in der UdSSR und in Deutschland, welche die in ihrer damaligen Wahlheimat Russland fest verwurzelten und loyalen Wolga- oder Schwarzmeerdeutschen quasi gezwungen haben, auszuwandern bzw. in das Land der Urväter zurückzukehren. In dem Aufsatz arbeitet der Verfasser die ausschlaggebende Bedeutung der Kriegsfolgen im Schicksal der Russlanddeutschen heraus und plädiert am Schluss der Darstellung nachdrücklich dafür, die aktuelle gesetzliche Lage für die Aufnahme von Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedlern in Anbetracht des unbestrittenen Kriegsfolgenschicksals anzupassen. Die Publikationen finden Sie im Heimatbuch 2021 (Zu beziehen u. a. über die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland). Siehe auch diesen Link:

Die erzwungene Rückkehr in die historische Heimat: Etappen einer folgenschweren Ablösung, in: Heimatbuch der Deutschen aus Russland 2021. Stuttgart 2021.

Erste russlanddeutsche Akademiker (Folgen 6 und 7)

Wir setzen die Publikationsreihe im Rahmen des Dorpat-Projekts fort. In den folgenden Beiträgen möchten wir, liebe Leserinnen und Leser, über die Entstehung der generationsübergreifenden akademischen Tradition unter den sogenannten Siedler-Kolonisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts berichten. Es handelt sich diesmal um den Familienverband Grasmück, dessen ältester Vertreter der Lehrer und spätere Kaufmann Johann Ludwig Grasmück (1831-1907) aus der wolgadeutschen Siedlung Lauwe (Jablonowka) war. Er siedelte 1879 nach Saratow über und ermöglichte seinen Söhnen Alexander (1869‒1930) und Johannes (1871‒vor 1933) das Medizinstudium in Dorpat. Kinder und Enkelnkinder von Alexander sowie Johannes Grasmück studierten später ebenfalls Medizin und wurden angesehene Ärzte in der UdSSR bzw. der Russländischen Föderation und sogar in Deutschland. Der Enkelsohn von Johann L. Grasmück, Johannes Grasmück (1883-1938), studierte Theologie in Dorpat und wirkte nach dem Abschluss fast zwanzig Jahre lang als Pastor.

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Vor 100 Jahren: Beginn einer Hungerkatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes

Das Jahr 2021 steht nicht nur im Zeichen des Gedenkens an den 80. Jahrestag der Deportation der deutschen Bevölkerung der UdSSR. Eine nicht minder wichtige Bedeutung wird dem 100. Trauerjubiläum des Beginns der verheerendsten Hungersnot in der Geschichte der russlanddeutschen Minderheit beigemessen. Die Hungerkatastrophe der Jahre 1921-1922 suchte vor allem die russischen Gouvernements und nationalen Gebiete (Tatarstan, Baschkirien u.a.) entlang des Wolga-Flusses heim, betraf zusätzlich auch angrenzende Gebiete in Kasachstan, im Südural, Nordkaukasus und in der Ukraine. Dabei stellte die gerade 1918 entstandene Wolgadeutsche Autonomie eines der Gebiete dar, die am stärksten von der Hungersnot betroffen waren. Allein in diesen beiden Jahren sind unter den Wolgadeutschen mindestens 107,5 Tsd. Personen bzw. 27% der Einwohner des autonomen Gebiets (der Arbeitskommune) verhungert oder an Seuchen und Krankheiten elendig zugrunde gegangen. Siehe dazu: Bürgerkrieg und Hungersnot in der Wolgadeutschen Republik. Tausende und abertausende deutsche Siedler verhungerten in der Ukraine und auf der Krim, im Nordkaukasus und in Kasachstan. Insgesamt kostete diese humanitäre Katastrophe dem Sowjetstaat nicht weniger als 5 Mio. Menschenleben.

Eines von vielen Fotos, das im Zuge der Hungersnot in Russland in den Jahren 1921-1922 gemacht wurde. Dieses Foto wurde von einer philanthropischen Organisation aus den Niederlanden aufgenommen.

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