Internationale wissenschaftliche Konferenz in St. Petersburg

Am 16. und 17. September 2020 veranstaltete die Staatliche Leningrader-Universität in St. Petersburg an der Fakultät für Geschichte und Sozialwissenschaften gemeinsam mit dem Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) im Rahmen einer Kultur- und Bildungskooperation die internationale wissenschaftliche Online-Konferenz „Reformen im Alltag der russischen Bevölkerung: Geschichte und Moderne“. An der Konferenz nahmen Wissenschaftler aus Deutschland, Russland, Kasachstan, Belarus, Estland und der Ukraine teil.

BKDR-Geschäftsleiter Waldemar Eisenbraun sprach in seinem Grußwort unter anderem über die Teilnahme der deutschen Wissenschaftler sowie die gelegten Themenschwerpunkte: „Ich freue mich sehr darüber, dass an dieser Konferenz auch mehrere Wissenschaftler aus Nürnberg, Lüneburg und Berlin teilnehmen. Es ist positiv zu bewerten, dass der Themenkomplex der russlanddeutschen Geschichte einen bedeutenden Teil der inhaltlichen Gestaltung dieser Konferenz ausmacht.“

Nachdem das BKDR bereits Ende Oktober 2019 seine erste internationale wissenschaftliche Konferenz in Nürnberg durchgeführt hatte, war die Freude über die Mitwirkung bei der diesjährigen internationalen Konferenz in St. Petersburg groß. Den Eröffnungsvortrag hielt Prof. Dr. Olga Litzenberger vom BKDR zum Thema „Die Erforschung und Repräsentation der Alltagsgeschichte in Deutschland durch das BKDR am Beispiel der virtuellen Rundgänge.“

Jenseits des Horizonts – eine gelungene Premiere!

Am 29. September 2020 fand auf der Studiobühne der Theaterwissenschaft München die Uraufführung des Theaterstücks „Jenseits des Horizonts“ statt, das durch das BKDR gefördert wurde.

Erzählt wird die Geschichte zweier Brüder aus einer bereits im 18. Jahrhundert in die Ukraine ausgewanderten Familie deutscher Kolonisten. Ausgelöst vom 2. Weltkrieg und den Deportationen der Russlanddeutschen in der Sowjetunion, trennen sich die Wege der beiden Brüder. Bei Kriegsausbruch fordert die Mutter den Söhnen ein Versprechen ab: Egal, welches Glück oder Unglück ihnen im Leben zustoßen mag, sollen sie ihr Briefe schreiben: „Es gibt keine Briefe, die eine Mutter nicht erreichen…“

Wir haben uns sehr gefreut, den 1. Vizepräsidenten des Bayerischen Landtages, Herrn Karl Freller, als unseren Ehrengast begrüßen zu dürfen.

„Dieses Theaterstück verdichtet die ganze Tragik des letzten Jahrhunderts. Das Schicksal einer russlanddeutschen Mutter und ihrer beiden Söhne lässt verstehen, warum sie immer als „die Anderen“ angesehen wurden. Tief beeindruckend in der Darstellung und im Inhalt! Ein Ausrufezeichen gegen Krieg, Hass, Gewalt und Nationalismus in seiner schlimmsten Form.“, so Karl Freller.

Für das BKDR kamen der Vorsitzende Ewald Oster und der Geschäftsleiter Waldemar Eisenbraun nach München.

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