BKDR-Ausstellung bei der Bundesversammlung des Martin-Luther-Bundes

Die Delegierten bei der Bundesversammlung des Martin-Luther-Bundes. Foto: Martin-Luther-Bund (Trieschmann).

Das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) konnte seine Wanderausstellung „Einblicke in das religiöse Leben der Russlanddeutschen“ auf der jährlichen Bundesversammlung des Martin-Luther-Bundes am 8. und 9. Oktober 2021 in der Lutherstadt Wittenberg präsentieren.

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Erste russlanddeutsche Akademiker im Zarenreich (Folgen 11, 12 und 13)

In diesen Folgen setzen wir die Vorstellung der sogenannten Siedler-Kolonisten fort, die als Erste aus ihrem Milieu in den Genuss der akademischen Bildung gekommen waren. Die wachsenden Bestrebungen unter den deutschen Siedlern im Russischen Reich, ihren Kindern eine Hochschulbildung zu ermöglichen, förderten das Entstehen von akademischer Bildungstradition. In diesem Zusammenhang ragte insbesondere der Familienverband Koch aus Gnadental (Bessarabien) hervor. Der Patriarch Johann Jakob Koch, 1817 noch in Nagold, Württemberg, geboren und 1893 in Gnadental gestorben, war Küsterlehrer und hatte zehn Kinder. Sowohl seine zwei Söhne Georg Friedrich (geb. 1857) und Gottlob (geb. 1861) als auch vier Enkel, Kinder des Sohnes Christian Gottlieb (1849‒1907), studierten in Dorpat. Der letztere, Christian Gottlieb, war selbst Dorfschreiber in Gnadental und legte viel Wert auf gute Bildung seiner Kinder – wie schon an einer anderen Stelle erwähnt, vier davon wurden Akademiker: Immanuel (1887), Albert (1888), Friedrich (1890) und Rudolf (1892).

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Nationale und internationale Dimensionen der Deportation der Wolgadeutschen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren

Dr. Viktor Krieger – wissenschaftlicher Mitarbeiter des BKDR.

Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Viktor Krieger hält am 12. Oktober 2021 (Beginn um 18 Uhr mit anschließender Diskussionsrunde) im Rahmen der Online-Vortragsreihe des Nordost-Instituts (IKGN e.V.) an der Universität Hamburg einen Vortrag zum Thema „Nationale und internationale Dimensionen der Deportation der Wolgadeutschen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren“.

Im Vortrag wird u. a. beleuchtet, auf welche Art und Weise die totale Entrechtung und Zwangsaussiedlung der Wolgadeutschen sowie die Liquidation ihrer in der Verfassung fest verankerten Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen als Blaupause für ähnlich gelagerte Vorgänge sowohl in der Sowjetunion – d. h. für die Deportation und Liquidation der Autonomien der nordkaukasischen Völker und der Krim-Tataren 1943/44 – als auch im Ausland, bei der Abschiebung bzw. Vertreibung der ostdeutschen Bevölkerung und der Sudetendeutschen diente.

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Gedenktafel für Opfer von Deportation in Gnadentau (Russland)

Foto: Anatoly Sjakin, Vorsitzender des Kirchenrates der evangelisch-lutherischen Gemeinde Gnadentau.

Mit Unterstützung des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland (BKDR) wurde am 26. September 2021 in der ehemaligen deutschen Siedlung „Gnadentau“ (Wolgograder Gebiet) am Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Gemeinde eine Gedenktafel für die Opfer der Deportation angebracht und feierlich eingeweiht. Bei dem Gemeindehaus handelt es sich um ein ehemaliges Pastorat- und Schulgebäude, das jetzt die Funktion einer Kirche erfüllt. Die deutsche Kolonie Gnadentau wurde 1860 gegründet. Die Bevölkerung von Gnadentau wurde 1941 deportiert. Das Dorf selbst wurde am 31. März 1944 umbenannt in Werchnij Jeruslan. Ein Denkmal wurde ebenfalls in der Nähe der evangelisch-lutherischen Kirche auf Kosten von Nachkommen ehemaliger Einwohner von Gnadentau errichtet.

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„Tag der Begegnung mit Deutschen aus Russland“ in Traunreut am 3. Oktober 2021

Dimitri Geiger beim Plakatieren in Traunreut.

Am 3. Oktober 2021 (Sonntag) fand unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters von Traunreut, Hans-Peter Dangschat, der „Tag der Begegnung mit Deutschen aus Russland“ im Heimathaus Traunreut statt.

Neben einem ausgiebigen Kulturprogramm wurden unter anderem die BKDR-Wanderausstellungen „Einblicke in das religiöse Leben der Russlanddeutschen“ sowie „Grundlinien russlanddeutscher Geschichte“ präsentiert. Außerdem wurde ein Info- und Bücherstand aufgebaut. Details zu diesem Event folgen in Kürze.

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Eine Tischmedaille: In Erinnerung an eine berühmte deutsche Kolchose in Kasachstan

Für die Septemberausgabe des „Dokument des Monats“ wurde diesmal nicht wie üblich ein Schriftstück, sondern ein aufschlussreicher Gegenstand aus unserer Sammlung gewählt. Es handelt sich um eine sogenannte „Tischmedaille“, die an den berühmten landwirtschaftlichen Betrieb in der einstigen UdSSR, der Kolchose „30 Jahre der Kasachischen Unionsrepublik“, Gebiet Pawlodar (Kasachstan) sowie an ihren legendären Leiter, dem „Held der sozialistischen Arbeit“, Jakob Häring (Gering) erinnert. Die meisten Beschäftigten waren Deutsche, sodass dieser Agrarbetrieb sowohl in der öffentlichen Wahrnehmung als auch im Selbstverständnis der Betroffenen als „deutsche Kolchose“ fungierte.

Vorderseite der Tischmedaille „30 Jahre der Kasachischen Unionsrepublik“
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Lyrikband „Findlinge“ von Wendelin Mangold erschienen

Geboren 1940 auf einem Bauernhof bei Odessa am Schwarzen Meer, geriet Wendelin Mangold als Kleinkind aufgrund der Kriegsereignisse zuerst in den Westen. 1945 wurde er zurück in die Sowjetunion verschleppt. Er besuchte die Schule im Ural, arbeitete und studierte in Sibirien, lehrte später in Kasachstan die deutsche Sprache an der Pädagogischen Hochschule in Kökschetau und lebt seit 1990 in Deutschland. Nach der Umsiedlung war er viele Jahre Sozialarbeiter bei der Seelsorge, seit 2007 ist er Rentner und wohnt in Königstein im Taunus. Er schreibt bereits seit seiner Studienzeit und hat diverse Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften, Almanachen und Anthologien vorzuweisen sowie ein Dutzend eigenständige Bände herausgebracht.

Aus seiner Feder stammen Gedichte, Kurzprosa und dramatische Werke. Darüber hinaus übersetzt er teils bedeutende Autorinnen und Autoren aus dem Russischen ins Deutsche (z. B. Texte von Elena Seifert). 2013 bekam er für sein Engagement und seine Lebensleistung den Hessischen Integrationspreis „Flucht, Vertreibung, Eingliederung“. 2017 wurde er zum außerordentlichen Ehrenmitglied des Literaturkreises der Deutschen aus Russland ernannt. 2020 wurde ihm die Ehrengabe des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg in der Sparte „Literatur“ zuerkannt. Er schreibt pointiert, wortwitzig und originell, was wiederum den Reiz seiner Gedichte ausmacht. Mit dem Lyrikband „Findlinge“ legt der Autor eine Sammlung seiner in den letzten dreißig Jahren entstandenen lyrischen Skizzen und Kurzgedichten vor.

ISBN 978-3-948589-18-9, Hardcover, 100 S., Preis: 14,- EUR (D), Art.-Nr.: 9189

Bestellen können Sie das Buch unter der E-Mail kontakt@bkdr.de oder telefonisch unter 0911-89219599.

Unseren aktuellen Bestellkatalog finden Sie unter BKDR-Bestellkatalog.

„Historisches Ortslexikon der Wolgadeutschen – Band 1. A-B“ von Olga Litzenberger erschienen

Dieses mehrbändige historische Ortslexikon ist einem Phänomen gewidmet, das heute zwar nicht mehr existiert, jedoch tiefe und deutlich erkennbare Spuren in Russlands Geschichte des 19.–20. Jahrhunderts hinterlassen hat. Es geht um die etwa 300 Siedlungen bzw. Kolonien an der Wolga, die schon im 18. Jahrhundert gegründet wurden. Doch was wissen wir über die sogenannten „Wolgadeutschen“? Aus welchen Gegenden stammten ihre Vorfahren? Wie verlief ihre Geschichte und was machte ihre Kultur aus?

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Einst streitbarer und nun geläuterter atheistischer Propagandist

David Penner (1904–1993) war Ende der 1920er bis Anfang der 1930er Jahre einer der aktivsten atheistischen Propagandisten in der UdSSR, der v. a. die mennonitische Glaubensgemeinschaft stark unter Beschuss nahm. Seinen Lebenslauf finden Sie HIER.

Allein oder auch gemeinsam mit dem Biologen Heinrich Friesen, der später zum bekannten Wissenschaftler und Professor am Institut für experimentelle Biologie in Moskau aufsteigen sollte, verfasste Penner in den Dreißigern zahlreiche Pamphlete und antireligiöse Propagandaschriften. Beide stammten bezeichnenderweise selbst aus den mennonitischen Siedlungen in der Südukraine.

Diese unzweifelhaften Verdienste um den „Aufbau des Sozialismus“ schützten allerdings nicht vor Verfolgungen und Repressionen: Heinrich Friesen wurde im März 1938 vom NKWD verhaftet und einige Monate später erschossen. Penner erlebte Deportationen und musste Zwangsarbeit in den Kohlegruben in Kusbass (Westsibirien) in der Stadt Prokopjewsk leisten. In den Nachkriegsjahren unterrichtete er an verschiedenen Schulen und Hochschulen Physik; ab 1965 wirkte David Penner mehr als 30 Jahre lang als Leiter und Professor des Lehrstuhls für theoretische Physik an der Pädagogischen Hochschule in Wladimir, Zentralrussland.

Durch diese Lebenserfahrungen sichtlich geläutert und eines Besseren belehrt, äußerte sich der Wissenschaftler von nun an sehr kritisch über die aggressive und plumpe antireligiöse Propaganda der Nachkriegsjahre. Hierzu sein bemerkenswerter Brief vom 2. April 1967 an den Chefredakteur der Tageszeitung „Freundschaft“, Alexej Schmelew. Die Zeitung wurde seit Januar 1966 in der Stadt Zelinograd/Kasachstan (danach Astana, heute Nur-Sultan genannt), in deutscher Sprache herausgegeben.

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Wissenschaftlicher Vortrag in Martin-Niemöller-Kirche in Langwasser, Nürnberg

Unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin, Prof. Dr. Olga Litzenberger, hielt in der vergangenen Woche einen Fachvortrag in der Martin-Niemöller-Kirche in Langwasser.

Prof. Dr. Olga Litzenberger während ihres Vortrages in Langwasser.

In Ihrem interaktiv gestalteten Vortrag zur Wanderausstellung „Einblicke in das religiöse Leben der Russlanddeutschen“ hat sie kirchliche Thematiken mit unterschiedlichen Aspekten der Geschichte der Deutschen aus Russland in Zusammenhang gebracht. Unter den Gästen waren unter anderem Dr. Arnold von der SinN-Stiftung, David Löwen (Gemeindepastor des CMBG) sowie Antonia Rung und Frau Pasternak vom Haus der Heimat (HdH).

Nachfolgend sehen Sie einige Impressionen.

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