„Kreativität und Migration: Positionierung und Ambiguität im Œuvre des russlanddeutschen Künstlers Georg Schlicht (1886-1964)“

Das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) hat in Person von Prof. Dr. Olga Litzenberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin, beim Sammelband „Kreativität und Migration: Positionierung und Ambiguität im Œuvre des russlanddeutschen Künstlers Georg Schlicht (1886-1964)“ mitgewirkt. Sie leistete mithilfe ihrer Expertise einen Beitrag in Form eines Abstracts zum Thema „Die Stadt Saratow und ihre Rolle in der Geschichte der Wolgadeutschen“.

Das von Prof. Dr. Ada Raev und Prof. Dr. Susanne Marten-Finnis herausgegebene Werk wurde vom Verlag der University of Bamberg Press im Fachbereich der Professur für Slavische Kunst- und Kulturgeschichte sowie dem Lehrstuhl für Slavische Literaturwissenschaft der Fakultät der Geistes- und Kulturwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg veröffentlicht.

Der vorliegende Band thematisiert dabei das Außenseiter- und Grenzgängertum einer von dramatischen politischen Umbrüchen gezeichneten Existenz in der Diaspora und deren komplexe und widerspruchsvolle künstlerische Verarbeitung. Schlicht wuchs in Saratov als Sohn eines wolgadeutschen Vaters und einer russischen Mutter auf.

Zur digitalen Ausgabe der Publikation gelangen Sie unter:

https://fis.uni-bamberg.de/handle/uniba/50462

Erste russlanddeutsche Akademiker im Zarenreich (Folgen 17, 18 und 19)

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen Agata Rempel (1895‒1969) vorstellen. Agata Rempel war die erste und leider einzige Frau aus dem Kolonisten- bzw. Siedlermilieu, die an der Universität Dorpat immatrikuliert wurde. Bekanntlich durften Frauen bis 1914 an russischen Hochschulen als gleichberechtigte Studierende nicht eingeschrieben werden; den Zugang zu höherer Bildung bzw. zu einem Studium hatten lange Zeit ausschließlich Männer. Als Ersatzangebote für Frauen gab es allerdings eine Reihe an privaten „höheren“ Bildungskursen, auch durften sie Hochschulvorlesungen als Gasthörerinnen besuchen. In beiden Fällen bekamen sie keine gleichwertigen Abschlüsse (mit Diplom bzw. anderen Abschlusszeugnissen) und konnten aus diesem Grund keine Promotionen angehen. Weder eine Berufslaufbahn im Staatsdienst noch der Erwerb vieler anderer Berufsqualifikationen wurde ihnen erlaubt. Wollten sie eine akademische Ausbildung genießen, mussten sie Hochschulen und Universitäten im Ausland aufsuchen. Während des Ersten Weltkrieges wurden derartige Ausbildungsverbote gelockert, doch erst die russische Februarrevolution 1917 hob die meisten Einschränkungen für das Studium von Frauen auf.

Bild 1: Agata Rempels Teilnehmerausweis bzw. Bescheinigung für ihre Teilnahme an dem universitären Privatkurs der medizinischen Fakultät
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Das Liedgut der Russlanddeutschen – Liederheft Nr. 2 erschienen

Liederheft, mit Balladen und historischen Liedern.

Die Liederauswahl im vorliegenden Heft Nr. 2, das im BKDR Verlag erschienen ist, stammt wie auch das im Liederheft Nr. 1 aus der seinerzeit viel gelobten Liedersammlung „Es war einmal … Das Liedgut der Deutschen aus Russland“, hrsg. von Eduard Isaak und Robert Korn im Jahre 2011. Die Sammlung basiert auf dem im deutschen Sprachraum teils weit verbreiteten „klassischen“ Liedgut, doch zeichnet sie sich durch folgende Besonderheit aus: Diese Lieder wurden von deutschen Siedlerinnen und Siedlern in Russland und in der Sowjetunion gesungen, für andere Texte und Besetzungen arrangiert und über Generationen hinweg tradiert. Diese Kulturgutpflege war eines der wichtigsten Indizien „für die Zugehörigkeit zur deutschen Kulturnation“ (so der Komponist Ernst Muntaniol im Vorwort der Sammlung von Isaak und Korn) und spielte somit eine identitätsstiftende Rolle bei den Deutschen im Russischen Reich, später in der Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten. ISBN 978-3-948589-11-0, Art.-Nr. 9110, Preis: 5,- EUR.

Bestellen können Sie das Heft gerne unter der E-Mail-Adresse kontakt@bkdr.de oder telefonisch unter 0911-89219599. Unseren aktuellen Bestellkatalog finden Sie unter dem nachfolgenden Link: BKDR- Bestellkatalog.

BKDR-Stadtführung: „Russlanddeutsche Spuren in Nürnberg“

Präsenzveranstaltungen kultureller Art nehmen in den letzten Wochen erfreulicherweise wieder stark zu. Aus genau diesem Grund möchten wir auf die vom Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) konzipierte Stadtführung „Russlanddeutsche Spuren in Nürnberg“ hinweisen.

Sie möchten an der kostenfreien BKDR-Stadtführung
„Russlanddeutsche Spuren in Nürnberg“ teilnehmen?
Melden Sie sich bei uns!

Prof. Dr. Olga Litzenberger (wissenschaftliche Mitarbeiterin des BKDR) hat unter anderem aufgrund monatelanger Archivarbeit Zusammenhänge erschlossen, welche die russlanddeutsche Geschichte in Nürnberg spürbar werden lassen und gleichzeitig Lokalkolorit vermitteln.

Welche Spuren haben die Russlanddeutschen in der Geschichte Nürnbergs hinterlassen und wann sind die ersten Deutschen aus Nürnberg nach Russland gegangen? Wie bedeutend war Nürnberg für die Auswanderung der deutschen Kolonisten und welche Rolle spielten der religiöse Glaube sowie die Kirchen für die Deutschen aus Russland hierbei?

Unter Vorbehalt, sofern die geltenden Corona-Verordnungen eine Durchführung dieser Exkursion erlauben, möchten wir Ihnen zwei voraussichtliche Termine (Änderungen vorbehalten) anbieten:

29.07.2022 (Freitag) um 17 Uhr
30.09.2022 (Freitag) um 17 Uhr

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BKDR-Kalenderblatt des Monats „Juli 2022“

Die deutschen architektonischen Baudenkmäler zeugen von einem wichtigen Beitrag, den die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion und allen Nachfolgestaaten für das gesellschaftliche Leben in ihren Herkunftsgebieten geleistet haben.

Beim BKDR-Kalenderblatt des Monats „Juli“ geht es dieses Mal um einen Weiler in Wolgograd (Russland), den Wasserturm in Schytomyr (Ukraine) sowie die Sarpinka-Fabrik der Familie Bender in Krasnoarmeisk (Balzer) in Russland.

BKDR-Kalenderblatt des Monats „Juli 2022“ (Seite 1)

Nach der Deportation der Deutschen im Jahr 1941 verschwanden bspw. Hunderte Weiler in der Wolgaregion. Auch von zahlreichen Firmengebäuden oder Wassertürmen – so z. B. in Schytomyr, wo es 1873 bereits 54 berufsmäßige Wasserträger und 553 Brunnen für über 50 000 Einwohner gab – sind lediglich Ruinen übergeblieben.

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BKDR-Bildungsreihe „Deutsche Siedlungen im Porträt“ – Mariental (heute Sowetskoje)

Beim zweiten Beitrag in deutscher Sprache handelt es sich um die ehemalige deutsche Siedlung „Mariental“ (heute Sowetskoje). Die Siedlung mit einer sehr wechselseitigen Geschichte liegt etwa 60 Kilometer von Saratow (Russland) entfernt und wurde 1766 von deutschen Siedlern zunächst unter dem Namen „Pfannenstiel“ am rechten Ufer des Großen Karaman gegründet. Aufgrund von Hochwasser wurde die Siedlung jedoch nicht einmal ein Jahr später auf die andere Seite des Flusses verlegt. Einige Deutsche verließen Mariental bereits etwa 1876 in Richtung USA. In den darauffolgenden Jahrzehnten nahm die Anzahl an deutschen Siedlern aufgrund der Hungerjahre und der „Deutschen Operation“ in den Jahren 1937–1938 stetig ab, ehe die Deutschen 1941 auf Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der ehemaligen Sowjetunion vom 28. August deportiert wurden. Heute gibt es eine Initiativgruppe, die sich um den Wiederaufbau der Kirche im Dorf bemüht.

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