BKDR-Kalenderblatt des Monats „Juli 2022“

Die deutschen architektonischen Baudenkmäler zeugen von einem wichtigen Beitrag, den die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion und allen Nachfolgestaaten für das gesellschaftliche Leben in ihren Herkunftsgebieten geleistet haben.

Beim BKDR-Kalenderblatt des Monats „Juli“ geht es dieses Mal um einen Weiler in Wolgograd (Russland), den Wasserturm in Schytomyr (Ukraine) sowie die Sarpinka-Fabrik der Familie Bender in Krasnoarmeisk (Balzer) in Russland.

BKDR-Kalenderblatt des Monats „Juli 2022“ (Seite 1)

Nach der Deportation der Deutschen im Jahr 1941 verschwanden bspw. Hunderte Weiler in der Wolgaregion. Auch von zahlreichen Firmengebäuden oder Wassertürmen – so z. B. in Schytomyr, wo es 1873 bereits 54 berufsmäßige Wasserträger und 553 Brunnen für über 50 000 Einwohner gab – sind lediglich Ruinen übergeblieben.

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BKDR-Bildungsreihe „Deutsche Siedlungen im Porträt“ – Mariental (heute Sowetskoje)

Beim zweiten Beitrag in deutscher Sprache handelt es sich um die ehemalige deutsche Siedlung „Mariental“ (heute Sowetskoje). Die Siedlung mit einer sehr wechselseitigen Geschichte liegt etwa 60 Kilometer von Saratow (Russland) entfernt und wurde 1766 von deutschen Siedlern zunächst unter dem Namen „Pfannenstiel“ am rechten Ufer des Großen Karaman gegründet. Aufgrund von Hochwasser wurde die Siedlung jedoch nicht einmal ein Jahr später auf die andere Seite des Flusses verlegt. Einige Deutsche verließen Mariental bereits etwa 1876 in Richtung USA. In den darauffolgenden Jahrzehnten nahm die Anzahl an deutschen Siedlern aufgrund der Hungerjahre und der „Deutschen Operation“ in den Jahren 1937–1938 stetig ab, ehe die Deutschen 1941 auf Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der ehemaligen Sowjetunion vom 28. August deportiert wurden. Heute gibt es eine Initiativgruppe, die sich um den Wiederaufbau der Kirche im Dorf bemüht.

Hier gelangen Sie zum Beitrag auf unserem YouTube-Kanal:

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Rehabilitierung der Wolgadeutschen: Ein Brief von Pastor Schleuning

Im aktuellen Dokument des Monats handelt es sich um den Entwurf eines Briefes von Johannes Schleuning, Pastor und Superintendent i. R., den er im Februar 1957 an den sowjetischen Botschafter in Bonn, Andrei Smirnow, adressierte.

Der Entwurf stammt aus dem persönlichen Nachlass von Johannes Schleuning. Archiv der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland [https://lmdr.de/]

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„Meinung – Mitsprache – Mitwirkung. Deutsche aus Russland in der öffentlichen Wahrnehmung“

Waldemar Eisenbraun gemeinsam mit Natalie Pawlik, der Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten am BKDR-Infostand.

Das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) nahm mit Herrn Waldemar Eisenbraun (Geschäftsleitung), Artur Böpple (Öffentlichkeitsarbeit/Verlagswesen) und Stanimir Bugar (Eventmanagement/PR) vom 13.06 – 15.06.2022 am Symposium „Meinung – Mitsprache – Mitwirkung. Deutsche aus Russland in der öffentlichen Wahrnehmung“ im Bonifatiushaus Fulda teil. Veranstalter war die Heimvolkshochschule St. Hedwigs-Haus in Kooperation mit der Katholischen Akademie des Bistums Fulda. Das Modellprojekt und die Veranstaltung wurden von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gefördert.

Beim Expertentreffen waren unter anderem Natalie Pawlik, die Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Margarete Ziegler-Raschdorf, Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler in Hessen sowie Heiko Hendriks, Landesbeauftragter für die Belange von deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedlern und Spätaussiedlern in NRW, anwesend. In persönlichen Gesprächen am Informationsstand des BKDR informierten sie sich über die vielfältigen Aufgaben, zahlreichen Aktionen und Initiativen des Kulturzentrums und zeigten sich sichtlich beeindruckt.

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Runder Tisch über Erinnerungskultur in Nur-Sultan (Kasachstan)

Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dr. Viktor Krieger, nahm am 27. Mai 2022 am runden Tisch „Erinnerungskultur und Zukunftsgedächtnis“ teil. Organisiert wurde die Hybridveranstaltung von der „Wiedergeburt“, der Vereinigung der Deutschen in Kasachstan, in der Hauptstadt Nur-Sultan.

Dort referierte er über die Koexistenz und Wechselwirkungen von Erinnerungskulturen in multikulturellen Gesellschaften. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Kasachstan und anderen postsowjetischen Staaten haben die deutschen Minderheiten gehörige Schwierigkeiten, ihre historischen Schlüsselerfahrungen und die Erinnerungskultur – vor dem Hintergrund der dominierenden Bilder der Vergangenheit – sichtbar zu machen. Umso wichtiger bleiben in diesem Bereich dabei gemeinsame Anstrengungen sowie der gegenseitige Erfahrungsaustausch.

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Welttag der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung

Anlässlich des Welttages der kulturellen Vielfalt für Dialog und Entwicklung am 21. Mai 2022 möchten wir vom Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) vor allem den Dialog der Erinnerungskulturen thematisieren.

Mindestens 2,5 Mio. Bundesbürger mit einem russlanddeutschen Hintergrund leben in Deutschland. Dies entspricht etwa 75% dieser Bevölkerungsgruppe insgesamt. Der restliche Anteil ist vorwiegend in Russland und Kasachstan verblieben. Ihre historischen Erlebnisse sind daher auch ein Teil der deutschen Geschichte geworden.

Denkmal „Die letzte Kraft“ von Jakob Wedel in Berlin. Es erinnert an die deportierten, ermordeten und umgekommenen Russlanddeutschen.
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Ein Dokument der Diskriminierung während des Ersten Weltkriegs

Allbekannt sind massive Verfolgungen und Diskriminierungen der deutschen Minderheit in der UdSSR während des Zweiten Weltkrieges – im Verlauf des sog. „Großen Vaterländischen Krieges“ 1941–1945. Dagegen sind die schon während des Ersten Weltkrieges im Zarenreich ergriffenen antideutschen Maßnahmen wesentlich weniger bekannt, weil sie zugegebenermaßen noch nicht so gravierend waren. Jedoch wurden sie von den Zeitgenossen spürbar wahrgenommen und führten zu Enttäuschung und Verbitterung.

Dokument 1 (Vorderseite)

Am Beispiel von Georg Rath (* 19. Oktober 1891; † 6. März 1977) lässt sich ein kleiner Aspekt dessen veranschaulichen. Er wurde im Gouvernement Cherson, in der deutschen Siedlung Kujalnik (Nesselrode) geboren, schloss das Gymnasium in Ananjewsk ab und ließ sich im August 1912 an der Universität Dorpat immatrikulieren. Dort studierte er vornehmlich Theologie und wurde Ende Juli 1916 einberufen – der Erste Weltkrieg war währenddessen im vollen Gange. Als Student durfte er einen Lehrgang zu einer Offiziersausbildung aufnehmen und trat in die Odessaer Militärschule ein (siehe DOKUMENT 1 [1] mit der entsprechenden deutschen Übersetzung [2]). Nach nicht einmal zwei Ausbildungsmonaten als Offiziersanwärter (Russisch: Junker) musste er die Lehranstalt verlassen und in einem Reserve-Infanterie-Regiment als Soldat antreten.

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Mosaiksteine der Gesellschaft: Heinrich Fast, Pastor der christlichen Gemeinde Kitzingen

Heinrich Fast, Pastor der christlichen Gemeinde Kitzingen, ist 1973 in der damaligen Hauptstadt Kasachstans, Zelinograd (heute Nur-Sultan), zur Welt gekommen. Kurz darauf ist seine Familie nach Kirgisien umgesiedelt und später in die Industriestadt Chirchiq nach Usbekistan weitergezogen. Hier ist er aufgewachsen, hat seine Jugend verbracht und die Schule beendet.

Bereits im Alter von 17 Jahren hielt er Predigten in Usbekistan. Nach der Schule begann er eine Lehre als Schreiner, jedoch beendete er diese zunächst einmal nicht, denn: 1990 erfolgt die Ausreise nach Deutschland.

Kurz nach der Ankunft in Deutschland besuchte er Intensivsprachkurse und kam auf das Internat in Bad Neustadt. Nach sieben Monaten wechselte auf die Berufsschule in Kitzingen und machte erneut eine Ausbildung als Schreiner und stieg in die Arbeitswelt ein.

Heute versucht er sowohl im Gebet selbst als auch in der Bibel Antworten zu finden.

Um mehr über Heinrich Fast und sein Leben zu erfahren, schauen Sie sich auf unserem YouTube-Kanal den Videobeitrag an:

Viel Spaß beim Anschauen – über ein Abonnement auf YouTube freuen wir uns sehr!

Deutsche Siedlungen im Portrait – Schäfer (heute Lipowka)

Aufgrund des bekundeten Interesses an deutschen Videofassungen der BKDR-Bildungsreihe „Deutsche Siedlungen im Porträt“ möchten wir Ihnen heute die ehemalige Siedlung „Schäfer“ in deutscher Sprache präsentieren!

An diesem geschichtsträchtigen Ort befindet sich im dortigen Gotteshaus die allerletzte originale Glocke der evangelischen Kirchen im Wolgagebiet. Außerdem hat Boris Nikolajewitsch Jelzin, der erste Präsident Russlands nach dem Zerfall der Sowjetunion, 1992 in einer Sowchose (in der Sowjetunion ein landwirtschaftlicher Großbetrieb) in der Nähe von Lipowka (ehem. Schäfer) öffentlich mitgeteilt, dass die Autonome Republik der Wolgadeutschen nie wieder hergestellt werden wird.

Viel Spaß beim Anschauen!

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Bayerischer Rundfunk zu Gast

Heute war der Bayerische Rundfunk (BR) beim Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) zu Gast, um Aufnahmen für einen Dokumentarfilm zu drehen.

Um was es genau geht, verraten wir an dieser Stelle noch nicht. Wir werden jedoch auf unseren Kanälen auf den Film aufmerksam machen, sobald dieser fertiggestellt und veröffentlicht wurde.