Gedenkveranstaltung in Friedland

BKDR-Leiter Waldemar Eisenbraun bei der Kranzniederlegung am Heimkehrerdenkmal in Friedland.

Anlässlich des 82. Jahrestags der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion

Unter dem Motto „Zukunft braucht Vergangenheit“ fand auch dieses Jahr am 2. September im Grenzdurchgangslager Friedland die zentrale Gedenkfeier der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland anlässlich des 82. Jahrestags der Deportation der Sowjetdeutschen statt – organisiert unter Federführung von Lilli Bischoff, der Vorsitzenden der Landesgruppe Niedersachsen. Die BKDR-Belegschaft nahm ebenfalls an dieser wichtigen Veranstaltung teil.

Der Einladung der Landsmannschaft nach Friedland folgten schätzungsweise 250 Gäste, darunter bekannte Persönlichkeiten aus der Politik und den landsmannschaftlichen Vereinsstrukturen wie z. B. Deniz Kurku (Niedersächsischer Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler), André Bock (Innenpolitischer Sprecher der CDU, Landesfraktion Niedersachsen), Klaus Dierker (Präsident der Landesaufnahmestelle Niedersachsen), Johann Thießen (Bundesvorsitzender der LmDR), Valentina Wudtke (Vorsitzende der LmDR, Landesgruppe Bayern), Geschäftsleiter des BKDR, Waldemar Eisenbraun. Das BKDR war darüber hinaus mit einem Bücherstand und der mobilen Ausstellung zum Thema „Religiöses Leben der Russlanddeutschen“ vor Ort.

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BKDR bei Stadt(ver)führungen 2023 dabei

Die Stadtverführungen Nürnberg sind Deutschlands größter Führungsmarathon. Heuer finden diese vom 15. bis 17. September 2023 statt. Die insgesamt über 1000 Führungen werden dabei in Nürnberg und Fürth angeboten – mit Beteiligung des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland (BKDR).

Das diesjährige Motto lautet „Schlüsselerlebnisse“ – „sowohl im wörtlichen Sinne von Schlüsseln, die Türen sowie Schlösser öffnen oder schließen, als auch im übertragenen Sinne mit Bezug zu lebensverändernden Begebenheiten, Schlüsselfiguren oder Erfindungen, die […] zu bedeutenden Veränderungen führten.

Offizielles Titelmotiv der Stadt Nürnberg für die Stadt(ver)führungen 2023.
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„BKDR-Orchester auf Tour“ in Traunreut

Das BKDR-Orchester wird am 29. September 2023 (Freitag) um 19 Uhr im k1 Kultur- und Veranstaltungszentrum in Traunreut auftreten.

Die Musiker des Orchesters – man kann hier von einer „Schwedischen Formation“ sprechen – kommen aus den Ländern Ukraine, Russland, Usbekistan, Aserbaidschan, Rumänien, Kasachstan und Deutschland. Die allermeisten von ihnen verbindet eines: sie gehören der Schicksalsgemeinschaft der sog. „Russlanddeutschen“ an. Ihre Vorfahren stammen aus alten deutschen Ländern und sind auf Einladung der Zarin Katharina der Großen ab 1763 in das damalige Russische Reich ausgewandert mit Sicht auf ein besseres Leben.

Auf dem Foto sehen Sie das BKDR-Orchester während eines Auftrittes in Nürnberg.

Nun stehen sie mehr als 250 Jahre und einer ereignisreichen Geschichte später in ihrer historischen Heimat gemeinsam auf der Bühne und setzen sich für Völkerverständigung ein. Ihr Können haben sie bereits bei zahlreichen Auftritten unter Beweis gestellt und für große Begeisterung gesorgt. Ewald Oster, der Gründer und Leiter des Orchesters, hat gemeinsam mit dem Konzertmeister und spielenden Dirigenten Viktor Bode sowie allen anderen Musikern eine beträchtliche Anzahl an vielseitigen Stücken ins Repertoire eingearbeitet. Von einem klassischen Schostakowitsch Walzer über einen Florentiner Marsch bis hin zum Paso Doble ist vieles geboten.

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Fachtagung „260 Jahre Einladungsmanifest“ in Büdingen

Am 1. September 2023 fand im Schloss Büdingen eine Fachtagung anlässlich des 260. Jahrestages des „Einladungsmanifestes“ von der russischen Kaiserin Katharina II. statt – organisiert von der Interessengemeinschaft der Deutschen aus Russland Hessen (IDRH) in Kooperation mit dem BKDR und der Landsmannschaft der Wolgadeutschen. Vor über 260 Jahren, am 22. Juli 1763, hatte die deutschstämmige Kaiserin das bekannte Manifest erlassen, das in ganz Europa in verschiedenen Sprachen verbreitet worden war. Um ausländische Arbeiter und Bauern nach Russland zu locken, sah das Einladungsmanifest zahlreiche Privilegien für die neuen Siedler in Russland vor. Das bewirkte eine Massenauswanderung ins russische Reich – vor allem kamen die Siedler aus dem deutschsprachigen Raum, aber auch aus anderen Ländern Westeuropas.

Tagungsgäste während eines Vortrags

Hessen spielte bei der Auswanderung eine wichtige Rolle, denn in Büdingen gab es ein Anwerbebüro und eine Sammelstelle für die potentiellen Auswanderer. Für viele Ansiedler an der Wolga und ihre Nachkommen hatte in dieser historischen Stadt eine abwechslungsreiche Familiengeschichte begonnen, die sich in vielen Fällen bis heute ganz genau nachverfolgen lässt.

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Was davor geschah und danach: der 28. August 1941

Die geheimen Entscheidungen (Dokument des Monats)

Wichtige Erkenntnisse zur Vorgeschichte der Massendeportationen der sowjetdeutschen Bevölkerung fehlen uns leider immer noch, weil der Zugang zu den entsprechenden Archiven des Politbüros oder der Staatssicherheit (NKWD bzw. KGB) nach wie vor praktisch versperrt ist. Der Deportationserlass vom 28. August 1941 fiel, bildhaft gesagt, nicht vom Himmel herab.

Nach dem Angriff Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion nahm die Angst vor feindlichen Spionen und Fallschirmjägern geradezu hysterische Züge an, wodurch jeder deutschsprachige Sowjetbürger schnell unter den Verdacht geraten konnte, ein Gestapo- oder Abwehragent zu sein. Es folgten zahlreiche Verhaftungen von Emigranten und deutschen Sowjetbürgern in den ersten Wochen und Monaten des Krieges. Allein in den drei ukrainischen Gebieten Saporoschje, Stalino und Woroschilowgrad nahm der NKWD insgesamt 7.091 Deutsche fest.

Seite 1 des Beschlusses vom 26.08.1941

Die militärische Führung versuchte ihrerseits, ähnlich wie im Ersten Weltkrieg, ihr Versagen unter anderem durch die „verräterischen“ Aktivitäten der „einheimischen Deutschen“ in den frontnahen Gebieten zu erklären. Sie wurden pauschal als illoyale Bürger denunziert, ihre Ausweisung wurde gefordert. So begann etwa bereits am 15. August 1941, auf Betreiben des Rats für Evakuierungsangelegenheiten und des Kriegsrats der Südfront, die Zwangsaussiedlung von 53.000 Krim-Deutschen. Die Aktion wurde verschleiernd als „Evakuierung“ bezeichnet. Und am 24. August wurde Joseph Stalin von den Politbüro-Mitgliedern Andrei Schdanow, Wjatscheslaw Molotow und Georgi Malenkow über ihr Vorhaben informiert, 88.700 Finnen und 6.700 Deutsche aus dem Leningrader Gebiet auszuweisen.

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Gedenkveranstaltung in Engels (Russland)

Anlässlich des 82. Jahrestages der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion wurde am 28. August 2023 in Engels am Denkmal der russlanddeutschen Opfer der Repressionen in der UdSSR eine Kranzniederlegung vorgenommen, an der sich das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) mit einem Kranz beteiligt hat.

Organisiert und durchgeführt wurde die Gedenkveranstaltung in Person von Elena Geydt, Leiterin der NKA der Russlanddeutschen in Marx, die unsere langjährige Partnerin im Herkunftsgebiet ist.

Wir danken allen Beteiligten und Helfern für die Umsetzung dieses Gedenkaktes.

Gedenkakt zum Tag der Russlanddeutschen in Nürnberg

Heute fand anlässlich des 82. Jahrestages der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion ein Gedenkakt im Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Nürnberg statt, nachdem es unserer Einrichtung dieses Jahr erneut gelungen ist, sich an Gedenkveranstaltungen mit anschließender Kranzniederlegung in Odessa (Ukraine), Almaty (Kasachstan) und Engels (Russland) zu beteiligen.

Auf dem Foto sehen Sie v. l. n. r.: Rudi Walter, Dorothea Walter, Thomas Pirner, Helmine Buchsbaum, Karl Freller, Georg Reis, Ewald Oster, Natalie Keller, Verena Osgyan, Viktoria Brandt und Viktor Krieger.
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Gedenkveranstaltung in Almaty (Kasachstan)

Unter Mitwirkung des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland (BKDR) wurde im Rahmen der diesjährigen Gedenkveranstaltung der regionalen Gebietsgliederung „Wiedergeburt Almaty“ unter der Leitung von Ludmila Nabokova eine Kranzniederlegung am Gedenkstein in Almaty vorgenommen. Der Gedenkstein ist „den Deutschen gewidmet, die Krieg, Vertreibung und Not zum Opfer fielen.“

Mitglieder der Wiedergeburt lassen Blumen am Gedenkstein nieder.

Unser aufrichtiger Dank gilt Robert Gerlitz, Ludmila Nabokova sowie allen Beteiligten!

Einen aktuellen Videobeitrag der Wiedergeburt Kasachstan finden Sie auf dem YouTube-Kanal unter:

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Gedenkveranstaltung in Odessa (Ukraine)

Dank tatkräftiger Mitwirkung unseres Kooperationspartners „Wiedergeburt“ fand heute eine Gedenkveranstaltung in Odessa statt.

Die Gedenktafel für die „Opfer von Repressionen und Deportationen“ wurde auf BKDR-Initiative im September 2021 im Innenhof der zentralgelegenen St. Paul Kirche angebracht.

Emotionale Ansprachen, zahlreiche Gäste und ein Blumenkorb mit Trauerschleife gaben der Gedenkveranstaltung einen würdigen Rahmen.

Unser aufrichtiger Dank gilt Viktoria Brand (Vorsitzende) und Leonid Wagner (Vorstandsmitglied) von der regionalen Organisation der deutschen Minderheit „Wiedergeburt Odessa“.

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Jahrestag der Deportation der Russlanddeutschen: Ein Menetekel deutsch-russischer Geschichte

Zum 82. Mal jährt sich derjenige Tag, der das Leben von Millionen von Menschen unwiderruflich zerstört hat. Am 28. August 1941 legitimierte das höchste gesetzgebende Organ der UdSSR, das Präsidium des Obersten Sowjets, eine geheime Entscheidung der sowjetischen Parteiführung mit Stalin an der Spitze. Danach sollte die Autonome Republik der Wolgadeutschen liquidiert und ihre Einwohner deutscher Herkunft ohne Rücksicht auf Alter, Verdienste oder Parteizugehörigkeit nach Sibirien und Zentralasien deportiert werden. Daraufhin folgten weitere Zwangsaussiedlungen der Deutschen aus ländlichen und städtischen Orten aus dem europäischen Teil der UdSSR. Das Territorium der Wolgadeutschen Republik und andere historische Siedlungsgebiete wurden in die benachbarten russischen und ukrainischen Regionen einverleibt.

Eine Frontmeldung über „verräterische“ Aktivitäten der einheimischen Deutschen, die Gefechtsmeldung des Kriegsrates der Südfront vom 3. August 1941 an das Hauptquartier des Oberkommandos, die die Deportation und Entrechtung der deutschen Sowjetbürger auslösten.
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