BKDR-Vortrag und Präsentation der Wanderausstellung „Einblicke in das religiöse Leben der Russlanddeutschen“

Kürzlich hielt unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Prof. Dr. Olga Litzenberger einen Fachvortrag mit dem Titel „Religiöses Leben der Russlandlanddeutschen“ für Mitglieder des Lions Club im Schlundhaus in Bad Königshofen. Im Anschluss daran war die BKDR-Wanderausstellung „Einblicke in das religiöse Leben der Russlanddeutschen“ in den Museen in der Schranne zu besichtigen und wurde danach bis zum vergangenen Montag am 10. Juli 2023 in der ev. Christuskirche in Bad Neustadt ausgestellt.

Prof. Dr. Olga Litzenberger während ihres Vortrages „Religiöses Leben der Russlandlanddeutschen“.

Ganz besonders danken wir Tina Mertten, Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Bad Königshofen, für die großartige Unterstützung und Organisation im Rahmen der Präsentation der Wanderausstellung sowie des Vortrages.

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BKDR-Fachvortrag im Altvaterturm in Lehesten (Thüringen)

Am 5. August 2023 um 14:30 Uhr wird unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Viktor Krieger einen Fachvortrag im ehrwürdigen Altvaterturm in Lehesten halten und die mobile BKDR-Wanderausstellung „Grundlinien russlanddeutscher Geschichte“ präsentieren. Im Anschluss an den Vortrag besteht darüber hinaus über mehrere Wochen hinweg die Möglichkeit, dass Sie sich die Ausstellung anschauen.

Offizieller Flyer zur Veranstaltung.
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Das Kulturerbe der Deutschen in der Ukraine

Die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen setzt sich weiter konsequent mit der Geschichte und Kultur der deutschen Minderheit in der ehem. UdSSR auseinander. Auf der in Berlin vom 19. bis zum 21. Juni 2023 stattgefundenen Tagung ging es schwerpunktmäßig um das deutsche Kulturerbe in der Ukraine sowie um die gegenwärtige Lage der Minderheit angesichts des Krieges, in dem sich das Land nach dem russischen Angriff befindet.

Historische Entwicklungen in der Ukraine und die Geschichte ihrer Staatlichkeit beleuchteten in ihren Vorträgen die zwei ausgewiesene Experten Prof. Dr. Katrin Boeckh (Uni München) und Prof. Dr. Guido Hausmann (Uni Regensburg). Vor diesem Hintergrund erfolgten sowohl Beiträge zur geschichtlichen Entwicklung als auch zum kulturellen Erbe verschiedener regionalen Gruppen der Minderheiten der Galizien-, Bukowina-, Wolhynien-, Krim- und anderen Deutschen.

Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Viktor Krieger referierte im Zuge dessen über die größte Gruppe unter ihnen, nämlich die der Schwarzmeerdeutschen. Aufgrund von zwei Weltkriegen, einem blutigen Bürgerkrieg, stalinistischen Verfolgungen und angesichts Deportationen und Flucht in den Westen, wurden Objekte der materiellen und geistigen Kultur der Schwarzmeer- und insgesamt der Deutschen in der Ukraine fast vollständig vernichtet. Der fast anderthalb Jahre andauernde russische Angriffskrieg zerstört unwiederbringlich auch die letzten Reste des Erbes, da die Frontlinie mitunter gerade durch die einstigen Siedlungsgebiete der nationalen Gruppe verläuft.

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Adam Possmayer beim BKDR

Über den spontanen Besuch von Adam Possmayer, Pfarrer im Ruhestand, haben wir uns sehr gefreut.

Adam Possmayer (links) mit Kulturzentrumsleiter Waldemar Eisenbraun.

Herr Possmayer war jahrelang als Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorger in der Diözese Würzburg tätig. 1957 wurde Adam Possmayer im rumänischen Arad geboren. Im Februar 1996 wurde er in Würzburg zum Priester geweiht.

Teilnehmer des diesjährigen „Jugendforums Europa-Lateinamerika“ besuchen BKDR

Bei den jungen Teilnehmern aus fünf lateinamerikanischen Ländern stand die Geschichte und die Kultur der Wolgadeutschen im Mittelpunkt.

Die Südamerika-Delegation zu Gast beim BKDR.

Das Jugendforum Europa-Lateinamerika 2023 wurde von der Stiftung Verbundenheit mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes organisiert. Vom 27. bis 29. Juni kamen junge Menschen aus Lateinamerika und Europa zusammen, um gemeinsam internationale Beziehungen aktiv mitzugestalten.

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Geschichte eines sowjetischen Traktors und seiner deutsch-mennonitischen Erfinder

Dokument des Monats

Auf der unten vorgestellten Zeichnung sehen Sie ein einfaches, beinahe primitives Gefährt, den Traktor der Marke Saporoschez. Dieser ging in die Geschichte als erster sowjetischer Traktor ein, der serienmäßig produziert wurde. Die Anfertigung begann 1923 und lief bis 1927; insgesamt wurden davon 500 Stück (nach anderen Angaben 800 bis 900) hergestellt. Seine Entwickler, Ingenieure Leonhard Unger (1884-1937) und Gerhard Rempel (1885-1937), stammten aus der mennonitischen Siedlung namens Kitschkas (Einlage).

Der erste sowjetische Traktor „Saporoschez“, Zeichnung aus der Zeitschrift „Technika Molodeschi“ (etwa: Technik der jungen Generation), 1975

Geschichtlicher Rückblick

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildete die Schwarzmeerregion das Zentrum des russischen landwirtschaftlichen Maschinenbaues. Die Landmaschinenindustrie im Russischen Reich erzeugte im Jahr 1911 Waren im Wert von 50.317.000 Rubel, davon fielen auf das Schwarzmeergebiet 27.210.000 Rubel, rund 54 Prozent des Gesamtwertes. Von den in der Statistik aufgeführten 164 südrussischen Fabriken befanden sich 66 in der Hand deutscher Siedler; der Jahresumsatz dieser Werke betrug 12.780.000 Rubel, d. h.  47 Prozent des Gesamtumsatzes in dieser wichtigsten Region. Man denke nur an die größte Pflugfabrik im Russischen Reich, die Johannes-Höhn-Pflugfabrik in Odessa, an die Landmaschinenfabriken Lepp & Wallmann in Chortitza oder an die Aktiengesellschaft „Handelshaus Ja. Koop – Werke für Landmaschinen und -inventar“ in Einlage (Kitschkas) – beide Ortschaften sind heute Teil der Stadt Saporoschje.

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Statistik des Monats „Juni“

Nachdem im vergangenen Monat die höchsten beruflichen Bildungsabschlüsse der Bevölkerung im Alter von 25 bis 65 Jahren im Jahr 2019 (nach Migrationshintergrund und Geschlecht) präsentiert wurden, möchten wir Ihnen in der Statistik des Monats „Juni“ im Zuge dessen die entsprechenden „Erwerbs-, Erwerbstätigen- und Erwerbslosenquote der Bevölkerung von 25 bis 65 Jahren im Jahr 2019 (nach Migrationshintergrund und Geschlecht)“ aufzeigen.

Um die Arbeitsmarktbeteiligung adäquat abbilden zu können, wurden zunächst drei verschiedene Indikatoren in der Abbildung 3.3 dargestellt: Erwerbsquote, Erwerbstätigenquote und Erwerbslosenquote. Die Erwerbsquote gibt dabei den Anteil aller Erwerbspersonen an der Gesamtheit der Bevölkerungsgruppe an. Dies ist quasi diejenige Menge an Personen, die grundsätzlich auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Vergleicht man diese entsprechende Quote, dann wird deutlich, dass die (Spät)Aussiedler mit 85 Prozent deutlich näher an der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund liegen (86 Prozent) als an den übrigen Personen mit Migrationserfahrungen (76 Prozent). INTERESSANT: Diese Unterschiede ergeben sich vor allem aufgrund der Erwerbsquote der Frauen. Diese ist zwar in allen betrachteten Bevölkerungsgruppen niedriger als bei den Männern, bei den (Spät)Aussiedlerinnen jedoch deutlich höher als bei den Frauen mit Migrationserfahrung und nur ein wenig niedriger als bei Frauen ohne Migrationshintergrund.

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KALENDER 2023: DEUTSCHE KIRCHEN AN DER WOLGA. 30 JAHRE DANACH

Beim Kalenderblatt des Monats „Juni“ geht es um die evangelisch-lutherische St. Georg-Kirche in Samara.

Mitte des 19. Jh. wollte ein bekannter Kaufmann und Mäzen, der Katholik Jegor Annajew, den Bau eines Gemeindehauses forcieren. Es wird angenommen, dass mit den Planungen ein Architekt aus St. Petersburg beauftragt wurde. Die örtliche Bauleitung hatte der Ingenieur Nikolai Jeremejew. Kurz vor der Fertigstellung 1863 kam jedoch eine schlagartige Wende in der Entstehung des Gotteshauses: Es wurde beschlossen, dass der von Gouverneur Konstantin Groth kurz zuvor gegründeten evangelisch-lutherischen Gemeinde das Gebäude übertragen wird.

Weitere Informationen zur damaligen Gemeinde, zum Wirken des deutschen Architekten Martin Werwigk († 25.08.2016 in Berlin-Lankwitz) für den Wiederaufbau der Kirche nach der wechselhaften Geschichte des Baudenkmals, das unter anderem durch einen Brand in Mitleidenschaft gezogen und während der Sowjetzeit zweckentfremdet wurde, finden Sie auf den Kalenderblättern, die Ihnen nachstehend zum Download zur Verfügung stehen – viel Spaß dabei!

Bestellungen des Kalenders sind per E-Mail an kontakt@bkdr.de oder telefonisch unter der
0911-89219599 möglich.

Preis: 5,00 EUR

„Die deutschsprachige Presse im Zarenreich: Geschichte, Erforschung und digitale Erschließung“ am 28. Juni 2023 um 19:00 Uhr auf Zoom

Im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland (BKDR) und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung in Regensburg mit dem Titel „Die deutschsprachige Presse im Zarenreich: Geschichte, Erforschung und digitale Erschließung“ werden im Rahmen eines Onlinevortrages die Geschichte der deutschsprachigen Presse im Russischen Reich und Perspektiven ihrer Digitalisierung besprochen.

Der Vortrag erfolgt über die Plattform „Zoom“. Das geplante Zoom-Meeting beginnt am 28. Juni 2023 um 19:00 Uhr. Die Teilnahme am Treffen erfolgt ohne Anmeldung. Klicken Sie mit Ihrem (mobilen) Endgerät lediglich auf den nachfolgenden Link – im Anschluss an die Veranstaltung bleibt genügend Zeit für eine Diskussionsrunde:

Zoom-Meeting beitreten:

https://zoom.us/j/98960828682?pwd=QVpxSVNHTThxTEtaeFF3b291emcvZz09

Meeting-ID: 989 6082 8682
Kenncode: 979829

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BKDR beim Begegnungsfest „Hallo Nachbar“ in Freital/Sachsen

Der Verein „Das Zusammenleben“, 2005 in Freital von Aussiedlern aus der ehem. Sowjetunion unweit von Dresden gegründet, veranstaltete am 3. Juni 2023 zum 17. Mal ein Begegnungsfest unter dem Motto: „Hallo Nachbar“.

Dr. Viktor Krieger (weißes Hemd) war mit der BKDR-Wanderausstellung „Grundlinien russlanddeutscher Geschichte“ in Freital.

Auf dem Festgelände des Mehrgenerationenparks in Freital Zauckerode bekamen die Besucher musikalische Stücke, akrobatische Darbietungen, kulinarische Höhepunkte sowie die mobile Wanderausstellung „Grundlinien russlanddeutscher Geschichte“ geboten, die für das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) von Dr. Viktor Krieger präsentiert wurde.

Zahlreiche Besucher wollten mittels der Ausstellung mehr über die Geschichte der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum und somit mehr über ihre „neuen Nachbarn“ erfahren. Dr. Krieger fungierte als Autor der Ausstellung bei Rückfragen als fachkundiger Ansprechpartner.

Die Mitglieder des Vereins „Das Zusammenleben“ planen für das nächste Jahr ein Besuch in Nürnberg, um direkt aus nächster Nähe mehr über die Arbeit des Kulturzentrums zu erfahren und sich noch intensiver mit der Thematik der Russlanddeutschen auseinanderzusetzen.

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