Podsosnowo – ein Wiedersehen der einstigen Dorfbewohner

Das Dorf „Podsosnowo“ liegt 20 Kilometer vom Verwaltungszentrum Halbstadt des Deutschen Nationalkreises in der russischen Region Altai (Sibirien) entfernt. Die ersten deutschen Siedler aus dem Wolgagebiet kamen dort Ende des 19. Jahrhunderts an.

Podsosnowo galt damals und gilt weiterhin als Visitenkarte des Deutschen Nationalrajons der Region Altai.

Über 90% der Dorfbewohner waren über lange Zeit Deutsche. Viele von Ihnen leben nun seit etwa 30 Jahren in Deutschland, ihrer historischen Heimat.

Am 7. Juni 2025 gab es ein großes Wiedersehen der Landsleute unweit von Heilbronn. Gut 400 Personen kamen aus allen Teilen der Bundesrepublik hier zusammen. Es war eine tolle, familiäre Atmosphäre reich an Erinnerungen und Emotionen.

Das Kulturzentrum BKDR brachte sich durch einen Infostand und die Förderung des Kulturprogramms ein.

Unser Dank gilt Alexander Root und seinen Mitstreitern vom Orga-Team.

Nachstehend einige weitere Eindrücke der gelungenen Veranstaltung.

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„Reise nach Helenendorf“: Lesung mit Gisela Rasper in Nürnberg

Am 25. Juni, um 19 Uhr, findet in den Räumen des BKDR eine Lesung mit Gisela Rasper statt. Die Autorin wird gemeinsam mit ihrem Sohn, Autor Martin Rasper, ihr Buch „Reise nach Helenendorf“ vorstellen. (Eintritt frei!)

Das Buch „Reise nach Helenendorf“

Von Württemberg in den Kaukasus (1817-1819)

Nach den napoleonischen Kriegen, aufgrund schlechter Ernten, einer Hungersnot sowie der despotischen Herrschaft der damaligen Könige von Württemberg machten sich im Frühjahr 1817 1.300 Familien aus ganz Württemberg auf, um im russischen Zarenreich, im Kaukasus eine neue Existenz aufzubauen. Diese Familien bestanden mehrheitlich aus Pietisten und Chiliasten, die überzeugt waren, dass im Jahre 1836 die Welt untergeht. Einer Prophezeiung zufolge sollte Christus in der Nähe des Berges Ararat wiederkommen. Die schwäbischen Umsiedler wollen ihn als Erste empfangen. Das Buch ist reich an hochinteressanten Details und sehr anschaulich geschrieben, sodass man beim Lesen sich erstaunlich leicht in die Zeit der Schwaben-Auswanderung versetzen und die ersten Ausreiseformationen die Donau hinunter mitbegleiten kann. 

Die Autorin:

Gisela Rasper, geboren 1935 in Teheran in Persien, aufgewachsen in Deutschland. Nach dem Abitur in Esslingen am Neckar studierte sie ab 1956 Germanistik und Romanistik in Frankfurt am Main. 1960 Heirat mit Dr. Joachim Rasper, 4 Kinder, seit 1964 wohnhaft in Eppstein im Taunus. Von 1972 -1992 war sie Dozentin an der Volkshochschule im Main-Taunus Kreis. 2007 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz für ihre ehrenamtliche Tätigkeit. Seit 2014 bis heute ist sie ehrenamtlich als Deutschlehrerin für Flüchtlinge in der Stadt Eppstein tätig. 1994 bis 2022 organisierte sie die jährlichen Helenendorfer und Georgsfelder Treffen, gemeinsam mit Rita Laue und seit 2014 mit Rita Hüttinger, die jeweils in einer anderen Stadt Deutschlands stattfinden.

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„Der tapfere Michel und die schöne Ammi“ – ein Märchen von Elly Frey erschienen

Mit dem Märchen „Der tapfere Michel und die schöne Ammi“ von Elly Frey eröffnet der BKDR Verlag die neue Reihe mit dem Titel „Märchen für Groß und Klein“. Das erste Buch dieser Reihe erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Ammi und Michel aus dem ehemaligen wolgadeutschen Dorf Mariental. Michel verliebt sich in die schöne Ammi, doch eine dunkle Macht bedroht bald ihre Heimat. Mariental wird von Nomaden überfallen. Viele Bewohner werden in die Sklaverei verschleppt. Auch Michel gerät schließlich in die Gefangenschaft eines bösen Khans. Mit Mut, Liebe und Treue kämpft er gegen das Böse. Immer wieder und jeden Tag verfolgt ihn die Frage: Wird die schöne Ammi auf ihn warten? Erst nach vielen Jahren gelingt ihm die Flucht …

(Anm.: Ins Deutsche übertragen von Carola Jürchott; mit einem Nachwort bzw. wiss. Kommentar von Dr. Olga Litzenberger)

Warum die neue Märchenreihe?

Das Märchen„Der tapfere Michel und die schöne Ammi“ basiert auf einer bekannten Volkssage der Wolgadeutschen. Es ist ein Märchen über Tapferkeit, Freundschaft und die Hoffnung, die selbst in den schwierigsten Zeiten nicht erlischt, ein Epos über die Verbundenheit mit nationalen Traditionen und die Liebe zum eigenen Volk. Diese Reihe bietet einen neuen Blick auf das Volksmärchen als Aspekt des kulturellen Erbes. Die vorgestellten Werke stützen sich auf den historischen Kontext und reale Figuren, die als Prototypen der Haupthelden dienen. Jedes Märchen der Reihe wird einen Kommentar für Erwachsene enthalten, der auf historische Quellen verweist. Ziel des Projektes ist es, den Leserinnen und Lesern noch einmal bewusst zu machen, dass die Kinderliteratur ein wichtiger Teil der Kultur ist und dass sich hinter den idealisierten und ausgeschmückten Inhalten der Märchen häufig wahre historische Begebenheiten verbergen.

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BKDR-Kalenderblatt des Monats „Juni 2025“

Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „Juni 2025“ präsentieren.

In diesem Monat stellen wir Ihnen die Künstler Adelina Walth, Oxana Mahnac und Heinrich Lepp mit einem Auszug ihrer Werke sowie einigen persönlichen Informationen näher vor. Die gesamten Werke der etwaigen Künstlerinnen und Künstler finden Sie im Sammelband „Russlanddeutsche Malerinnen und Maler der Gegenwart“, erschienen im BKDR Verlag, auf dem der vorliegende Kalender 2025 basiert.

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Besuch der musealen Memorialanlage „ALZHIR“

Auch der letzte Tag unserer diesjährigen BKDR-Bildungsreise nach Kasachstan war ebenso intensiv wie emotional.

Wir besuchten die museale Memorialanlage „ALZHIR“, in der einst Ehefrauen, Mütter sowie Schwestern der sogenannten „Volksverräter“ inhaftiert waren. Mehr Informationen hierüber finden Sie HIER.

An dem von der Bundesrepublik Deutschland gestifteten Gedenkstein wurde ein Gedenkakt mit Kranzniederlegung vorgenommen. Solche Gedenktakte sind dahingehend ein stilles, aber kraftvolles Zeichen des Gedenkens und der Verantwortung im Rahmen der Erinnerungskultur. Sie ehren das Andenken an Menschen, die durch Unrecht, Gewalt oder Diskriminierung gelitten haben und erinnern gleichzeitig die Gesellschaft an die Folgen von Ausgrenzung und Unterdrückung. Durch diese symbolische Geste wird nicht nur Mitgefühl gezeigt, sondern auch ein aktives Bekenntnis zu einer offenen, gerechten und menschenwürdigen Zukunft abgelegt.

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„Tag der Erinnerung an die Opfer der politischen Repression und des Hungers“

Der 31. Mai ist in Kasachstan der „Tag der Erinnerung an die Opfer der politischen Repression und des Hungers“. Er ist ein nationaler Gedenktag, der jährlich an die Opfer von politischen Verfolgungen und der Hungersnot der 1930er-Jahre erinnert.

Aus diesem Anlass nahm unsere Reisegruppe eine Kranzniederlegung am ehemaligen Verwaltungsgebäude des KarLag vor.

Karlag, auch Karaganda-ITL, war ein Besserungsarbeitslager des NKWD und Teil des größeren Lagersystems der Gulag. Es befand sich in der Oblast Karaganda in Kasachstan, bestand von 1930 bis 1959 und hatte insgesamt etwa 800.000 Häftlinge – davon mehrere Tausend deutscher Nationalität. Die Gesamtzahl der Deutschen betrug inklusive der Deportierten Ende 1941 in Kasachstan 441.713.

Nachstehend einige weitere Eindrücke der Kranzniederlegung.

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Tolle Begegnungen in Karaganda, Kasachstan

Über zahlreiche Exponate mit einem russlanddeutschen Bezug im regionalen Museum der bildenden Künste Karaganda (Kasachstan) wurde vom BKDR ein virtueller Rundgang angefertigt.

Unsere Reisegruppe hat in den vergangenen Tagen die ausgestellten Meisterwerke in Original erleben dürfen. Die Tätigkeit der deportierten und repressierten Deutschen hat die bildende Kunst in der Region maßgeblich beeinflusst und gestaltet. Deutsche Künstler sind zu Lehrern zahlreicher Kunstschaffender in Kasachstan geworden.

Ebenso beeindruckend war der Austausch mit der heutigen Deutschen Jugend aus Karaganda und Umgebung. Die engagierten Angehörigen des Jugend-Clubs der Vereinigung „Wiedergeburt“ haben eine Stadtführung „Auf deutschen Spuren in Karaganda“ konzipiert, realisiert und unserer Reisegruppe vorgestellt – herzlichen Dank dafür!

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Neues Kinderbuch im BKDR-Verlag erscheint in Kürze: „Der tapfere Michel und die schöne Ammi“ von Elly Frey

Zuallererst möchten wir den Kindern alles erdenklich Gute und Liebe zum Internationalen Kindertag wünschen! Auch viele Russlanddeutsche feierten den Internationalen Kindertag am 1. Juni, da dieser in weiten Teilen der ehemaligen Sowjetunion als wichtiger Tag für Kinder galt. Die Feierlichkeiten konnten je nach Region und Lebenssituation unterschiedlich ausfallen.

Im Zuge dessen möchten wir Sie gerne auf das bald erhältliche neue Kinderbuch „Der tapfere Michel und die schöne Ammi“ von Elly Frey aufmerksam machen:

Dieses Buch erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen Ammi und Michel aus dem wolgadeutschen Dorf Mariental. Michel verliebt sich in die schöne Ammi, doch eine dunkle Macht bedroht bald ihre Heimat. Mariental wird von Nomaden überfallen. Viele Bewohner werden in die Sklaverei verschleppt. Auch Michel gerät schließlich in die Gefangenschaft eines bösen Khans. Mit Mut, Liebe und Treue kämpft er gegen das Böse. Erst nach vielen Jahren gelingt ihm die Flucht und die Rückkehr in seine Heimat…

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