Statistik des Monats „August 2025“

Nachdem wir im vergangenen Monat auf die „Zufriedenheit mit den politischen Verhältnissen in Deutschland und im Herkunftsland 2018 (nach Migrationshintergrund)“ vorgestellt haben, zeigen wir in diesem Monat die „Zufriedenheit mit der Art und Weise, wie Demokratie in Deutschland funktioniert, und Beurteilung der Idee der Demokratie 2020 (nach Migrationshintergrund).

Die Ergebnisse zur Zufriedenheit mit der Art und Weise, wie Demokratie in Deutschland funktioniert, korrespondieren mit den Erkenntnissen zum Vertrauen in die politischen Institutionen sowie in die Politik. Demnach sind alle Untersuchungsgruppen mehrheitlich „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“, wobei in allen Gruppen die Befragten eher „zufrieden“ als „sehr zufrieden“ sind (Abb. 8.4). Gut drei Viertel der Zugewanderten mit (Spät)Aussiedlerstatus sind „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ – dieser Wert liegt erneut zwischen dem Wert der beiden anderen Gruppen. Deutsche ohne Zuwanderungsgeschichte sind mit knapp zwei Dritteln am wenigsten zufrieden. Am zufriedensten ist mit 85 Prozent wiederum die übrige Bevölkerung mit Migrationserfahrung. Dabei unterscheiden sich die drei Gruppen statistisch signifikant. Postsowjetische (Spät)Aussiedler sind mit 73 Prozent etwas weniger zufrieden als solche aus anderen Herkunftsregionen, die zu 84 Prozent angeben, mit dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland zufrieden zu sein.

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Kranzniederlegung im Rahmen der BKDR-Bildungsreise nach Argentinien

Beim Auftakt der BKDR-Bildungsreise „Auf wolgadeutschen Spuren in Argentinien“ ging es für die Reisegruppe nach Gualeguaychú, einer Stadt im Südosten der Provinz Entre Ríos.

Hier gibt es eine exponierte Stelle, die auf Initiative der Nachkommen der Wolgadeutschen erst vor Kurzem zum „Platz der Wolgadeutschen“ umbenannt wurde.

Die entsprechende Urkunde der Stadtverwaltung wurde im Rahmen der vom BKDR initiierten Gedenkveranstaltung, an der auch der Bürgermeister Mauricio Davico persönlich teilnahm, an die regionale Gesellschaft der Wolgadeutschen unter der Leitung von Leandro Hildt übergeben.

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Gedenkveranstaltung in Odessa (Ukraine)

Am 28. August wurde mit Unterstützung unseres Kooperationspartners „Wiedergeburt Odessa“ eine Kranzniederlegung mit einem Gedenkgottesdienst abgehalten.

Im Innenhof der evangelisch-lutherischen St.-Paul-Kirche, deren Orgel ursprünglich aus der Nürnberger Kreuzkirche stammt, wurde nach einer Andacht ein Kranz an der Gedenktafel für die „Opfer von Repressionen und Deportationen“ niedergelegt. Diese Tafel war bereits vor etwa vier Jahren im September 2021 auf Initiative des BKDR angebracht worden.

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Gedenkveranstaltung in Engels (Russland)

Am 28. August 2025 wurde in Engels eine Kranzniederlegung am Denkmal für die russlanddeutschen Opfer der Repressionen in der ehemaligen Sowjetunion durchgeführt. Anlass war der 84. Jahrestag der Deportation der Deutschen.

Auch das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) beteiligte sich mit einem Kranz an der Zeremonie. Die Organisation und Durchführung der Veranstaltung lag in den Händen von Elena Geydt, Leiterin der Nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen (NKA) in Marx. Unser Dank gilt allen Mitwirkenden und Unterstützern, die zum Gelingen dieses Gedenkaktes beigetragen haben.

Nachfolgend möchten wir einige Eindrücke teilen, die die lebendige Erinnerungskultur der Deutschen im postsowjetischen Raum verdeutlichen.

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Gedenkveranstaltung in Almaty (Kasachstan)

Im Rahmen der diesjährigen Erinnerungsfeier, organisiert von der regionalen Gebietsgliederung „Wiedergeburt Almaty“ in Zusammenarbeit mit der DAZ – Deutsche Allgemeine Zeitung und mit Unterstützung des BKDR, fand eine Kranzniederlegung am Gedenkstein in Almaty statt.

Der dort errichtete Gedenkstein ist „den Deutschen gewidmet, die Krieg, Vertreibung und Not zum Opfer fielen“ und macht deutlich, wie bedeutend die Pflege der Erinnerungskultur – sowohl im Inland als auch im Ausland – für die Betroffenen weiterhin bleibt.

Unser herzlicher Dank für ihr vielfältiges Engagement gilt Robert Gerlitz und Olesja Klimenko sowie allen weiteren Mitwirkenden, die durch ihre Arbeit zu einer würdevollen und bedeutungsvollen Gestaltung des Gedenkakts beigetragen haben.

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Gedenkakt zum Tag der Russlanddeutschen im BKDR

Am 28. August, dem Tag der Russlanddeutschen, fand im Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) anlässlich des 84. Jahrestags der Deportation der Deutschen in der UdSSR ein Gedenkakt statt.

Die Veranstaltung wurde mit einer herzlichen Begrüßung durch Stanimir Bugar (BKDR) eröffnet. Im Anschluss richteten mehrere Ehrengäste ihre Grußworte an das Publikum: Ewald Oster, Vorsitzender des BKDR-Trägervereins, machte deutlich, wie wichtig der Tag der Russlanddeutschen und damit verbunden die Erinnerungskultur für die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion noch immer ist. Es komme jedoch darauf an, dass die Geschichte und Kultur der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion noch bekannter in der Gesamtgesellschaft werde. Dr. Petra Loibl, MdL und Aussiedlerbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, erörtere zudem, dass die Aussiedler und Vertriebenen eine zentrale Rolle in Bayern eingenommen haben und einen wichtigen Beitrag in der Gesellschaft leisten. Zudem lobte sie die Arbeit des BKDR und sicherte weiterhin die Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung zu gleichermaßen wie Gerlinde Mathes, Bezirksrätin des Bezirks Mittelfranken, die unterstrich, in welchen Bereichen auch gerade hier in Nürnberg große Hilfe für verschiedene, wichtige Institutionen in diesem Bereich geleistet wird.

Werner Henning (Stadtrat und Vorsitzender des Hauses der Heimat Nürnberg) hob zudem die gute Zusammenarbeit zwischen dem BKDR sowie dem Haus der Heimat Nürnberg hervor und wies darauf hin, wie wichtig ein solcher Gedenktag ist. Mittels eines sehr persönlichen Beispiels verdeutlichte Henning, wie bedeutsam das Andenken und die Aufarbeitung für Betroffene und deren Familien noch immer ist und auch in Zukunft sein wird. Dr. Lilia Antipow (Haus des Deutschen Ostens) erinnerte in ihrem Grußwort an die stalinistischen Deportationen, Zwangsumsiedlungen und Repressionen gegen die Deutschen in der Sowjetunion, die erschreckend vielen Menschen dieser Minderheit das Leben kosteten und ihre Kultur sowie ihre Existenzgrundlagen nachhaltig zerstörten. Zugleich versteht sie den 28. August als Mahntag, der nicht nur an die Opfer erinnert, sondern auch als Verpflichtung dient, für Demokratie, Menschenrechte und die Rechte nationaler Minderheiten einzutreten und Verantwortung für die eigene Geschichte zu übernehmen. Des Weiteren wies Peter Aifeld (Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland) darüber hinaus darauf hin, dass das BKDR in Zusammenarbeit mit der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland schon einige sehr gelungene Kooperationsprojekte vor allen Dingen in Bezug auf die Wolgadeutschen umsetzen konnte und durchleuchtete hierfür im Schnelldurchlauf die Geschichte der Wolgadeutschen vor allem in Südamerika.

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Eine verbrecherische Aktion, deren Folgen bis heute wirken

Zum 84. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der UdSSR

Zum 84. Mal jährte sich jener Tag, der das Leben von Millionen Menschen unwiderruflich zerstört hat. Am 28. August 1941 legitimierte das höchste gesetzgebende Organ der UdSSR, das Präsidium des Obersten Sowjets, eine geheime Entscheidung der sowjetischen Parteiführung unter Stalin an der Spitze. Danach sollte die Autonome Republik der Wolgadeutschen liquidiert und ihre Einwohner deutscher Herkunft ohne Rücksicht auf Alter, Verdienste oder Parteizugehörigkeit nach Sibirien und Zentralasien deportiert werden. Daraufhin folgten weitere Zwangsaussiedlungen der Deutschen aus ländlichen und städtischen Orten im europäischen Teil der UdSSR. Das Territorium der wolgadeutschen Republik sowie andere historische Siedlungsgebiete wurden in die benachbarten russischen und ukrainischen Regionen eingegliedert. Dieses Staatsverbrechen wurde bis heute weder aufgearbeitet noch gesühnt. In der Russischen Föderation gibt es bis heute kein zentrales Mahnmal für die deutschen Opfer von Deportationen und Arbeitslagern; kein Dokumentationszentrum; keine Gedenkstätte auf dem Gelände eines ehemaligen Lagers; keine offizielle Aufarbeitung mit den Tätern jener Zeit.

Dieser Umstand hängt vor allem damit zusammen, dass in der Sowjetunion – und noch stärker im heutigen Russland – der Sieg über das NS-Deutschland im sogenannten „Großen Vaterländischen Krieg“ zum Kern der nationalen Identität geworden ist – nicht nur für die Russen, sondern auch für andere Bevölkerungsgruppen des Landes. Der zentrale Punkt dieser staatlichen Geschichts- und Gedenkpolitik ist Patriotismus sowie Heldenkult: Der Stolz auf den Sieg über Deutschland und die moralische Überlegenheit gegenüber den „deutschen Faschisten“ werden sorgfältig gepflegt. Dabei werden alle dunklen Seiten des Stalinismus – Hungerkatastrophen, das Gulag-Imperium, Deportationen ganzer Völker sowie gewaltsame Eingliederungen fremder Staaten und Territorien – diesem Kulminationspunkt der russisch-sowjetischen Geschichte untergeordnet.

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„Wir hatten Sie niemals vergessen …“

(Willy Brandt, aus dem Begrüßungsschreiben an die „Heimkehrer“ …)

Dokument des Monats

Der sozialdemokratische Bundeskanzler Willy Brandt (im Amt von 1969 bis 1974) ist in die Geschichte als einer der bedeutendsten deutschen Staatsmänner eingegangen. Besonders die Ost- und Entspannungspolitik, die Aussöhnung und Verständigung mit den osteuropäischen Staaten, waren sein Herzensanliegen. Wandel durch Handel, Wandel durch Annäherung – das waren die Slogans, die seine Kanzlerschaft begleiteten.

Willy-Brandt-Denkmal in Nürnberg, Bildhauer Josef Tabachnyk, 2009  © Wikimedia Commons.

Die Folgen dieser Politikwende werden bis heute durchaus kritisch gesehen, insbesondere im Hinblick auf die UdSSR. Der „Kalte Krieg“ kehrte – entgegen den Hoffnungen sowohl der Urheber als auch der Anhänger der neuen Ostpolitik – mit dem Einmarsch der Sowjetunion in Afghanistan 1979 wieder zurück. Immerhin gab Brandt nie das Ziel der deutschen Einheit auf. Die Entspannungspolitik der 1970er-Jahre hatte für viele Deutsche zu erheblichen Verbesserungen im Reise- und Postverkehr zwischen der Bundesrepublik, Westberlin und der DDR geführt.

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Beitrag von Dr. Viktor Krieger zum Europäischen Gedenktag für die Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus

Offene Fragen im Umgang mit der russlanddeutschen Geschichte

Die historischen Erlebnisse der Russlanddeutschen im 20. Jahrhundert sind maßgeblich von Ausgrenzung, Diskriminierung, Verfolgung, Massensterben und -vernichtung geprägt. Jahrzehntelange Verfolgungen, Diskriminierungen und germanophobe Propaganda, insbesondere während des Stalinismus, haben nahezu alle Vertreter der deutschen Minderheit in Mitleidenschaft gezogen.

Jeder Familienverband blickt auf eine lange Liste enteigneter, deportierter, strafrechtlich verurteilter, verhungerter oder ermordeter Vorfahren zurück. Von allen Enteignungs-, Verbannungs- und Repressionsmaßnahmen des Sowjetstaates waren die Deutschen stets überproportional betroffen:

  • Während der Hungerkatastrophe 1921/22 etwa, die als Folge der jahrelangen rücksichtslosen Lebensmitteleintreibungen durch Requisitionskommandos der Bolschewiki zustande kam, gab es allein unter den Wolgadeutschen 108.000 Hungeropfer bzw. ein Viertel der Gesamtbevölkerung dieser nationalen Gruppe. Weitere Zehntausende starben während der zweiten Hungerkatastrophe der Jahre 1932/33.
  • Auch fielen viele von ihnen etwa dem „Großen Terror“ der Jahre 1937/38 überdurchschnittlich zum Opfer: Von den in diesen zwei Jahren insgesamt 682.000 hingerichteten Personen waren 55.000 bzw. 8,1% Deutsche, obwohl sie nur 0,8% der Bevölkerung der UdSSR stellten.
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BKDR-Kalenderblatt des Monats „August 2025“

Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „August 2025“ präsentieren.

Auch heuer hat das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Kooperation mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR e.V.) sowie dem Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa (HFDO) einen Jahreskalender mit russlanddeutschem Themenbezug unter dem Titel „Russlanddeutsche Künstlerinnen und Künstler“ herausgegeben.

In diesem Monat stellen wir Ihnen die Künstler Artur Isak und Viktor Knack mit einem Auszug ihrer Werke sowie einigen persönlichen Informationen näher vor. Die gesamten Werke der etwaigen Künstlerinnen und Künstler finden Sie im Sammelband „Russlanddeutsche Malerinnen und Maler der Gegenwart“, erschienen im BKDR Verlag, auf dem der vorliegende Kalender 2025 basiert.

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