BKDR-Bildungsreihe „Deutsche Siedlungen im Porträt“: Kamenka (ehemals Bähr)

Kurz vor dem Jahreswechsel möchten wir Ihnen noch einen wertvollen Videobeitrag im Rahmen unserer BKDR-Bildungsreihe „Deutsche Siedlungen im Porträt“ präsentieren. Hierbei werden frühere deutsche Siedlungen porträtiert, die sich auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion befanden bzw. heutzutage unter anderen Namen wiederzufinden sind.

Dieses Mal geht es um „Kamenka“ (ehemals Bähr):

Kamenka, ehemals Bähr, war eine deutsche Kolonie der Wolgadeutschen im heutigen Gebiet Saratow (Russland). Sie wurde am 7. Juli 1765 im Zuge der Ansiedlung deutscher Kolonisten unter Zarin Katharina II. gegründet. Die Siedlung entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden Mutterkolonie mit Kirche, Schule und landwirtschaftlicher Prägung. Im 20. Jahrhundert führte die sowjetische Politik, im späteren Verlauf insbesondere die Zwangsdeportation, zum Ende der deutschen Gemeinde. Der Ort besteht heute unter dem russischen Namen „Kamenka“ fort.

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Statistik des Monats „Dezember 2025“

Über zwei Jahre hinweg haben wir Ihnen im Rahmen der „Statistik des Monats“ wissenswerte Einblicke in die SVR-Studie 2022-1 mit dem Titel „Integration gelungen? Lebenswelten und gesellschaftliche Teilhabe von (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern“ gegeben – heute erscheint die letzte Statistik zu dieser Studie.

Zur Möglichkeit der Präsentation möchten wir sowohl Johannes Graf vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als auch Dr. Nils Friedrichs (wissenschaftlicher Mitarbeiter im wissenschaftlichen Stab des Sachverständigenrates für Integration und Migration) recht herzlich danken und gleichzeitig auf die untenstehenden „Akademischen Viertelstunden“ aufmerksam machen, die im Zuge dessen im BKDR mit den beiden Forschern entstanden sind.

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Personalkarte eines russlanddeutschen Zwangsarbeiters aus dem Jahr 1942

(Dokument des Monats)

Bekanntlich wurden während des Deutsch-Sowjetischen Krieges in der UdSSR etwa 350.000 Sowjetbürger deutscher Nationalität zur Zwangsarbeit herangezogen. Sie befanden sich daraufhin in Dutzenden Arbeitslagern oder in den eigens dafür geschaffenen „Zonen“, die gezielt einzelnen Industriebetrieben je nach Branche zugeordnet wurden. Alle Arbeitslager standen unter der Verwaltung des NKWD. Das größte Lager dieser Art war Tscheljabmetallurgstroi, das bis August 1942 die Bezeichnung „Bakallag-Bakalmetallurgstroi des NKWD“ trug. Ziel dieses großen Baubetriebs war die Errichtung eines neuen Hüttenkombinats in der Nähe der Uralstadt Tscheljabinsk (zur ausführlichen Geschichte dieses Arbeitslagers und seiner „Bewohner“ siehe den folgenden Aufsatz von Viktor Krieger).

Die Vorderseite der Personalkarte von Gerhard Wolter (c) Viktor Krieger, BKDR.

Unter den 37.086 Zwangsarbeitern dieses Lagers, von denen 85 Prozent Deutsche und der Rest andere zwangsmobilisierte sowjetische Bürgerinnen und Bürger waren – darunter auch welche finnischer, rumänischer, bulgarischer oder ungarischer Herkunft – befand sich ein junger Lehrer namens Gerhard (Grigori) Wolter (1923–1998). Er stammte aus dem Gebiet Schytomyr in der Ukraine und wurde 1941, wie die meisten Sowjetdeutschen, in den Osten bzw. – in seinem Fall – nach Nordkasachstan deportiert. Vielen Landsleuten ist er als Arbeitslager-Chronist bekannt, als jemand, der sein publizistisches und schriftstellerisches Talent für eine gründliche Aufklärung der erbarmungslosen Ausbeutung der deutschen Zwangsarbeiter in den Jahren 1941–1946 einsetzte.

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Der erste Literatursalon im Haus der Heimat Nürnberg stattgefunden

Der erste Literatursalon im Haus der Heimat Nürnberg hat am 12. Dezember stattgefunden. Organisiert wurde der Literaturabend vom Kulturzentrum BKDR, dem Haus der Heimat Nürnberg (HdH) sowie dem Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) in den Räumen des HdH.

Nach dem Literaturabend (v.l.n.r.): A. Rosenstern, M. Schatz, E. Unruh und N. Keller (c) BKDR.

Das neue Format „Literatursalon“ möchte vor allem jungen Autorinnen und Autoren die Möglichkeit bieten, ihre Neuerscheinung aus dem Bereich der sogenannten „russlanddeutschen“ Literatur vorzustellen und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Unter dem Begriff „Russlanddeutsche Literatur“ versteht man heute üblicherweise die Literatur von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren, die aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion stammen – sei es, weil sie dort geboren wurden oder aufgrund der eigenen Familiengeschichte (durch Eltern, Großeltern etc.) in ihrem Schaffen die Geschichte und Kultur der Deutschen aus ebendiesen Ländern verarbeiten.

Unserer Einladung nach Nürnberg folgten die Autorin Elli Unruh mit ihrem Debütroman „Fische im Trüben“ und Max Schatz mit seinem ersten Erzählband „Sonnen und Kometen“. Die Bücher erschienen Anfang September 2025.

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Weitere Akademische Viertelstunde mit Prof. Dr. René Krüger: „Wolgadeutsche Kultur: Ein ergiebiges Feld für Forschung, Veröffentlichungen, Öffentlichkeitsarbeit“

Prof. Dr. René Krüger lebt derzeit in Gualeguaychú in der argentinischen Provinz Entre Ríos. Der ordinierte Pfarrer im Ruhestand der Evangelischen Kirche am La Plata ist sowohl promovierter Theologe als auch Historiker. Von 1985 bis 2015 lehrte er am Instituto Universitario ISEDET, dessen Rektor er von 1999 bis 2007 war.

In seinem weiteren Vortrag zum Thema „Wolgadeutsche Kultur: Ein ergiebiges Feld für Forschung, Veröffentlichungen, Öffentlichkeitsarbeit“ behandelt Krüger die Kultur der Wolgadeutschen und betrachtet es dahingehend als ein reiches Forschungsfeld und zeigt auf, welche historischen, sprachlichen und kulturellen Aspekte wissenschaftlich besonders lohnend sind. Außerdem wird dargestellt, wie diese Inhalte in Publikationen und der Öffentlichkeitsarbeit vermittelt und dokumentiert werden können.

Haben Sie viel Spaß bei der Akademischen Viertelstunde – über ein Follow auf all unseren Plattformen freuen wir uns sehr!

Webinar zu genealogischen Forschungen in Zentralasien

Am 3. Dezember 2025 hat unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Viktor Krieger im Rahmen eines von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) organisierten Webinars, moderiert von Eugen Eichelberg, einen Vortrag über die Deutschen aus Zentralasien (ZA) gehalten. Ziel war es, neue Zugänge zur Familien- und Biographieforschung zu präsentieren. Dies ist umso aktueller, weil durch den russisch-ukrainischen Krieg die wichtigsten Archiv- und anderen Quellen in diesen beiden Staaten zu den Schwarzmeer-, Wolga-, Wolhynien- und weiteren Gruppen der Deutschen kaum noch zugänglich sind.

Daher ist die Bedeutung der übrigen, sozusagen peripheren Quellen umso größer geworden. Dr. Krieger sprach über die Bedeutung von Sondersiedlerakten und archivierten Untersuchungsakten, über Deportationslisten und Verzeichnisse der zur Zwangsarbeit Mobilisierten (sog. „Trudarmisten“) speziell in Kasachstan. Trotz aller vorhandenen Unzulänglichkeiten und Einschränkungen ist die Situation in dieser Republik in dieser Hinsicht dennoch wesentlich günstiger als in den anderen ZA-Staaten Usbekistan, Kirgisien, Tadschikistan oder Turkmenistan.

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„Der Dialekt der Wolgadeutschen in Argentinien: Herkünfte, Bestandteile, Entwicklungen – Ende?“

Akademische Viertelstunde mit Prof. Dr. René Krüger

Prof. Dr. René Krüger lebt derzeit in Gualeguaychú in der argentinischen Provinz Entre Ríos. Der ordinierte Pfarrer im Ruhestand der Evangelischen Kirche am La Plata ist sowohl promovierter Theologe als auch Historiker. Von 1985 bis 2015 lehrte er am Instituto Universitario ISEDET, dessen Rektor er von 1999 bis 2007 war.

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„Deutsche in Kasachstan: Eine wechselvolle Geschichte“

Am 28. und 29. November 2025 fand in den Räumlichkeiten des Instituts für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin das wissenschaftliche Symposium der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen in Kooperation mit dem Göttinger Arbeitskreis und in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Kasachstan statt. Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Deutsche in Kasachstan: Eine wechselvolle Geschichte“.

Während der zweitägigen Tagung diskutierten namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Kasachstan schwerpunktmäßig unterschiedliche Aspekte der politischen, sozioökonomischen und kulturellen Entwicklung der deutschen Minderheit in der zentralasiatischen Republik. Der Fokus lag auf der sowjetischen und postsowjetischen Epoche – beginnend mit dem Großen Terror der Jahre 1937/38 über die Deportationen und Zwangsarbeit während des Deutsch-Sowjetischen Krieges bis hin zur Perestroika sowie den gegenwärtigen Aktivitäten der gesellschaftlichen Organisationen dieser nationalen Gruppe.

Zum Programm des Symposiums gelangen Sie hier:

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BKDR-Kalenderblatt des Monats „Dezember 2025“

Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „Dezember 2025“ präsentieren.

Auch heuer hat das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Kooperation mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR e.V.) sowie dem Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa (HFDO) einen Jahreskalender mit russlanddeutschem Themenbezug unter dem Titel „Russlanddeutsche Künstlerinnen und Künstler“ herausgegeben.

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Mitgliederversammlung des BKDR-Trägervereins

Am 28. November 2025 fand die jährliche Mitgliederversammlung des BKDR-Trägervereins statt. Nach einer Amtszeit von drei Jahren waren die Vereinsorgane neu zu wählen.

Ewald Oster, Gründungsmitglied und bisheriger Vorsitzender, wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Dem neugewählten Vorstand gehören an: Frau E. Albrandt, Herr R. Walter, Frau N. Geger, Herr H. Kratz sowie Herr E. Maul.

Ewald Oster nach seiner Wiederwahl am vergangenen Freitag.

Herr Oster bedankte sich für das Vertrauen der Mitglieder und äußerte seine Freude darüber, weitere drei Jahre die Erfolgsgeschichte des Kulturzentrum mitgestalten zu können.

Die vielfältigen Leistungen der Geschäftsleitung und der gesamten Belegschaft bezeichnete Herr Oster als vorbildlich, nachhaltig und ergebnisorientiert. Die kommenden drei Jahre werden v. a. durch das Vorhaben „Neubau“ geprägt sein, so Herr Oster.