„Listen der deutschen Auswanderer nach Russland im 18. Jahrhundert als Quelle für die Familienforschung“ mit Buchautor Andreas Idt

Mit zahlreichen aktiven Teilnehmern – sowohl in Präsenz als auch online – fand 10. Januar 2026 in Nürnberg ein genealogisches Seminar statt, das den Listen deutscher Auswanderer nach Russland im 18. Jahrhundert als einer der wichtigsten Quellen für die Familien- und Ahnenforschung gewidmet war. Veranstalter des Seminars war das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) mit Unterstützung der Ortsgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Nürnberg (Rudi und Dorothea Walter) sowie des Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Osteuropa (Dr. Olga Litzenberger).

Als Referent trat der Historiker und Quellenforscher zur Geschichte der deutschen Kolonisation Russlands Andreas Idt auf. Er ist Autor und Mitautor zahlreicher grundlegender Publikationen, die auf archivalischen Auswandererlisten und Dokumenten des Kolonisationsprojekts Katharinas II. basieren. Diese Werke gelten seit Langem als unverzichtbare Arbeitsinstrumente für Historiker und Genealogen.

In seinem Vortrag berichtete Andreas Idt über die Auswanderung deutscher Kolonisten nach Russland im Jahr 1766, die Wanderungsrouten von St. Petersburg in das Wolgagebiet, die Rolle der sogenannten „Berufer“ als Anwerber und Organisatoren der Migration, die Etappen der Umsetzung des Kolonisationsprojekts Katharinas II. in den Jahren 1763–1775 sowie über die Kuhlberg-Listen und deren Bedeutung für die Rekonstruktion von Familiengeschichten.

Weiterlesen

Kalender 2026: Russlanddeutsche Autorinnen und Autoren

Auch heuer Jahr hat das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Kooperation mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR e. V.) sowie dem Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) und dem Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa (HFDO) einen Jahreskalender mit dem Titel „Russlanddeutsche Autorinnen und Autoren“ herausgegeben.

Russlanddeutsche Autorinnen und Autoren spielen eine zentrale Rolle bei der Vermittlung geschichtlicher und kultureller Aspekte der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum. Durch ihre literarischen Werke, Essays oder auch autobiografischen Texte bewahren sie Erinnerungen an Vertreibung, Deportation, Zwangsarbeit und Migration, die sonst leicht in Vergessenheit geraten könnten oder in der Mehrheitsgesellschaft ohnehin noch nicht hinlänglich bekannt sind. Gleichzeitig geben sie tiefe Einblicke in das Alltagsleben zwischen Kulturen, Sprachen und Identitäten. Ihre Perspektiven eröffnen einen authentischen Zugang zu Erfahrungen, die in offiziellen Geschichtsdarstellungen oft nur am Rande vorkommen oder gar fehlen und schaffen damit ein wichtiges Verständnis für ihr tragisches Schicksal sowie die komplexe Vergangenheit und Gegenwart der Russlanddeutschen.

Weiterlesen