„Auf den Spuren der Wolgadeutschen in Argentinien“ im Bürgerhaus Schwabach

Das Bürgermeister- und Presseamt der Stadt Schwabach veranstaltete gemeinsam mit dem Kulturzentrum BKDR am 12. Februar 2026 im Bürgerhaus Schwabach einen vielseitigen Literatur- und Musikabend unter dem Titel „Auf den Spuren der Wolgadeutschen in Argentinien“. Im Fokus standen die Geschichte, das kulturelle Erbe sowie die bis heute lebendige Identität wolgadeutscher Gemeinschaften in Südamerika.

Im Mittelpunkt des Kulturabends stand die Präsentation des Buches „Kultur und Identität: Wolgadeutsche Siedlungen in Argentinien“ durch Prof. Dr. Olga Litzenberger. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des BKDR stellte darin die historische Entwicklung der wolgadeutschen Siedlungen dar und widmete sich Fragen der kulturellen Selbstverortung sowie der Pflege von Traditionen.

Zu Beginn begrüßten Oberbürgermeister Peter Reiß und der per Videobotschaft zugeschaltete Bürgermeister der Partnerstadt Coronel Suárez, Ricardo Moccero, die Gäste. Ebenso richtete Waldemar Eisenbraun, Leiter des BKDR, ein Grußwort an das Publikum.

Darüber hinaus erhielten die Besucher digitale Einblicke in historische Siedlungsgebiete in Argentinien. Vorgestellt wurde im Rahmen dessen ein innovativer virtueller Rundgang des BKDR durch das Jakob-Riffel-Museum „Kulturerbe der Wolgadeutschen“ in Gualeguaychú, der online abrufbar ist und multimediale Zugänge zur Kulturgeschichte der wolgadeutschen Gemeinschaft eröffnet.

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Ein ungewöhnlicher Brief aus Bessarabien von 1848  

(Dokument des Monats)

Den uns vorliegenden Brief verfasste Johann Jakob Koch, ein verdienstvoller Schulmeister aus der deutsch-bessarabischen Siedlung Gnadental (bekannt auch als Gnadenthal), die 1830 von württembergischen Auswanderern gegründet worden war. Er ist der erste von insgesamt 17 Briefen, die Koch an seine einstige Ausbildungsstätte in Lichtenstern, Königreich Württemberg, zwischen 1848 und 1889 geschrieben hat. Das Briefkorpus bildet eine einzigartige Quelle zur Alltagsgeschichte der deutschen Ansiedler in Bessarabien und bezeugt eine jahrzehntelang bestehende Verbindung zwischen dem Ursprungsland Württemberg und den Emigranten in Russland. In dieser Hinsicht unterscheiden sich die im Schwarzmeergebiet angesiedelten Kolonisten von jenen, die 40 bis 60 Jahre zuvor an die Wolga gekommen waren. Die Wolgadeutschen pflegten anfangs kaum Kontakte zu ihrer alten Heimat, was vor allem an unterschiedlichen Auswanderungs- und Ansiedlungsverläufen lag.

Briefausschnitt. Vollständiger Brief sowie Transkription s. unten.

Das Interessante an dem Brief vom 18. März 1848 ist die Erwähnung einer Geldsumme von 10 Silberrubeln, die die Gnadentaler Gemeinde an die Lichtensterner Anstalt angesichts der Hungersnot in Deutschland (1846/47) spendete. Bekannt ist ferner, dass für diese Bildungsanstalt in der gleichen Zeit eine „Liebesgabe von 317 Rubel“ aus der Kolonie Neuhoffnung eingegangen ist, die von württembergischen Chiliasten in der Nähe von Berdjansk im Jahre 1822 gegründet wurde. Dieser Sachverhalt ist bemerkenswert, weil man sonst üblicherweise, wenn von einer Hungersnot die Rede ist, zuerst an das Russische Reich sowie die Sowjetunion bzw. an die Hilfeleistungen aus Deutschland denkt – etwa für die Wolgadeutschen in den 1920- oder 1930er-Jahren. Dass es in der Vergangenheit auch anders war, ist bislang wenig bekannt.

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Buchvorstellung „Mer hän doch so glacht!..“ mit Prof. Dr. René Krüger – Online via ZOOM!

Am 12. März 2026, Donnerstag, 19 Uhr (MEZ), wird Prof. Dr. René Krüger das Buch mit wolgadeutschen Witzen in einer Online-Lesung via ZOOM vorstellen.

Weitere Details sowie den Zugangslink zur Lesung finden Sie weiter unten! Das Buch mit dem Titel „Mer hän doch so glacht! Wolgadaitsche Witze, in Argentinie verzählt“ von Zully Bauer und René Krüger ist erst im Februar 2026 im BKDR Verlag erschienen.

Prof. René Krüger zu Besuch beim BKDR (c) BKDR-Archiv.

Viele wolgadeutsche Siedlerinnen und Siedler wanderten im 19. Jahrhundert aus politischen sowie wirtschaftlichen Gründen aus Russland nach Südamerika bzw. nach Argentinien. Der Großteil ihres Kulturerbes wurde bisher jedoch vor allem mündlich überliefert: Lebensgeschichten, Erfahrungen, Berichte, Gedichte, Legenden, Sprichwörter, Kochrezepte, Volkslieder und religiöse Lieder; außerdem Witze, Anekdoten, Schwänke, Rätsel, Späße usw. Lediglich ein Teil dieser noch lebendigen wolgadeutschen Kultur in Argentinien wurde schriftlich festgehalten. Es gibt noch viele kulturelle Gattungen, die mündlich sowohl im wolgadeutschen Dialekt als auch auf Spanisch in gewissen Kreisen der wolgadeutschen Nachkommen gepflegt werden, vor allem von der älteren Generation. Die Autoren dieses Buches haben viele Jahre Witze, Anekdoten sowie lustige Geschichten dieser Bevölkerungsgruppe in Argentinien gesammelt und damit einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung eines Teils dieses Kulturerbes geleistet.

Der Autor:

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Ein stimmungsvoller Begegnungsnachmittag in Regensburg

Unter der Schirmherrschaft der Regensburger Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein fand am 21. Februar 2026 ein stimmungsvoller Begegnungsnachmittag statt. Michael Hoch, Pfarrer der katholischen Kirche St. Franziskus, begrüßte die zahlreichen Gäste im Pfarrsaal der Gemeinde herzlich.

Das musikalische Trio um Viktor Bode bereicherte die Veranstaltung mit bekannten internationalen Stücken und sorgte für eine festliche Atmosphäre.

Die Bürgermeisterin Dr. Freudenstein zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Aktivitäten und attraktiven Angeboten des Kulturzentrums. Besonders würdigte sie die vom BKDR konzipierte Stadtführung „Russlanddeutsche Spuren in Regensburg“, die von dem erfahrenen Gästeführer Dr. Arthur Bechert durchgeführt wird. Die Bürgermeisterin überreichte Emil Tetz anlässlich seines 90. Geburtstages eine Ehrenurkunde.

Waldemar Eisenbraun, Geschäftsleiter des BKDR, stellte die unterschiedlichen Wirkungsbereiche des Kulturzentrums vor. Zudem gab er bekannt, dass bereits in diesem Jahr der Bau einer großflächigen multifunktionalen Kultureinrichtung beginnen soll.

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Wir trauern um unsere Autorin Nelli Kossko!

Mit tiefer Anteilnahme nehmen wir Abschied von der russlanddeutschen Autorin Nelli Kossko, die am 19. Februar nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren gestorben ist. Ihr Tod hinterlässt eine spürbare Lücke nicht nur in der sogenannten „russlanddeutschen Literatur“.

(c) Foto: BKDR-Archiv.

Nelli Kossko wurde 1937 in einer deutschen Siedlung in der Ukraine am Schwarzen Meer geboren. Ihr Vater Oskar Maser war Deutschlehrer. 1937 fiel er den stalinistischen Säuberungen zum Opfer. Nach Kriegsausbruch 1941, dem Vormarsch der Wehrmacht und dem Beginn der „administrativen Umsiedlung“, landete Kossko zusammen mit ihrer Mutter 1944 im polnischen Warthegau, damals Deutsches Reich, und wurde nach Kriegsende im Zuge der „Repatriierung“ in die UdSSR zurückverschleppt.

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Terminankündigung: „Die Kaukasiendeutschen. Kultur, Geschichte und Gegenwart“

Vom 24. bis 26. Juli 2026 wird in der Bildungsstätte im Heiligenhof die BKDR-Fachtagung „Die Kaukasiendeutschen. Kultur, Geschichte und Gegenwart“ stattfinden.

Merken Sie sich gerne schon einmal den Termin vor. Einige Zusatzinformationen finden Sie auf dem Flyer. Alle weiteren Infos zum Programm, den Konditionen sowie Anmeldedaten werden frühzeitig bekanntgegeben.

DAZ veröffentlicht eine Rezension des Buches „In den Fängen der Zeit“ von Nelli Kossko

Das Onlineportal der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) veröffentlichte am 15.02.2026 eine Rezension des vor Kurzem im BKDR Verlag neu aufgelegten Buches „In den Fängen der Zeit“ von Nelli Kossko:

Ich weiß, es ist grausam, ein kleines Mädchen wie dich in all diese schrecklichen Dinge einzuweisen, aber ich habe sonst niemanden, mit dem ich mein Leid teilen könnte. Vergib mir, mein Kind!‘ (…) Wir machten in dieser Nacht kein Auge zu, und als es dann zu dämmern begann, verließ Mama mit einem kleinen Bündel über der Schulter das Dorf. Ich hasste die NKWD-Leute, zu denen sie jetzt ging, den Kommandanten, den Krieg, die Russen und die Deutschen, ich hasste die ganze Welt und mich selbst am meisten, denn schließlich war ich an allem schuld … Aus: „In den Fängen der Zeit“

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Tag der Begegnung mit Deutschen aus Russland in Balingen

Am 14. Februar 2026 fand im Großen Saal der Stadthalle Balingen der Tag der Begegnung statt, organisiert vom Frauenverein Happy Women e. V.. Die Veranstaltung widmete sich der Geschichte und Gegenwart der Russlanddeutschen.

Neben Tanz- und Gesangseinlagen hielt Kornelius Ens vom Museum für Russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold einen Vortrag über die etwa 250-jährige Geschichte dieser Gemeinschaft und ihre kulturelle Vielfalt.

Das Kulturzentrum BKDR war darüber hinaus mit einem Infostand bei dieser sehr gut besuchten Veranstaltung vor Ort. Für diese Möglichkeit danken wir Julia Schel-Salzmann sowie dem gesamten Verein Happy Woman e. V. sehr.

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7 Jahre Kulturzentrum BKDR – Ein Leuchtturm mit bundesweiter Strahlkraft und darüber hinaus

Am 18. Januar 2019 übergab der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder feierlich den Schlüssel an das neu gegründete Kulturzentrum BKDR. Sieben Jahre später hat sich die vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales geförderte Einrichtung als bundesweit nach wie vor einzigartige Institution dieser Art zukunftsfest etabliert und kürzlich ihr siebenjähriges Bestehen gefeiert.

Mit dem Videobeitrag möchten wir Ihnen einen vertieften Einblick in unsere Arbeit und unsere vielfältigen Wirkungsfelder geben. Wir blicken auf eine ereignisreiche, bereichernde und erfolgreiche Zeit zurück, in der zahlreiche Projekte, Maßnahmen, Angebote und Produkte entstanden sind, die wir für Sie in unserem Film übersichtlich aufbereitet haben.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Anschauen!

„Mer hän doch so glacht!“ – wolgadeutsche Witze aus Argentinien …

Das Buch mit dem Titel „Mer hän doch so glacht! Wolgadaitsche Witze, in Argentinie verzählt“ von Zully Bauer und René Krüger ist am 16. Februar im BKDR Verlag erschienen!

Viele wolgadeutsche Siedlerinnen und Siedler wanderten im 19. Jahrhundert aus politischen sowie wirtschaftlichen Gründen aus Russland nach Südamerika bzw. nach Argentinien. Der Großteil ihres Kulturerbes wurde bisher jedoch vor allem mündlich überliefert: Lebensgeschichten, Erfahrungen, Berichte, Gedichte, Legenden, Sprichwörter, Kochrezepte, Volkslieder und religiöse Lieder; außerdem Witze, Anekdoten, Schwänke, Rätsel, Späße usw. Lediglich ein Teil dieser noch lebendigen wolgadeutschen Kultur in Argentinien wurde schriftlich festgehalten. Es gibt noch viele kulturelle Gattungen, die mündlich sowohl im wolgadeutschen Dialekt als auch auf Spanisch in gewissen Kreisen der wolgadeutschen Nachkommen gepflegt werden, vor allem von der älteren Generation. Die Autoren dieses Buches haben viele Jahre Witze, Anekdoten sowie lustige Geschichten dieser Bevölkerungsgruppe in Argentinien gesammelt und damit einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung eines Teils dieses Kulturerbes geleistet. Was sie dabei angetrieben hat, haben sie wie folgt zusammengefasst:

„Die geschichtliche und kulturelle Aufarbeitung ist eine Aufgabe, die niemals endet, weil die Vergangenheit ein unerschöpflicher Steinbruch ist, in dem unendlich viele Erfahrungen und Werte darauf warten, entdeckt, gerettet und den heutigen und künftigen Generationen zur Verfügung gestellt zu werden …“

Zully Bauer und René Krüger

Die Autoren

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