BKDR-Bildungsreise 2026 „Auf deutschen Spuren in Kasachstan“

Die diesjährige BKDR-Bildungsreise wird die Teilnehmenden nach Kasachstan führen.

Die Bildungsreise findet vom 23. Mai (Samstag) bis zum 1. Juni (Montag) 2026 statt und beinhaltet ein geführtes Programm mit einer Länge von 5 Tagen und enthält zusätzlich 3 Tage mit der Möglichkeit zur freien, individuellen Gestaltung. Kostenpunkt: 1.500 Euro pro Person bei Unterbringung in einem Doppelzimmer, Einzelzimmer je nach Verfügbarkeit gegen Aufschlag in Höhe von 150 Euro.

Im Preis enthalten sind: Hin- und Rückflug, 9 Übernachtungen mit Frühstück, Fahrten mit einem Reisebus, Führungen und Eintrittsgelder lt. Programm, gemeinsames Abendessen, Trinkwasser im Bus und Auslandskrankenversicherung.

Neben Stadtrundfahrten, Museumsbesuchen, Gedenkveranstaltungen u. v. m. werden ebenfalls zahlreiche Treffen mit verschiedensten, namhaften Vertretern der deutschen Minderheit in Kasachstan im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen.

Das gesamte (aktuelle) Programm – Änderungen vorbehalten – steht Ihnen nachstehend als Download zur Verfügung.

BKDR-Kalenderblatt des Monats „Februar 2026“

Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „Februar 2026“ präsentieren. Konkret geht es hierbei um Herold Belger, der auf den Tag genau vor elf Jahren von uns gegangen ist.

* 28. Oktober 1934 in Engels, Autonome wolgadeutsche Republik.
† 7. Februar 2015 in Almaty, Republik Kasachstan.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die Familie Belger nach Kasachstan deportiert, in den Aul (Dorf) Lenino nahe des Flusses Essil (Ischim). 1958 absolvierte Herold Belger die Literaturfakultät der Kasachischen Pädagogischen Abai-Universität in Alma-Ata. Nach dem Studium unterrichtete er an einer Dorfschule. 1963 absolvierte er zusätzlich eine Aspirantur in Alma-Ata. Ab 1963 wirkte Belger als freischaffender Schriftsteller, Kritiker und Übersetzer. 1971 veröffentlichte er in der Zeitschrift „Prostor“ die Abhandlung „Wie ein Bruder unter Brüdern“ über die Literatur der Sowjetdeutschen, die ihm Bekanntheit innerhalb der sowjetdeutschen Literaturszene verschaffte. Belger war Mitglied des Schriftstellerverbandes Kasachstans, ab 1972 Vorsitzender des Rates für sowjetdeutsche Literatur (Schriftstellerverband Kasachstans). In seiner Heimat gilt er als einer der bekanntesten Schriftsteller und Kulturvermittler und wird weiterhin posthum geehrt.

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Vortrag am Seminar des Goethe-Instituts

Das Goethe-Institut mit Sitz in München ist die bekannteste und angesehenste Institution für die Vermittlung der deutschen Sprache und Kultur weltweit. Eine seiner vielen Aufgaben ist die Sprachunterstützung für die deutschen Minderheiten in den neuen Staaten, die nach dem Zerfall der einstigen UdSSR im Jahr 1991 entstanden sind. Im Rahmen eines Online-Einführungsseminars für Sprachassistenten zur Vorbereitung auf deren Einsatz in Russland, der Ukraine und in Zentralasien hielt unser wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dr. Viktor Krieger, am 29. Januar 2026 einen breit angelegten Vortrag.

Dabei handelte es sich um historische und kulturelle Tendenzen unter den deutschen Ansiedlern und ihren Nachkommen seit der Einwanderung nach Russland Ende des 18. Jh. bis heute. Besonders ausführlich ging der Referent auf die soziokulturelle und sprachliche Entwicklung der nationalen Gruppe ab 1941 ein, nach der gewaltsamen Auflösung der traditionellen Siedlungsgebiete in der Ukraine, an der Wolga und anderswo im europäischen Teil der UdSSR. Die totale Deportation, Entrechtung und absichtliche Zerstreuung über Millionen Quadratkilometer in Sibirien, im Ural und in Kasachstan hatte die Liquidierung aller nationalen Kultureinrichtungen, die Vernichtung ihres kulturellen Erbes, eine intellektuelle Rückentwicklung sowie den Verlust der deutschen Muttersprache zur Folge. Aus einer Reihe von präsentierten Bildern und Tabellen haben wir eines dafür ausgewählt.

Angesichts des faktisch vollständigen Verlustes des Nationalidioms und einer umfassenden Akkulturation in die nach wie vor dominierende russische Kultur und Sprache stellt sich indes die Frage, ob die bisherigen Formen der Zusammenarbeit noch sinnvoll seien. Krieger plädierte in diesem Zusammenhang für den Aufbau von zwei- bzw. dreisprachigen Anfangs- und Mittelschulen mit deutscher, russischer und ggf. auch kasachischer/ukrainischer/kirgisischer etc. Unterrichtssprache sowie mit angeschlossenen Internaten und Kulturzentren. Positive Erfahrungen der deutschen Minderheiten mit solchen nationalen Bildungszentren in Ländern wie Ungarn, Rumänien oder Dänemark – obwohl sie dort zahlenmäßig wesentlich kleiner sind als in Russland oder Kasachstan – sprechen für sich.