Buchübergabe von Viktor Haffner an das Kulturzentrum BKDR

In der vergangenen Woche war Viktor Haffner, geboren 1954 in Temirtau, beim Kulturzentrum BKDR in Nürnberg zu Gast.

Anlässlich des Treffens übergab Haffner eine alte Bibel seiner Eltern Amalia Haffner, geboren 1919 im Gebiet Saratow in der Siedlung Dobrinka und Gottfried Haffner, geboren 1916 im Gebiet Saratow im Dorf Morgentau. Darüber hinaus erhielt das BKDR noch ein Gesangbuch. Dafür bedanken wir uns recht herzlich!

Objekte aus Nachlässen und vergleichbaren Beständen sind für unser Kulturzentrum von großer Bedeutung, da sie wertvolle Einblicke in das kulturelle Erbe der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum geben. Durch ihre Sicherung, Digitalisierung und gegebenenfalls Ausstellung können wir dieses Erbe bewahren und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. So leisten diese Zeugnisse einen wichtigen Beitrag dazu, Geschichte sichtbar und für kommende Generationen erfahrbar zu halten.

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Verfälschungen in den Rehabilitierungsverfahren der Chruschtschow-Ära

(Dokument des Monats)

Das Schicksal des letzten Pfarrers der St.-Paul-Kirche in Odessa, Karl Vogel (1896–1937), war typisch für die Zeit vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges: Nach dem Abschluss des evangelisch-lutherischen Predigerseminars in Leningrad (1932) diente er eine Zeitlang als Seelsorger in Hoffnungstal und ab 1933 in Odessa. Nach fadenscheinigen Vorwürfen, eine Spionageverbindung zu einem ausländischen Konsulat zu unterhalten und eine organisierte konterrevolutionäre, faschistische Propaganda unter seinen Gemeindemitgliedern zu betreiben, wurde Pastor Vogel am 4. Juli 1937 verhaftet und nur wenige Monate später, am 27. Oktober, erschossen.

Seine archivierte Untersuchungsakte enthält u. a. einige sehr aussagekräftige Dokumente, die anschaulich zeigen, wie das KGB – selbstverständlich mit Billigung der Partei- und Staatsführung – ab Mitte der 1950er-Jahre systematisch die Todesumstände der nach dem Krieg rehabilitierten Personen verfälscht hat. Um das Ausmaß des Terrors vor allem in den 1930er-Jahren zu verschleiern, verfügte eine streng geheime KGB-Direktive vom 24. August 1955 [auf Russisch], dass der Todestag eines zum Erschießen Verurteilten auf ein beliebiges Datum zwischen Beginn der Inhaftierung und den folgenden zehn Jahren festzulegen sei und eine erfundene Todesursache anzugeben sei. Diese falschen Informationen wurden dann weitergegeben, wenn Familienangehörige die Ausstellung einer Sterbeurkunde beantragten. Erst 1963 wurde diese Praxis beendet; die davor erteilten falsifizierten Auskünfte blieben davon unberührt [KGB-Instruktion vom 21. Februar 1963 auf Russisch].

Untenstehend finden Sie eine dokumentarische Zusammenstellung aus der Untersuchungsakte Karl Vogels (siehe das PDF unten nach diesem Beitrag).

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„Der fliegende Teppich“ von Elly Frey erschienen

Mit dem Märchen „Der fliegende Teppich“ wird die neue BKDR-Reihe „Märchen für Groß und Klein“ fortgesetzt. Diese Buchreihe zeigt, wie Märchen mit realen Ereignissen und außergewöhnlichen Menschen verbunden sind.

Erstellt mit: mockups-design.com

Viele Märchen, die wir heute lesen, basieren auf wirklichen Begebenheiten, die über Jahrhunderte erzählt, mit neuen Bildern bereichert und von verschiedenen Erzählern lebendig gemacht wurden und so weiterleben. In unserer Kindheit wurden uns allen wunderbare Geschichten, Mythen und Legenden erzählt. Mythen sind von Geheimnissen umhüllt, Märchen voller Zauber, epische Geschichten bewahren die Heldentaten ganzer Völker und verweben sie mit den Ereignissen der Vergangenheit. Mit der Zeit können sich epische Geschichten zu magischen Märchen entwickeln. Solange Märchen von Generation zu Generation weitergegeben werden, leben sie in unserer Erinnerung und Fantasie weiter und damit auch im kollektiven Gedächtnis des Volkes. Mit einem wissenschaftlichen Kommentar von Dr. Olga Litzenberger. Zum Inhalt:

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Erfolgreiche Leipziger Buchmesse 2026

Die Leipziger Buchmesse (LBM) 2026 ist seit vergangenem Sonntagabend beendet. Wir blicken auf eine erfolgreiche Messezeit mit zahlreichen guten Gesprächen, neuen Vernetzungen, großem und stetig wachsendem Interesse sowie auf zwei gewinnbringende Lesungen zurück. Erfreulicherweise konnte die LBM in diesem Jahr zudem mit 300.000 Besuchern einen neuen Besucherrekord aufstellen.

Der letzte Messetag auf der LBM brachte noch einmal eine sehr gut besuchte Lesung, die wir in Kooperation mit dem Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) organisiert hatten. Elli Unruh und Max Schatz stellten dabei ihre vor Kurzem erschienenen Bücher vor. Eine besondere Erwähnung verdient zudem, dass Elli Unruhs Buch Fische im Trüben (Transit Verlag) für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 nominiert war. Am Ende schaffte sie es unter die fünf besten Belletristik-Neuerscheinungen – ein großer Erfolg, auf den man sehr stolz sein kann!

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2. Lesung auf der Leipziger Buchmesse 2026

Bis einschließlich heute um 18 Uhr haben Sie nochmals die Möglichkeit, uns an unserem Messestand auf der Leipziger Buchmesse zu besuchen:

Halle 4, Stand E102

Nach der gestrigen Lesung, in der Rosenstern und Jürchott das im BKDR Verlag neu aufgelegte Buch „In den Fängen der Zeit“ von Nelli Kossko vorstellten, haben Sie heute noch einmal die Möglichkeit einer Lesung mit BKDR und LITO-Beteiligung beizuwohnen.

Im Rahmen der zweiten Lesung am 22. März, 11:30 Uhr, stellen Elli Unruh und Max Schatz ihre vor Kurzem erschienenen Bücher vor.

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+++ BEWERBUNGSAUFRUF +++

Kunst-am-Bau Wettbewerb für den Neubau des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland (BKDR)

Das Staatliche Bauamt Nürnberg lobt einen geladenen, einphasigen Kunst-am-Bau-Wettbewerb für zwei Standorte mit vorgeschaltetem, offenen Bewerbungsverfahren aus. Teilnahmeberechtigt sind professionelle Künstlerinnen und Künstler sowie Künstlergemeinschaften. Die Professionalität ist nachzuweisen durch einen Lebenslauf inklusive eines Nachweises eines abgeschlossenen Studiums an einer (Fach-) Hochschule/ Akademie im Bereich Bildender Kunst oder Gestaltung oder durch eine Mitgliedschaft in einem künstlerischen Berufsverband, ein Ausstellungsverzeichnis von eigenen Kunstwerken in öffentlichen Ausstellungen und durch max. drei aussagefähige Referenzen bereits realisierter Kunstwerke an öffentlichen Orten. Eine gezielte Förderung und Beteiligung von jungen künstlerischen Positionen wird angestrebt. Künstlerinnen und Künstler, die ihren akademischen Abschluss im Jahr 2020 oder später gemacht haben, können sich mit einem Motivationsschreiben bewerben.

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Online-Lesung mit Prof. Dr. René Krüger

Gestern fand unsere Online-Lesung zur Buchvorstellung „Mer hän doch so glacht! Wolgadaitsche Witze, in Argentinie verzählt“ statt. Rund 20 Teilnehmer verfolgten via ZOOM die unterhaltsame Präsentation von Prof. Dr. René Krüger.

Das Buch von Zully Bauer und René Krüger, das im Februar 2026 im BKDR Verlag erschienen ist, versammelt wolgadeutsche Witze, Anekdoten und humorvolle Geschichten aus Argentinien. Viele dieser Erzählungen wurden über Generationen hinweg mündlich weitergegeben und sind ein wertvoller Teil des kulturellen Erbes der Wolgadeutschen.

Prof. Dr. René Krüger gab spannende Einblicke in die Entstehung des Buches und berichtete über die jahrelange Sammlung dieser humorvollen Geschichten innerhalb der wolgadeutschen Gemeinschaft in Argentinien.

Wir danken Prof. Dr. René Krüger herzlich für die interessante Lesung sowie Zully Bauer für ihre wichtige Mitwirkung an diesem Buchprojekt. Ebenso danken wir allen Teilnehmern für ihr Interesse und die schöne gemeinsame Veranstaltung.

BKDR-Kalenderblatt des Monats „März 2026“

Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „März 2026“ präsentieren. Konkret geht es hierbei um Nelly Wacker. Sie zählt zu den bekanntesten russlanddeutschen Lyrikerinnen.

Geboren in einer Lehrerfamilie als Nelly Bäuerle auf der Krim. Ihr Vater wurde 1934 zu sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt und starb auf dem Weg ins Lager. Nelly Wacker studierte bis 1939 Germanistik in Engels (ohne Abschluss) und wirkte als Lehrerin für Deutsch und Russisch in Aserbaidschan.

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BKDR-Bildungsreise nach Argentinien 2025

Die Bildungsreise des Kulturzentrums BKDR führte vom 26. August bis zum 7. September 2025 nach Argentinien und stand unter dem Leitmotiv „Auf wolgadeutschen Spuren in Argentinien“. Ziel der Reise war es, sowohl die Geschichte und kulturellen Wurzeln der Wolgadeutschen zu erforschen als auch Einblicke in das heutige Leben ihrer Nachfahren in Argentinien zu gewinnen.

Im Rahmen des Programms besuchten die Teilnehmer mehrere Siedlungen und Städte in der Provinz Entre Ríos, darunter Crespo und Gualeguaychú, sowie verschiedene historische deutsche Kolonien. Museumsbesuche, Begegnungen mit lokalen Vereinen und kulturelle Veranstaltungen ermöglichten einen direkten Austausch mit den dort lebenden Gemeinschaften und boten vielfältige Einblicke in ihre Traditionen und ihre kulturelle Identität.

Die Bildungsreise verband damit historische Auseinandersetzung mit persönlichem Austausch und eröffnete den Teilnehmern die Gelegenheit, die bis heute lebendige Kultur der wolgadeutschen Nachfahren in Argentinien kennenzulernen.

Wir wünschen viel Spaß mit dem Video zur BKDR-Bildungsreise nach Argentinien!

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BKDR und LITO stellen gemeinsam Bücher auf der Leipziger Buchmesse 2026 vor

Der BKDR Verlag und der Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) werden erneut auf der Leipziger Buchmesse (LBM) 2026 mit einem gemeinsamen Bücherstand vertreten sein. Die renommierte Buchmesse findet vom 19. bis zum 22. März statt. Am 21. sowie am 22. März werden wir außerdem unmittelbar auf dem Messegelände zwei Lesungen mit Büchern von Nelli Kossko und mit Elli Unruh und Max Schatz organisieren. Artur Rosenstern und Carola Jürchot werden die Lesungen moderieren.

(c) Fotos: Privatarchiv und BKDR.

Bei der ersten Lesung am Samstag, 21. März um 10:30 Uhr, werden Rosenstern und Jürchott das im BKDR Verlag neu aufgelegte Buch „In den Fängen der Zeit“ von Nelli Kossko vorstellen. Und zwar im Forum Globale Perspektiven (Halle 4, E303).

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