Spatenstich für das Kulturzentrum BKDR: Ein geschichtsträchtiger Meilenstein für die Deutschen aus Russland in Bayern

Nürnberg, 29. Juni 2026 – Mit dem feierlichen Spatenstich für das Kulturzentrum BKDR wurde heute ein bedeutendes Vorhaben auf den Weg gebracht, dessen politische Grundlage bereits am 18. April 2018 geschaffen wurde. In seiner ersten Regierungserklärung kündigte der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder die Errichtung eines Kulturzentrums für die Deutschen aus Russland an. Am 18. Januar 2019 folgte dann die feierliche Schlüsselübergabe an das neu gegründete Kulturzentrum BKDR, das seither übergangsweise seine Arbeit in der Sandstraße 20A in Nürnberg aufgenommen hat.

Mit dem heutigen Spatenstich wird nun ein weiterer geschichtsträchtiger Meilenstein erreicht: Der Bau des Kulturzentrums beginnt und damit nimmt ein bundesweit einzigartiges Projekt konkrete Gestalt an. Das Kulturzentrum BKDR ist bis heute die einzige Einrichtung dieser Art in Deutschland und soll künftig als zentraler Ort der Begegnung, Kulturpflege und Erinnerung für die Deutschen aus Russland dienen.

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Die Siedlung Sarepta als Keimzelle des Fortschritts

(Dokument des Monats)

Die ehemalige Herrnhuter Siedlung Sarepta an der Wolga – heute ein Stadtteil von Wolgograd – entwickelte sich nach ihrer Gründung im Jahr 1765 nach und nach zu einer Keimzelle des Fortschritts in dieser ansonsten wenig entwickelten Gegend. Das bezog sich nicht nur auf die Wirtschaft beziehungsweise auf neue landwirtschaftliche und gewerbliche Zweige, etwa die Herstellung des Textilstoffs Sarpinka oder die ersten Senf- und Tabakfabriken in Russland. Auch im wissenschaftlichen Bereich brachte die Kolonie zahlreiche Natur- und Gelehrte hervor, darunter so herausragende Persönlichkeiten wie Joseph Christian Hamel (1788–1862), Mitglied der russ. Akademie der Wissenschaften, und den Entomologen Alexander Becker (1819–1901).

Die restaurierte ev.-luth. Kirche in Sarepta
© Wladimir Kakorin (2021).

Zu diesem Kreis zählte auch eine stattliche Anzahl interessierter Sammler, die viele der in dieser Gegend vorkommenden „Naturbesonderheiten“ entdeckten und später Museen sowie anderen wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung stellten. Einer von ihnen war Alexander Knobloch, über den uns leider nur sehr wenige Informationen zur Verfügung stehen. Er war Fabrikant und zugleich ein leidenschaftlicher Fossiliensammler.

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Der Tag der offenen Tür im Wohnstift am Tiergarten in Nürnberg

Der Tag der offenen Tür im Wohnstift am Tiergarten in Nürnberg am 20. Juni 2026 war ein voller Erfolg. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, das Wohnstift kennenzulernen und sich an den vielfältigen Informationsständen über das umfangreiche Angebot, die Wohnmöglichkeiten und das Leben im Wohnstift zu informieren.

Im Rahmen des abwechslungsreichen Programms gestaltete das BKDR-Orchester unter der Leitung von Ewald Oster gemeinsam mit Sängerin Helena Goldt den musikalischen Teil des Nachmittags. Unter dem Motto „Klangvolle Sommergrüße – goldene Melodien & Swing“ sorgten die Musiker für eine angenehme Atmosphäre im Stiftspark und begleiteten den gelungenen Tag mit einem abwechslungsreichen Programm.

Wir blicken auf eine rundum gelungene Veranstaltung mit vielen interessanten Gesprächen, schönen Begegnungen, wichtiger Vernetzung und bester Stimmung zurück.

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Einladung zur Fachtagung: „Die Kaukasiendeutschen: Kultur, Geschichte und Gegenwart“

Wann? 24. – 26. Juli 2026
Wo?    Der Heiligenhof, Alte Euerdorfer Str. 1, 97688 Bad Kissingen

Der Teilnehmerbeitrag für die dreitägige Veranstaltung incl. Programm, Verpflegung, Kurtaxe und Unterbringung in einem Doppelzimmer liegt bei 94 € pro Person. Der Einzelzimmerzuschlag beträgt 20 €.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Weitere Informationen, das ausführliche Programm sowie die Möglichkeit zur Onlineanmeldung finden Sie HIER!

Dieses Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert. 

BKDR-Bildungsreise 2026 „Auf deutschen Spuren in Georgien“

Werte Damen und Herren,

unsere diesjährige BKDR-Bildungsreise nach Georgien ist ausgebucht. Wir freuen uns sehr über das rege Interesse an unseren Angeboten. Aktuell besteht eine Warteliste.

Vom 23. September (Mittwoch) bis zum 1. Oktober (Donnerstag) 2026 findet heuer erneut eine BKDR-Bildungsreise unter dem Titel „Auf deutschen Spuren in Georgien“ statt. Enthalten sind dabei vier Tage geführtes Programm sowie drei Tage zur individuellen Freizeit.

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Vernissage: „DAS GEBET im Leben der Russlanddeutschen“ in der Kirche St. Pölten in Weilheim in Oberbayern

Gestern durften wir die feierliche Eröffnung der Ausstellung „DAS GEBET im Leben der Russlanddeutschen“ in der Kirche St. Pölten in Weilheim in Oberbayern erleben.

Unser herzlicher Dank gilt allen Organisatoren, Helfern und Mitwirkenden für die gute Vorbereitung, den freundlichen Empfang und die Gastfreundschaft der Gemeinde. Besonders danken wir auch Irma Streck, deren Werke zum Vaterunser einen zentralen Teil der Ausstellung bilden.

Ebenso bedanken wir uns für den gelungenen und ansprechenden Gottesdienst, der den Rahmen für die Vernissage bildete, sowie für die Möglichkeit, diese besondere Ausstellung präsentieren zu dürfen.

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Wir trauern um Dr. Anton Bosch

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Dr. Anton Bosch, der am 15. Juni 2026 im Alter von 91 Jahren in Nürnberg verstorben ist.

(c) Privatarchiv Familie Bosch.

Wir verlieren mit ihm einen geschätzten Menschen, dessen Engagement, Wissen und Persönlichkeit uns in dankbarer Erinnerung bleiben werden.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

Anton Bosch, geb. am 28.10.1934, war ein wichtiger Zeitzeuge seiner Epoche. Er stammte aus der ehemaligen deutschen Siedlung Kandel, die im 19. Jahrhundert in der Nähe von Odessa von deutschen Umsiedlern gegründet wurde. Er überlebte das stalinistische Terrorregime, die reichsdeutsche Besatzung der Ukraine, die Flucht vor der heranrückenden Roten Armee in den Westen sowie die von den Sowjetmachthabern durchgesetzte massenhafte Rückführung in Lager und Sondersiedlungsgebiete der UdSSR. Auch die damit verbundene sozialpolitische Entrechtung in den Jahren der Kommandantur-Aufsicht (bis 1956) prägte sein Leben. 1974 gelang ihm die langersehnte Ausreise in die BRD, wo er schließlich 2009 für sein unermüdliches ehrenamtliches Engagement für die Belange der Russlanddeutschen sowie seine aktive Forschungstätigkeit und Publikationen das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielt. In diesem Buch lässt er uns an dem spannungsreichen Leben seiner Familie bis zu deren Ausreise aus der Sowjetunion teilhaben.

BKDR – Bayerisches Kulturzentrum der Deutschen aus Russland
HFDO – Historischer Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa

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Historisches Ortslexikon der Wolgadeutschen, Band 4 (J-K), erschienen

Dieses mehrbändige historische Ortslexikon ist einem Phänomen gewidmet, das heute zwar nicht mehr existiert, jedoch tiefe und deutlich erkennbare Spuren in Russlands Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts hinterlassen hat. Es geht um die etwa 300 Siedlungen bzw. Kolonien an der Wolga, die hauptsächlich von deutschen Umsiedlern teils schon im 18. Jahrhundert gegründet wurden. Das vorliegende Lexikon bietet komprimiertes Basiswissen – angereichert mit zahlreichen Illustrationen und Fotografien – zur Geschichte ehemaliger deutscher Kolonien und darüber hinaus der Deutschen, die in großen Städten der Wolga-Region gelebt und gewirkt haben.

Doch was wissen wir über die sogenannten Wolgadeutschen? Wie verlief ihre Geschichte und was machte ihre Kultur aus? Die Gliederung der einzelnen Artikel wurde nach einem bereits in den Bänden 1 bis 3 bestimmten Schema beibehalten. Sie enthält folgende Punkte: Angaben zur administrativ-territorialen Zugehörigkeit einer Siedlung einschließlich der Beschreibung ihrer Lage, die namentliche Ersterwähnung sowie bekannte historisch bedingt Ortsnamenabweichungen, Daten zur Entwicklung einer Siedlung, zu Besonderheiten der örtlichen (Land-)Wirtschaft sowie zur Bevölkerungsstatistik, zur Kirchen- und Schulbildungsgeschichte; Hinweise auf relevante Archivquellen und ortsbezogene historische Literatur. Die übersichtliche Gliederungsstruktur der einzelnen Artikel erlaubt die Verwendung des Lexikons als praktisches Nachschlagewerk, erleichtert auch die Suche nach Informationen für alle Leserinnen und Leser, die sich für die Ahnenforschung interessieren. Der Ausgabe liegen zahlreiche Quellen in erster Linie aus Archiven von Saratow, Engels, Samara und Wolgograd sowie Illustrationen aus diversen Archiven, Museen und Privatsammlungen zugrunde, die ergänzend zur Veranschaulichung des Lexikoninhalts dienen.

Die Autorin:

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Kalenderblatt des Monats „Juni 2026“ mit Viktor Heinz

Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „Mai 2026“ präsentieren. Konkret geht es hierbei um Viktor Heinz.

Viktor Heinz: Der Dramatiker, Lyriker, Romanist und Förderer von jungen Talenten.

* 10. Oktober 1937 in Schöntal (Nowoskatowka) bei Omsk, UdSSR.
† 11. Juni 2013 in Göttingen, Deutschland.

Leben und Werk

Geboren in der Familie eines Lehrers, der politisch verfolgt wurde. Ab 1959 studierte Heinz Germanistik an der Pädagogischen Hochschule in Nowosibirsk. Ab 1963 arbeitete er als Dozent an der Pädagogischen Hochschule in Omsk und promovierte 1971 zu oberhessischen Mundarten im Gebiet Omsk. Von 1974 bis 1984 war Heinz Lehrstuhlinhaber für Fremdsprachen an der Hochschule in Petropawlowsk (Kasachstan), ab 1984 in der Literaturredaktion der Zeitung Freundschaft (Alma-Ata), die er bis zu seiner Ausreise nach Deutschland (1992) leitete. Für das Deutsche Theater in Kasachstan verfasste er das bekannte Stück Auf den Wogen der Jahrhunderte, in dem er das tragische Schicksal der Russlanddeutschen zum Thema machte. Damit brach er ein Tabu. 1995 war Heinz Mitbegründer des Literaturkreises der Deutschen aus Russland. Für sein Engagement sowie seine Werke wurde er 2002 mit der Ehrengabe des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

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Literatursalon in München – mit Elli Unruh und Max Schatz

ANKÜNDIGUNG!

Wann: 07. Juli 2026, 19:00 Uhr

Wo: Haus des Deutschen Ostens (HDO), Am Lilienberg 5, München

Wer: Elli Unruh und Max Schatz; Wer noch: Patricia Erkenberg und Artur Rosenstern (Moderation)

Das Kulturzentrum BKDR und das Haus des Deutschen Ostens (HDO) laden in Kooperation mit dem Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) zu einem Literatursalon ein. Das Format „Literatursalon“ möchte vor allem jungen Autorinnen und Autoren die Möglichkeit bieten, ihre Neuerscheinung aus der Sparte der sogenannten „russlanddeutschen“ Literatur vorzustellen und darüber vor dem Publikum ins Gespräch zu kommen.  Unter dem Begriff „Russlanddeutsche Literatur“ versteht man heutzutage für gewöhnlich die Literatur von deutschen Autorinnen und Autoren, die aus den Nachfolgeländer der Sowjetunion stammen, entweder dort geboren oder aufgrund der eigenen Familiengeschichte (durch Eltern, Großeltern etc.) in ihrem Schaffen eine gewisse Vorliebe für Geschichte und Kultur der Deutschen aus ebendiesen Ländern hegen.   

Am 7. Juli 2026 folgen unserer Einladung nach München die junge Autorin Elli Unruh mit ihrem Debütroman „Fische im Trüben“ und Max Schatz mit seinem neuen Erzählband „Sonnen und Kometen“. Beide Bücher sind Anfang September 2025 erschienen und wurden bereits im Dezember im Rahmen eines Literatursalons im Haus der Heimat Nürnberg sowie auf der Leipziger Buchmesse 2026 vorgestellt.  

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