Wir trauern um Dr. Anton Bosch

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Dr. Anton Bosch, der am 15. Juni 2026 im Alter von 91 Jahren in Nürnberg verstorben ist.

(c) Privatarchiv Familie Bosch.

Wir verlieren mit ihm einen geschätzten Menschen, dessen Engagement, Wissen und Persönlichkeit uns in dankbarer Erinnerung bleiben werden.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

Anton Bosch, geb. am 28.10.1934, war ein wichtiger Zeitzeuge seiner Epoche. Er stammte aus der ehemaligen deutschen Siedlung Kandel, die im 19. Jahrhundert in der Nähe von Odessa von deutschen Umsiedlern gegründet wurde. Er überlebte das stalinistische Terrorregime, die reichsdeutsche Besatzung der Ukraine, die Flucht vor der heranrückenden Roten Armee in den Westen sowie die von den Sowjetmachthabern durchgesetzte massenhafte Rückführung in Lager und Sondersiedlungsgebiete der UdSSR. Auch die damit verbundene sozialpolitische Entrechtung in den Jahren der Kommandantur-Aufsicht (bis 1956) prägte sein Leben. 1974 gelang ihm die langersehnte Ausreise in die BRD, wo er schließlich 2009 für sein unermüdliches ehrenamtliches Engagement für die Belange der Russlanddeutschen sowie seine aktive Forschungstätigkeit und Publikationen das Bundesverdienstkreuz am Bande erhielt. In diesem Buch lässt er uns an dem spannungsreichen Leben seiner Familie bis zu deren Ausreise aus der Sowjetunion teilhaben.

BKDR – Bayerisches Kulturzentrum der Deutschen aus Russland
HFDO – Historischer Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa

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Historisches Ortslexikon der Wolgadeutschen, Band 4 (J-K), erschienen

Dieses mehrbändige historische Ortslexikon ist einem Phänomen gewidmet, das heute zwar nicht mehr existiert, jedoch tiefe und deutlich erkennbare Spuren in Russlands Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts hinterlassen hat. Es geht um die etwa 300 Siedlungen bzw. Kolonien an der Wolga, die hauptsächlich von deutschen Umsiedlern teils schon im 18. Jahrhundert gegründet wurden. Das vorliegende Lexikon bietet komprimiertes Basiswissen – angereichert mit zahlreichen Illustrationen und Fotografien – zur Geschichte ehemaliger deutscher Kolonien und darüber hinaus der Deutschen, die in großen Städten der Wolga-Region gelebt und gewirkt haben.

Doch was wissen wir über die sogenannten Wolgadeutschen? Wie verlief ihre Geschichte und was machte ihre Kultur aus? Die Gliederung der einzelnen Artikel wurde nach einem bereits in den Bänden 1 bis 3 bestimmten Schema beibehalten. Sie enthält folgende Punkte: Angaben zur administrativ-territorialen Zugehörigkeit einer Siedlung einschließlich der Beschreibung ihrer Lage, die namentliche Ersterwähnung sowie bekannte historisch bedingt Ortsnamenabweichungen, Daten zur Entwicklung einer Siedlung, zu Besonderheiten der örtlichen (Land-)Wirtschaft sowie zur Bevölkerungsstatistik, zur Kirchen- und Schulbildungsgeschichte; Hinweise auf relevante Archivquellen und ortsbezogene historische Literatur. Die übersichtliche Gliederungsstruktur der einzelnen Artikel erlaubt die Verwendung des Lexikons als praktisches Nachschlagewerk, erleichtert auch die Suche nach Informationen für alle Leserinnen und Leser, die sich für die Ahnenforschung interessieren. Der Ausgabe liegen zahlreiche Quellen in erster Linie aus Archiven von Saratow, Engels, Samara und Wolgograd sowie Illustrationen aus diversen Archiven, Museen und Privatsammlungen zugrunde, die ergänzend zur Veranschaulichung des Lexikoninhalts dienen.

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