Theodor Hummel, der „Vater der Kaukasusdeutschen“

Theodor Hummel (1866–1944) ist beinahe jedem ehemaligen Kaukasusdeutschen sowie jedem Historiker, der zum Transkaukasus forscht, bekannt. Hummel wird nicht selten überspitzt als „Vater der Kaukasusdeutschen“ bezeichnet. Seine außerordentlichen Verdienste um die Interessenvertretung nicht nur seines Heimatdorfes Helenendorf, sondern sämtlicher kaukasusdeutscher Siedlungen sind unbestritten. Zur historischen Wahrheit gehört jedoch auch, dass er aufgrund seiner antikommunistischen Gesinnung das NS-Regime in Deutschland und dessen Ideologie weitgehend unkritisch betrachtete.
Pastor Johannes Schleuning (1879–1961) veröffentlichte im Heimatbuch der LmDR von 1956 eine Biografie dieser herausragenden Persönlichkeit und wies darin auf Hummels tragischen Tod hin: Während des schweren Bombardements der Stadt Darmstadt in der Nacht vom 11. auf den 12. September 1944 seien Hummel, seine Ehefrau Helene, geb. Kehrer (1871), sowie die beiden Töchter Lilly (geb. 1895) und Helene (geb. 1905) in den Trümmern ums Leben gekommen.[1]
Im Nachlass des Pastors Schleuning wurden nun zwei Briefe von Theodor Hummels Sohn aus den Jahren 1954 und 1955 gefunden. Darin berichtete der Sohn, der ebenfalls Theodor hieß (geb. 1902), über das Schicksal seiner Familie und übersandte dem Pastor zugleich den von seinem Vater selbstverfassten Lebenslauf. Das Dokument enthält darüber hinaus eine vollständige Publikationsliste von Th. Hummel senior. Auch wenn der Beitrag im Heimatbuch größtenteils auf diesen autobiografischen Aufzeichnungen beruht, erscheint es uns wichtig, die bislang unveröffentlichte Original(ab)schrift [2] der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
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