Eröffnungsrede des ersten Direktors der Halbstädter Kommerzschule, Peter Wiens

(Dokument des Monats)

Die Halbstädter Kommerzschule des Mennonitischen Bildungsvereins war eine moderne Bildungseinrichtung der deutschen Siedler im Schwarzmeergebiet. Über diese Mittelschule haben wir bereits einmal berichtet (siehe hier … ) Ihr erster Direktor, Peter Wiens, hat bei der feierlichen Eröffnung der Schule am 21. Oktober 1909 in Halbstadt, Gouvernement Taurien, eine aufsehenerregende Eröffnungsrede gehalten, die in der Zeitung „Friedensstimme“, Nr. 44 vom 31. Oktober 1909, S. 5-7, abgedruckt wurde:

Ausschnitt aus der Zeitung „Friedensstimme, Nr. 44, 1909.

Neben einigen konkreten Details zu dem Lehrbetrieb und so manch einigen historischen Exkursen in Bezug auf die Anfänge und Entwicklungen des europäischen Handelsschulwesens ging der Direktor auf die damals aktuellen, allgemeinen Fragen der Bildung ein:

Unter Bildung versteht man im allgemeinen den geistigen Zustand als Ergebnis des Bildens durch Unterrichten und Erziehen. Beide Seiten halten wir gleich hoch und wichtig… Die Bildung, die wir unseren Schülern geben wollen, soll nicht einseitig, sondern ein harmonisches Ganzes sein, indem wir vor Verbildung und Halbbildung zu bewahren suchen durch Ausbildung des Verstandes, des Gefühls und des Willens.

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BKDR-Bildungsreise nach Georgien

Deutsche bzw. schwäbische Spuren prägen Georgien bis heute. Besonders eindrucksvoll lässt sich dieses Kulturerbe in Bolnisi, Asureti und Trialeti entdecken.

Ab 1817 kamen zahlreiche Siedler aus Württemberg in den Südkaukasus. Sie gründeten eigene Gemeinden, bauten Häuser, Kirchen und Schulen und brachten ihre Erfahrungen in Landwirtschaft, Weinbau und Handwerk ein. Noch heute erinnern viele Gebäude und Ortsstrukturen an diese Zeit.

Bolnisi, das frühere Katharinenfeld, entwickelte sich zu einer der bedeutendsten deutschen Siedlungen Georgiens. Im historischen deutschen Viertel sind noch Fachwerkhäuser, alte Straßenstrukturen und weitere Zeugnisse der ehemaligen Gemeinde erhalten.

Assureti, einst Elisabethtal, wurde 1818 von deutschen Siedlern gegründet. Bis heute zeugen historische Wohnhäuser, die ehemalige evangelisch-lutherische Kirche und der deutsche Friedhof von der Geschichte des Ortes.

Auch Trialeti hat deutsche Wurzeln. Der Ort hieß früher Alexandershilf und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von Familien gegründet, die aus Elisabethtal kamen. Besonders die Milchwirtschaft und Käseproduktion spielten hier eine wichtige Rolle. Ein weithin sichtbares Zeugnis dieser Vergangenheit ist die 1906 errichtete evangelisch-lutherische Kirche.

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„Kalenderblatt des Monats“ mit Robert Weber: Der Hoffnungsträger der sowjetdeutschen Literatur

Heute präsentieren wir Ihnen das Kalenderblatt des Monats „September 2026“ mit Robert Weber.

Geb.: 1. Januar 1938 in Pawlowski Possad bei Moskau.
Gest.: 26. Mai 2009 in Augsburg.

Leben und Werk:

Robert Weber lebte ab 1942 bei seinen Großeltern im sibirischen Sarbala bei Kemerowo, weil seine Eltern zur Zwangsarbeit im Norden Russlands eingezogen worden waren. Seine Mutter wurde 1944 aus dem Arbeitslager entlassen. Von 1957 bis 1960 studierte R. Weber Medizin (ohne Abschluss). Von 1961 bis 1966 studierte er mit Erfolg Deutsch und Englisch an der renommierten Pädagogischen Maurice-Thorez-Hochschule in Moskau und arbeitete anschließend als Englischlehrer.

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Erlebnisreicher Start der diesjährigen Bildungsreise nach Georgien

Unsere Bildungsreise begann mit einer Stadtrundfahrt „auf deutschen Spuren“ durch Tiflis, Georgiens Hauptstadt. Dabei vermittelte Rainer Kaufmann, langjähriger Herausgeber der deutschsprachigen Zeitung „Kaukasische Post“, authentische Einblicke u.a. in die Entwicklung des Landes während der vergangenen 20 Jahre.

Anschließend waren wir zu Gast im Hauptsitz der Assoziation der Deutschen Georgiens „Einung“. Alexander Feldmaier berichtete dort über die Arbeitsschwerpunkte der von der Bundesrepublik Deutschland geförderten Organisation.

Beim Besuch der evangelisch-lutherischen Versöhnungskirche wurden wir von Rolf Bareis, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Georgien und dem Südlichen Kaukasus, begrüßt. Auf eine gemeinsame Andacht mit der Pastorin Irina Solej folgte eine Führung durch das angegliederte Altersheim.

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Asanovo – Eine der ältesten deutschen Siedlungen im Norden Kasachstans

Die Geschichte einer der ältesten deutschen Siedlungen im Norden Kasachstans begann im Jahr 1908, als deutsche Siedler aus dem Gouvernement Cherson Land von einem örtlichen Grundbesitzer kauften und pachteten. Im Laufe der Zeit wuchs das kleine Asanovo: Es entstanden eine eigene Schule, ein Geschäft und eine Ambulanz. Unter den Einwohnern entwickelte sich zudem ein einzigartiger „Asanovoer“ Dialekt, der mehrere deutsche Mundarten miteinander verband. In den Jahren der Revolution emigrierte ein Teil der einheimischen Deutschen, die die Sowjetmacht nicht akzeptierten, nach Kanada.

In den 1990er Jahren erfasste Asanovo erneut eine Welle der Massenauswanderung, diesmal nach Deutschland: Jährlich verließen bis zu 150 Menschen das Dorf und nahmen dabei wertvolle berufliche und administrative Erfahrungen mit. Heute gehören die meisten noch dort lebenden Deutschen zu den Alteingesessenen, die nahezu ihr gesamtes Leben in Asanovo verbracht haben.

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Präsentation des Literaturalmanachs „Unser Schnee von heute“ im Brecht-Haus in Berlin

Mit Eleonora Hummel, Melitta L. Roth, Artur Rosenstern und Edwin Warkentin (Moderation)

Berlin. Am 9. Oktober, Freitag, stellten Autorinnen und Autoren Melitta Roth, Eleonora Hummel und Artur Rosenstern im Literaturforum des Brechthauses in Berlin, um 19.00 Uhr, den Jubiläumsalmanach des Literaturkreises der Deutschen aus Russland (LITO) sowie einige aktuelle Texte vor. Die Ausgabe des Almanachs mit dem Titel „Unser Schnee von heute“ war anlässlich des 30. Jubiläums des Literaturkreises der Deutschen aus Russland im BKDR Verlag erschienen. Aspekte wie Fremdsein, Identitäts- und Heimatverlust und die Suche nach einer neuen Heimat sind in unserer von Migration geprägten Gegenwart aktueller denn je. Aufgrund ihrer wechselhaften und zum Teil tragischen Geschichte haben die Deutschen aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion einen besonderen Bezug zu diesen Themen entwickelt. Die Lesung findet statt anlässlich der Preisverleihung des Georg-Dehio-Kulturpreises 2026 (Förderpreis) an den Literaturkreis der Deutschen aus Russland e.V. Der Verein erhält diesen bekannten Kulturpreis für seine inzwischen 30-jährige Tätigkeit. Moderiert wird die Lesung von Edwin Warkentin, dem Kulturreferenten für Russlanddeutsche in Detmold.

Die Lesung ist eine Veranstaltung des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland Nürnberg (BKDR) und dem Kulturreferat für Russlanddeutsche am Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte.
Details zur Verleihung des G. Dehio-Kulturpreises 2026 am 8. Oktober in Berlin finden Sie hier …

Informationen zu den lesenden Autor/inn/en:

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Vernissage zur Ausstellung „Grundlinien russlanddeutscher Geschichte“ im Neuen Rathaus Nürnberg

Am gestrigen Montagabend wurde im ehrwürdigen Neuen Rathaus der Stadt Nürnberg die BKDR-Wanderausstellung „Grundlinien russlanddeutscher Geschichte“ feierlich eröffnet. Zahlreiche Gäste waren der Einladung zur Vernissage gefolgt, um sich mit der wechselvollen und ereignisreichen Geschichte, den Erfahrungen und dem kulturellen Erbe der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum auseinanderzusetzen.

Ein besonderer Dank des Kulturzentrums BKDR gilt hierbei Werner Henning, CSU-Stadtrat in Nürnberg, für seine tatkräftige Unterstützung bei der Realisierung der Ausstellung im Neuen Rathaus. Durch sein Engagement wurde es ermöglicht, die Ausstellung an diesem besonderen und wirkungsvollen Ort präsentieren zu können. Das Neue Rathaus bietet damit einen würdigen Rahmen, um die Geschichte und das kulturelle Erbe der Russlanddeutschen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Nach der Begrüßung der Gäste durch Stanimir Bugar, Eventmanager des Kulturzentrums BKDR, folgten mehrere Grußworte. Werner Henning (CSU, Stadtrat) sowie Natalie Keller (Bündnis 90/Die Grünen, Stadträtin) richteten persönliche Worte an die Anwesenden und würdigten die Bedeutung der Ausstellung sowie des damit verbundenen kulturellen und historischen Austauschs. Angesichts der Tatsache, dass in Nürnberg etwa 40.000 Deutsche aus der ehemaligen Sowjetunion leben, habe die Ausstellung nicht nur ihre Daseinsberechtigung, sondern es sei vielmehr eine Pflicht, ihre Geschichte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.

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„Die Zauberfeder“: Ein Märchen für Groß und Klein von Elly Frey erschienen

Die Zauberfeder. Vier magische Gegenstände. Eine Welt, in der Tiere sprechen.

Als Friedrich eine verletzte Eule rettet, ahnt er nicht, dass ihn geheimnisvolle Reisen und große Herausforderungen erwarten. Zum Dank erhält er ein wundervolles Geschenk – und versteht plötzlich die Sprache der Tiere. Gemeinsam mit seinem treuen Freund, Storch Askania, erlebt Friedrich unglaubliche Abenteuer, begegnet Tieren aus aller Welt und muss eine Entscheidung treffen, von der das Schicksal vieler Tiere abhängt. Wird es ihm gelingen, seine besondere Gabe zu bewahren? Öffne dieses Buch – und vielleicht wird die Zauberfeder eines Tages auch dich finden.

Das Buch „Die Zauberfeder“ setzt die Reihe „Märchen für Große und Kleine“ fort und macht Kinder (und Erwachsene) mit dem Erbe der Schwarzmeerdeutschen bekannt. In literarischer Form wird hier die Biografie von Friedrich Falz-Fein (1863–1920) lebendig – eines Menschen, dessen Liebe zur Natur das einzigartige Schutzgebiet Askania-Nowa entstehen ließ. Das Märchen verbindet Fantasie und Wirklichkeit: Durch magische Bilder und Abenteuer eröffnet es Kindern die wunderbare Welt der Tiere, während es Erwachsenen von realen Ereignissen und Lebenswegen erzählt. Seine zentrale Botschaft ist einfach und zugleich tief: Wahre Verbundenheit mit der Natur braucht weder Wunder noch Magie. Durch die erzählerische Gestaltung werden Themen wie der Schutz bedrohter Tierarten oder die Beringung von Vögeln zu anschaulichen Bildern. Das Märchen zeigt, dass selbst ein Kind, das Gutes tut, die Welt verändern kann. Die künstlerische Imagination wird zum Schlüssel für das Verständnis der Vergangenheit, und reale Menschen und Ereignisse bleiben im kollektiven Gedächtnis bewahrt.

Bestellen können Sie das Buch beim BKDR Verlag oder im regulären Buchhandel. Preis: 16,- EUR (Hardcover, 76 Seiten in Farbe). Tel.: 0911/89219599 oder per E-Mail an kontakt@bkdr.de.

ISBN 978-3-948589-714, Bestellnummer: 9714.

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+++ Musik für den Frieden im Gemeinschaftshaus Langwasser in Nürnberg +++

Am Samstag, 10. Oktober 2026, lädt das Kulturzentrum BKDR herzlich zur Veranstaltung „Musik für den Frieden“ in das Gemeinschaftshaus Langwasser in Nürnberg ein.

Beginn: 16:00 Uhr (Einlass ab 15:30 Uhr)
Ort: Gemeinschaftshaus Langwasser (Glogauer Str. 50, 90473 Nürnberg)

+++ EINTRITT FREI +++

Freuen Sie sich auf das BKDR-Orchester unter der Leitung von Ewald Oster, die Sängerin Helena Goldt sowie die Tanzgruppe „Surprise“ mit neueinstudierten Stücken und Tänzen!

Begleitend werden die beiden Ausstellungen „Grundlinien russlanddeutscher Geschichte“ und „Einblicke in das religiöse Leben der Russlanddeutschen“ präsentiert.

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Wolgadeutsche aus Argentinien zu Besuch beim BKDR

Wir haben uns sehr über den Besuch von Wolgadeutschen aus Argentinien in unserem Kulturzentrum in Nürnberg gefreut. Im Mittelpunkt des Treffens standen der persönliche Austausch, gemeinsame historische Wurzeln sowie die Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen.

Solche Begegnungen zeigen, wie weit die weltweiten Verbindungen der russlanddeutschen Gemeinschaft reichen und wie wichtig der grenzüberschreitende Austausch für die Bewahrung von Geschichte, Kultur und Erinnerung ist.

Vielen Dank für den Besuch, die tollen Geschenke und die interessanten Gespräche!

Mit Partnern aus Argentinien und für die wolgadeutsche Gemeinschaft in Südamerika hat das Kulturzentrum BKDR in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Projekte umgesetzt. Dazu zählen unter anderem eine Bildungsreise nach Argentinien, , eine Witze-Sammlung im wolgadeutschen Dialekt, die Übersetzung mehrerer BKDR-Publikationen ins Spanische, die Veröffentlichung unseres Videobeitrags „Das bestrafte Volk“ in einer spanischsprachigen Fassung, sowie derzeit neun virtuelle Rundgänge in Argentinien und schließlich die Monografie „Kultur und Identität: Wolgadeutsche Siedlungen in Argentinien“ von Dr. Olga Litzenberger und Sergey Terekhin.

Auch im Bereich der Erinnerungskultur bestehen enge Verbindungen: Unter Federführung von Leandro Hildt und Dr. René Krüger unterstützte das Kulturzentrum BKDR die diesjährige Gedenkveranstaltung in Gualeguaychú anlässlich des 85. Jahrestages der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion mit einem Kranz.

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