BKDR und LITO stellen gemeinsam Bücher auf der Leipziger Buchmesse 2026 vor

Der BKDR Verlag und der Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) werden erneut auf der Leipziger Buchmesse (LBM) 2026 mit einem gemeinsamen Bücherstand vertreten sein. Die renommierte Buchmesse findet vom 19. bis zum 22. März statt. Am 21. sowie am 22. März werden wir außerdem unmittelbar auf dem Messegelände zwei Lesungen mit Büchern von Nelli Kossko und mit Elli Unruh und Max Schatz organisieren. Artur Rosenstern und Carola Jürchot werden die Lesungen moderieren.

(c) Fotos: Privatarchiv und BKDR.

Bei der ersten Lesung am Samstag, 21. März um 10:30 Uhr, werden Rosenstern und Jürchott das im BKDR Verlag neu aufgelegte Buch „In den Fängen der Zeit“ von Nelli Kossko vorstellen. Und zwar im Forum Globale Perspektiven (Halle 4, E303).

Im Rahmen der zweiten Lesung am 22. März, 11:30 Uhr, stellen Elli Unruh und Max Schatz ihre vor Kurzem erschienenen Bücher vor. Artur Rosenstern moderiert die Lesung, die ebenfalls im Forum Globale Perspektiven (Halle 4, E303) stattfindet. Eine Besonderheit erwartet Sie bei der Lesung am Sonntag, 22. März. Denn Elli Unruhs Buch „Fische im Trüben“ (Transit Verlag), das die Autorin dort vorstellen wird, befindet sich unter den 5 Belletristik-Neuheiten, die für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026 nominiert wurden! Die offizielle Bekanntgabe der Preisträgerinnen und Preisträger ist für den 19. März, 16 Uhr, in der großen Glashalle der LBM geplant … (Das Plakat und die Details zur Lesung herunterladen … )  

Den gemeinsamen Stand des BKDR Verlags und des Literaturkreises (LITO) können Sie während der gesamten Messedauer (19.-22. März) in der Halle 4, Stand E102 erreichen. Schauen Sie gern vorbei, wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Details zu den Beteiligten:

Elli Unruh

(c) Manfred Schmid

Elli Unruh erzählt in ihrem Roman „Fische im Trüben“ die Geschichte einer deutsch-mennonitischen Familie, die bis Ende der 1980er-Jahre im Süden Kasachstans lebte. Sie taucht ein in die Zeit ihrer Vorfahren, Großeltern und Eltern. Einprägsam und lebendig schildert sie das Leben von Menschen, die durch den Lauf der Geschichte und ständig wechselnde Lebensumstände und -orte nicht mehr aus noch ein wissen, aber in Traditionen, Religion und eigener Sprache Halt finden. Geschrieben in einer einfachen, poetischen Sprache, die angereichert wird durch das Deutsch, das die Mennoniten aus Westpreußen nach Russland mitgebracht hatten – das Plautdietsch, das bis heute gesprochen wird. Das alles vor dem Hintergrund einer unbekannten, wunderschönen, fruchtbaren Landschaft mit riesigen Apfelplantagen, wilden Flüssen und weiten Steppen.

Jörg Plath rezensierte bereits im Deutschlandfunk dieses Buch und sagte darüber Folgendes:

„Der Roman ist voller Konkreta und atmosphärisch dicht. Weil Unruh den Figuren meist nah ist und der Tonfall dem Mündlichen angenähert, entsteht der Eindruck großer Unmittelbarkeit. Er verdankt sich auch einer ungewöhnlichen Sprache mit altertümlichem Deutsch, dem Plautdietsch. Ein erstaunliches, ganz und gar ungewöhnliches Buch.“   

Max Schatz

(c) Privatarchiv des Autors.

Die im Max Schatz´ Buch „Sonnen und Kometen“ versammelten Erzählungen und Kurzgeschichten geben Einblicke sowohl in das moderne Leben von Menschen mit russlanddeutschem Hintergrund als auch in die tragische Vergangenheit der Deutschen aus den Ländern der ehemaligen UdSSR. Vor allem sind es aber Geschichten über Gewinner und Verlierer, ob in Liebesbeziehungen oder in der Arbeitswelt, ebenso voller Romantik wie Melancholie, aber auch Satire.

Kurzbiografien von den Beteiligten

Elli Unruh, geb. 1987 in Georgijewka (Kasachstan), wuchs in Süddeutschland auf. Sie arbeitet heute im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Für die Fertigstellung ­dieses, ihres ersten Romans erhielt sie eine ­Förde­rung der Kunststiftung sowie des Förderkreises für Schriftsteller/inn/en in Baden-Württemberg. Sie lebt mit ihrer Familie in Stuttgart. Ihr Debütroman erschien am 1. Sept. 2025 beim Berliner Transit Verlag.

Max Schatz, geb. 1981 in Tscheljabinsk (Russland), seit 1992 in Deutschland, ist im zweiten Beruf Übersetzer für Russisch. Er schreibt zweisprachig Prosa und Lyrik. Veröffentlichungen in Anthologien, Almanachen und Literaturzeitschriften Deutschlands, Österreichs und Russlands. Erschienene Bücher (Stand 2025): in Russisch: „Ostrov bandy pyati“ („Die Insel der Fünfer-Bande“, Jugend-Fantasyroman), Verlag „Soyuz pisateley“, Russland, 2019, ISBN: 978-5-00143-054-4; in Deutsch: „Nihilschwimmer“ (Lyrikband mit Sonettenkränzen), ostbooks Verlag, 2020, ISBN: 978-3-947270-09-5; „111 Schachprobleme“ (Schachbuch), Books on Demand, 2024.

Nelli Kossko (29.08.1937-19.02.2026)

(c) BKDR-Archiv.

Geb. 1937 in einer deutschen Siedlung in der Ukraine. Nach Kriegsausbruch mit der Sowjetunion und dem Vormarsch der Wehrmacht wurde Nelli Kossko zusammen mit ihrer Mutter nach Deutschland ausgesiedelt, jedoch nach Kriegsende in die UdSSR zurück verschleppt. Die Sowjets verbannten die Familie in den Norden des europäischen Teils Russlands und anschließend auf die Kolyma im Fernen Osten. Erst nach Stalins Tod durfte Nelli Kossko 1956 den Verbannungsort an der Bering-Straße verlassen und ein Germanistik- und Anglistikstudium an der Pädagogischen Hochschule in Swerdlowsk aufnehmen. Nach Abschluss des Studiums unterrichtete sie Deutsch und deutsche Literatur an diversen Hochschulen. 1975 wanderte sie mit ihrer Familie nach Deutschland aus. Hier war sie mehr als 20 Jahle lang als Redakteurin der Osteuropa-Redaktion bei der „Deutschen Welle“ tätig. Mitte der 90er-Jahre gründete sie die Zeitung „Ost-Express“ (Wostotschny Ekspress) und leitete das Blatt erfolgreich mehrere Jahre lang als Chefredakteurin. Für ihr bemerkenswertes Lebenswerk und unermüdliches Engagement erhielt Nelli Kossko u. a. im Jahre 2008 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Am 19.02.2026 verstarb Nelli Kossko (für uns unerwartet) in Köln. Ihr literarisches Hauptwerk, die Trilogie „In den Fängen der Zeit“, wurde im Januar 2026 im BKDR Verlag neu herausgegeben.