3. Nora-Pfeffer-Literaturpreis (2026)

Ausschreibung / Bereich Literatur und Publizistik

Das Kulturzentrum BKDR und der Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) schreiben zum dritten Mal einen Literaturwettbewerb für junge Autorinnen und Autoren aus.        

Einsendeschluss: 15.04.2026

Nora Pfeffer, „Neues Leben“, 80er-Jahre, Moskau.

Ein Literaturwettbewerb für junge Autorinnen und Autoren im Alter bis 40 J. (einschließlich Jahrgang 1986). Eine unabhängige Jury, bestehend aus etablierten Autorinnen und Autoren, wird sich der eingesandten Beiträge annehmen und je einen Preisträger in folgenden drei Kategorien bestimmen: Prosa, Lyrik und publizistische Beiträge/Essays aus dem Bereich Literatur (z. B. Rezensionen, Autorenporträts, Interviews etc.) Es können unveröffentlichte Kurzgeschichten, Lyrik (max. 10 Gedichte) oder Essay in deutscher Sprache eingereicht werden. Die Ausschreibung ist mit insgesamt 900 EUR dotiert, das Preisgeld wird wie folgt aufgeteilt:

  • Kategorie Kurzgeschichte: 300 EUR
  • Kategorie Lyrikbeitrag: 300 EUR
  • Kategorie Essay bzw. Literaturjournalismus: 300 EUR

Die Gewinnertexte sowie weitere sieben Beiträge werden in der nächsten Anthologie bzw. Almanach des BKDR Verlags und LITO veröffentlicht (voraussichtlich 2026) und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit auf medialen Kanälen des BKDR und seiner Projektpartner verwendet.

Nora Pfeffer als Autorin und das Thema der Ausschreibung

Nora Pfeffer gehörte mit ihrer schriftstellerischen Leistung zu den bedeutendsten russlanddeutschen Autorinnen der Nachkriegszeit. Jahrzehntelang hat sie die Entwicklung der deutschsprachigen Literatur in der ehemaligen Sowjetunion mitgeprägt – als Lyrikerin, Übersetzerin, Nachdichterin, Essayistin und Literatur-kritikerin. Pfeffers Werke sind in mehreren Einzelbänden erschienen, darunter mehrere Bücher für Kinder, Lyriksammlungen und Bücher mit Nachdichtungen. Förderung von jungen Autorinnen und Autoren war stets eines ihrer wichtigsten Anliegen. Um ihre Lebensleistung zu würdigen und die Erinnerung an sie wachzuhalten, wurde 2022 ein ihr gewidmeter Literaturwettbewerb ins Leben gerufen. Mehr über Nora Pfeffer erfahren Sie unter dem Link: https://nora-pfeffer.lmdr.de/

Weiterlesen

„Listen der deutschen Auswanderer nach Russland im 18. Jahrhundert als Quelle für die Familienforschung“ mit Buchautor Andreas Idt

Mit zahlreichen aktiven Teilnehmern – sowohl in Präsenz als auch online – fand 10. Januar 2026 in Nürnberg ein genealogisches Seminar statt, das den Listen deutscher Auswanderer nach Russland im 18. Jahrhundert als einer der wichtigsten Quellen für die Familien- und Ahnenforschung gewidmet war. Veranstalter des Seminars war das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) mit Unterstützung der Ortsgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Nürnberg (Rudi und Dorothea Walter) sowie des Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Osteuropa (Dr. Olga Litzenberger).

Als Referent trat der Historiker und Quellenforscher zur Geschichte der deutschen Kolonisation Russlands Andreas Idt auf. Er ist Autor und Mitautor zahlreicher grundlegender Publikationen, die auf archivalischen Auswandererlisten und Dokumenten des Kolonisationsprojekts Katharinas II. basieren. Diese Werke gelten seit Langem als unverzichtbare Arbeitsinstrumente für Historiker und Genealogen.

In seinem Vortrag berichtete Andreas Idt über die Auswanderung deutscher Kolonisten nach Russland im Jahr 1766, die Wanderungsrouten von St. Petersburg in das Wolgagebiet, die Rolle der sogenannten „Berufer“ als Anwerber und Organisatoren der Migration, die Etappen der Umsetzung des Kolonisationsprojekts Katharinas II. in den Jahren 1763–1775 sowie über die Kuhlberg-Listen und deren Bedeutung für die Rekonstruktion von Familiengeschichten.

Weiterlesen

Kalender 2026: Russlanddeutsche Autorinnen und Autoren

Auch heuer Jahr hat das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Kooperation mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR e. V.) sowie dem Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) und dem Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa (HFDO) einen Jahreskalender mit dem Titel „Russlanddeutsche Autorinnen und Autoren“ herausgegeben.

Russlanddeutsche Autorinnen und Autoren spielen eine zentrale Rolle bei der Vermittlung geschichtlicher und kultureller Aspekte der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum. Durch ihre literarischen Werke, Essays oder auch autobiografischen Texte bewahren sie Erinnerungen an Vertreibung, Deportation, Zwangsarbeit und Migration, die sonst leicht in Vergessenheit geraten könnten oder in der Mehrheitsgesellschaft ohnehin noch nicht hinlänglich bekannt sind. Gleichzeitig geben sie tiefe Einblicke in das Alltagsleben zwischen Kulturen, Sprachen und Identitäten. Ihre Perspektiven eröffnen einen authentischen Zugang zu Erfahrungen, die in offiziellen Geschichtsdarstellungen oft nur am Rande vorkommen oder gar fehlen und schaffen damit ein wichtiges Verständnis für ihr tragisches Schicksal sowie die komplexe Vergangenheit und Gegenwart der Russlanddeutschen.

Weiterlesen

BKDR-Bildungsreihe „Deutsche Siedlungen im Porträt“: Kamenka (ehemals Bähr)

Kurz vor dem Jahreswechsel möchten wir Ihnen noch einen wertvollen Videobeitrag im Rahmen unserer BKDR-Bildungsreihe „Deutsche Siedlungen im Porträt“ präsentieren. Hierbei werden frühere deutsche Siedlungen porträtiert, die sich auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion befanden bzw. heutzutage unter anderen Namen wiederzufinden sind.

Dieses Mal geht es um „Kamenka“ (ehemals Bähr):

Kamenka, ehemals Bähr, war eine deutsche Kolonie der Wolgadeutschen im heutigen Gebiet Saratow (Russland). Sie wurde am 7. Juli 1765 im Zuge der Ansiedlung deutscher Kolonisten unter Zarin Katharina II. gegründet. Die Siedlung entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden Mutterkolonie mit Kirche, Schule und landwirtschaftlicher Prägung. Im 20. Jahrhundert führte die sowjetische Politik, im späteren Verlauf insbesondere die Zwangsdeportation, zum Ende der deutschen Gemeinde. Der Ort besteht heute unter dem russischen Namen „Kamenka“ fort.

Weiterlesen

Statistik des Monats „Dezember 2025“

Über zwei Jahre hinweg haben wir Ihnen im Rahmen der „Statistik des Monats“ wissenswerte Einblicke in die SVR-Studie 2022-1 mit dem Titel „Integration gelungen? Lebenswelten und gesellschaftliche Teilhabe von (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern“ gegeben – heute erscheint die letzte Statistik zu dieser Studie.

Zur Möglichkeit der Präsentation möchten wir sowohl Johannes Graf vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als auch Dr. Nils Friedrichs (wissenschaftlicher Mitarbeiter im wissenschaftlichen Stab des Sachverständigenrates für Integration und Migration) recht herzlich danken und gleichzeitig auf die untenstehenden „Akademischen Viertelstunden“ aufmerksam machen, die im Zuge dessen im BKDR mit den beiden Forschern entstanden sind.

Weiterlesen

Personalkarte eines russlanddeutschen Zwangsarbeiters aus dem Jahr 1942

(Dokument des Monats)

Bekanntlich wurden während des Deutsch-Sowjetischen Krieges in der UdSSR etwa 350.000 Sowjetbürger deutscher Nationalität zur Zwangsarbeit herangezogen. Sie befanden sich daraufhin in Dutzenden Arbeitslagern oder in den eigens dafür geschaffenen „Zonen“, die gezielt einzelnen Industriebetrieben je nach Branche zugeordnet wurden. Alle Arbeitslager standen unter der Verwaltung des NKWD. Das größte Lager dieser Art war Tscheljabmetallurgstroi, das bis August 1942 die Bezeichnung „Bakallag-Bakalmetallurgstroi des NKWD“ trug. Ziel dieses großen Baubetriebs war die Errichtung eines neuen Hüttenkombinats in der Nähe der Uralstadt Tscheljabinsk (zur ausführlichen Geschichte dieses Arbeitslagers und seiner „Bewohner“ siehe den folgenden Aufsatz von Viktor Krieger).

Die Vorderseite der Personalkarte von Gerhard Wolter (c) Viktor Krieger, BKDR.

Unter den 37.086 Zwangsarbeitern dieses Lagers, von denen 85 Prozent Deutsche und der Rest andere zwangsmobilisierte sowjetische Bürgerinnen und Bürger waren – darunter auch welche finnischer, rumänischer, bulgarischer oder ungarischer Herkunft – befand sich ein junger Lehrer namens Gerhard (Grigori) Wolter (1923–1998). Er stammte aus dem Gebiet Schytomyr in der Ukraine und wurde 1941, wie die meisten Sowjetdeutschen, in den Osten bzw. – in seinem Fall – nach Nordkasachstan deportiert. Vielen Landsleuten ist er als Arbeitslager-Chronist bekannt, als jemand, der sein publizistisches und schriftstellerisches Talent für eine gründliche Aufklärung der erbarmungslosen Ausbeutung der deutschen Zwangsarbeiter in den Jahren 1941–1946 einsetzte.

Weiterlesen

Der erste Literatursalon im Haus der Heimat Nürnberg stattgefunden

Der erste Literatursalon im Haus der Heimat Nürnberg hat am 12. Dezember stattgefunden. Organisiert wurde der Literaturabend vom Kulturzentrum BKDR, dem Haus der Heimat Nürnberg (HdH) sowie dem Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) in den Räumen des HdH.

Nach dem Literaturabend (v.l.n.r.): A. Rosenstern, M. Schatz, E. Unruh und N. Keller (c) BKDR.

Das neue Format „Literatursalon“ möchte vor allem jungen Autorinnen und Autoren die Möglichkeit bieten, ihre Neuerscheinung aus dem Bereich der sogenannten „russlanddeutschen“ Literatur vorzustellen und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Unter dem Begriff „Russlanddeutsche Literatur“ versteht man heute üblicherweise die Literatur von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren, die aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion stammen – sei es, weil sie dort geboren wurden oder aufgrund der eigenen Familiengeschichte (durch Eltern, Großeltern etc.) in ihrem Schaffen die Geschichte und Kultur der Deutschen aus ebendiesen Ländern verarbeiten.

Unserer Einladung nach Nürnberg folgten die Autorin Elli Unruh mit ihrem Debütroman „Fische im Trüben“ und Max Schatz mit seinem ersten Erzählband „Sonnen und Kometen“. Die Bücher erschienen Anfang September 2025.

Weiterlesen

Weitere Akademische Viertelstunde mit Prof. Dr. René Krüger: „Wolgadeutsche Kultur: Ein ergiebiges Feld für Forschung, Veröffentlichungen, Öffentlichkeitsarbeit“

Prof. Dr. René Krüger lebt derzeit in Gualeguaychú in der argentinischen Provinz Entre Ríos. Der ordinierte Pfarrer im Ruhestand der Evangelischen Kirche am La Plata ist sowohl promovierter Theologe als auch Historiker. Von 1985 bis 2015 lehrte er am Instituto Universitario ISEDET, dessen Rektor er von 1999 bis 2007 war.

In seinem weiteren Vortrag zum Thema „Wolgadeutsche Kultur: Ein ergiebiges Feld für Forschung, Veröffentlichungen, Öffentlichkeitsarbeit“ behandelt Krüger die Kultur der Wolgadeutschen und betrachtet es dahingehend als ein reiches Forschungsfeld und zeigt auf, welche historischen, sprachlichen und kulturellen Aspekte wissenschaftlich besonders lohnend sind. Außerdem wird dargestellt, wie diese Inhalte in Publikationen und der Öffentlichkeitsarbeit vermittelt und dokumentiert werden können.

Haben Sie viel Spaß bei der Akademischen Viertelstunde – über ein Follow auf all unseren Plattformen freuen wir uns sehr!

Webinar zu genealogischen Forschungen in Zentralasien

Am 3. Dezember 2025 hat unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Viktor Krieger im Rahmen eines von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) organisierten Webinars, moderiert von Eugen Eichelberg, einen Vortrag über die Deutschen aus Zentralasien (ZA) gehalten. Ziel war es, neue Zugänge zur Familien- und Biographieforschung zu präsentieren. Dies ist umso aktueller, weil durch den russisch-ukrainischen Krieg die wichtigsten Archiv- und anderen Quellen in diesen beiden Staaten zu den Schwarzmeer-, Wolga-, Wolhynien- und weiteren Gruppen der Deutschen kaum noch zugänglich sind.

Daher ist die Bedeutung der übrigen, sozusagen peripheren Quellen umso größer geworden. Dr. Krieger sprach über die Bedeutung von Sondersiedlerakten und archivierten Untersuchungsakten, über Deportationslisten und Verzeichnisse der zur Zwangsarbeit Mobilisierten (sog. „Trudarmisten“) speziell in Kasachstan. Trotz aller vorhandenen Unzulänglichkeiten und Einschränkungen ist die Situation in dieser Republik in dieser Hinsicht dennoch wesentlich günstiger als in den anderen ZA-Staaten Usbekistan, Kirgisien, Tadschikistan oder Turkmenistan.

Weiterlesen