Zeitzeugeninterview mit sowjetischem Dissidenten Viktor Axt

Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Viktor Krieger hat am 31. März ein mehrstündiges Interview mit dem bekannten sowjetischen Dissidenten Viktor Axt geführt. Das Gespräch stellt eine wertvolle Ergänzung zur Aufarbeitung der Geschichte deutscher Minderheiten in der Sowjetunion dar.

Viktor Axt gehörte in den späten 1970er Jahren zu einem Kreis deutscher Intellektueller im Akademgorodok, einem Wissenschaftszentrum der sibirischen Metropole Nowosibirsk. Dort, im Umfeld der Sibirischen Abteilung der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, engagierten sich diese Gruppen mit verschiedenen Aktionen für die Gleichberechtigung der Deutschen in der Sowjetunion.

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BKDR-Kalenderblatt des Monats „März 2026“

Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „März 2026“ präsentieren. Konkret geht es hierbei um Nelly Wacker. Sie zählt zu den bekanntesten russlanddeutschen Lyrikerinnen.

Geboren in einer Lehrerfamilie als Nelly Bäuerle auf der Krim. Ihr Vater wurde 1934 zu sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt und starb auf dem Weg ins Lager. Nelly Wacker studierte bis 1939 Germanistik in Engels (ohne Abschluss) und wirkte als Lehrerin für Deutsch und Russisch in Aserbaidschan.

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BKDR-Bildungsreise nach Argentinien 2025

Die Bildungsreise des Kulturzentrums BKDR führte vom 26. August bis zum 7. September 2025 nach Argentinien und stand unter dem Leitmotiv „Auf wolgadeutschen Spuren in Argentinien“. Ziel der Reise war es, sowohl die Geschichte und kulturellen Wurzeln der Wolgadeutschen zu erforschen als auch Einblicke in das heutige Leben ihrer Nachfahren in Argentinien zu gewinnen.

Im Rahmen des Programms besuchten die Teilnehmer mehrere Siedlungen und Städte in der Provinz Entre Ríos, darunter Crespo und Gualeguaychú, sowie verschiedene historische deutsche Kolonien. Museumsbesuche, Begegnungen mit lokalen Vereinen und kulturelle Veranstaltungen ermöglichten einen direkten Austausch mit den dort lebenden Gemeinschaften und boten vielfältige Einblicke in ihre Traditionen und ihre kulturelle Identität.

Die Bildungsreise verband damit historische Auseinandersetzung mit persönlichem Austausch und eröffnete den Teilnehmern die Gelegenheit, die bis heute lebendige Kultur der wolgadeutschen Nachfahren in Argentinien kennenzulernen.

Wir wünschen viel Spaß mit dem Video zur BKDR-Bildungsreise nach Argentinien!

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Ein stimmungsvoller Begegnungsnachmittag in Regensburg

Unter der Schirmherrschaft der Regensburger Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein fand am 21. Februar 2026 ein stimmungsvoller Begegnungsnachmittag statt. Michael Hoch, Pfarrer der katholischen Kirche St. Franziskus, begrüßte die zahlreichen Gäste im Pfarrsaal der Gemeinde herzlich.

Das musikalische Trio um Viktor Bode bereicherte die Veranstaltung mit bekannten internationalen Stücken und sorgte für eine festliche Atmosphäre.

Die Bürgermeisterin Dr. Freudenstein zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Aktivitäten und attraktiven Angeboten des Kulturzentrums. Besonders würdigte sie die vom BKDR konzipierte Stadtführung „Russlanddeutsche Spuren in Regensburg“, die von dem erfahrenen Gästeführer Dr. Arthur Bechert durchgeführt wird. Die Bürgermeisterin überreichte Emil Tetz anlässlich seines 90. Geburtstages eine Ehrenurkunde.

Waldemar Eisenbraun, Geschäftsleiter des BKDR, stellte die unterschiedlichen Wirkungsbereiche des Kulturzentrums vor. Zudem gab er bekannt, dass bereits in diesem Jahr der Bau einer großflächigen multifunktionalen Kultureinrichtung beginnen soll.

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Wir trauern um unsere Autorin Nelli Kossko!

Mit tiefer Anteilnahme nehmen wir Abschied von der russlanddeutschen Autorin Nelli Kossko, die am 19. Februar nach langer Krankheit im Alter von 88 Jahren gestorben ist. Ihr Tod hinterlässt eine spürbare Lücke nicht nur in der sogenannten „russlanddeutschen Literatur“.

(c) Foto: BKDR-Archiv.

Nelli Kossko wurde 1937 in einer deutschen Siedlung in der Ukraine am Schwarzen Meer geboren. Ihr Vater Oskar Maser war Deutschlehrer. 1937 fiel er den stalinistischen Säuberungen zum Opfer. Nach Kriegsausbruch 1941, dem Vormarsch der Wehrmacht und dem Beginn der „administrativen Umsiedlung“, landete Kossko zusammen mit ihrer Mutter 1944 im polnischen Warthegau, damals Deutsches Reich, und wurde nach Kriegsende im Zuge der „Repatriierung“ in die UdSSR zurückverschleppt.

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DAZ veröffentlicht eine Rezension des Buches „In den Fängen der Zeit“ von Nelli Kossko

Das Onlineportal der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) veröffentlichte am 15.02.2026 eine Rezension des vor Kurzem im BKDR Verlag neu aufgelegten Buches „In den Fängen der Zeit“ von Nelli Kossko:

Ich weiß, es ist grausam, ein kleines Mädchen wie dich in all diese schrecklichen Dinge einzuweisen, aber ich habe sonst niemanden, mit dem ich mein Leid teilen könnte. Vergib mir, mein Kind!‘ (…) Wir machten in dieser Nacht kein Auge zu, und als es dann zu dämmern begann, verließ Mama mit einem kleinen Bündel über der Schulter das Dorf. Ich hasste die NKWD-Leute, zu denen sie jetzt ging, den Kommandanten, den Krieg, die Russen und die Deutschen, ich hasste die ganze Welt und mich selbst am meisten, denn schließlich war ich an allem schuld … Aus: „In den Fängen der Zeit“

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Tag der Begegnung mit Deutschen aus Russland in Balingen

Am 14. Februar 2026 fand im Großen Saal der Stadthalle Balingen der Tag der Begegnung statt, organisiert vom Frauenverein Happy Women e. V.. Die Veranstaltung widmete sich der Geschichte und Gegenwart der Russlanddeutschen.

Neben Tanz- und Gesangseinlagen hielt Kornelius Ens vom Museum für Russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold einen Vortrag über die etwa 250-jährige Geschichte dieser Gemeinschaft und ihre kulturelle Vielfalt.

Das Kulturzentrum BKDR war darüber hinaus mit einem Infostand bei dieser sehr gut besuchten Veranstaltung vor Ort. Für diese Möglichkeit danken wir Julia Schel-Salzmann sowie dem gesamten Verein Happy Woman e. V. sehr.

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„Wolgadeutsche Siedlungen in Argentinien“: Buchvorstellung mit Olga Litzenberger

Auf den Spuren der Wolgadeutschen in Argentinien: Vortrag und Lesung am 12.02.2026 in Schwabach.

Im Bürgerhaus (Königspl. 33a, 91126 Schwabach), Beginn 18:30 Uhr.

Das Bürgermeister- und Presseamt der Stadt Schwabach lädt am Donnerstag, den 12. Februar, gemeinsam mit dem Kulturzentrum BKDR zum Kulturabend ins Schwabacher Bürgerhaus ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten aus erster Hand spannende Einblicke in die aktuelle Forschungsarbeit von Prof. Dr. Olga Litzenberger und Dr. Sergey Terekhin. Ihr Buch mit dem Titel „Kultur und Identität: Wolgadeutsche Siedlungen in Argentinien“ ist im August 2025 im BKDR Verlag erschienen.  

Im BKDR Verlag erschienen.

Als Experten für die Geschichte und Kultur der Wolgadeutschen erfuhren die beiden Wissenschaftler, dass viele wolgadeutsche Familien im 19. Jahrhundert nach Argentinien ausgewandert sind. Um herauszufinden, wie deren Nachkommen heute leben, besuchten Litzenberger und Terekhin in den Jahren 2023 und 2025 Dörfer und Städte in den Provinzen Entre Ríos, Buenos Aires und La Pampa, darunter auch die drei wolgadeutschen Gemeinden der Schwabacher Partnerstadt Coronel Suárez. In ihrem Vortrag zeigt Olga Litzenberger auf, wie die Nachkommen der Wolgadeutschen bis heute diese Umgebung auf typisch deutsche Weise prägen: die Straßen, Schulen und Kirchen – alles Bauwerke, die in alter Tradition ihrer wolgadeutschen Vorfahren errichtet wurden. Sie bewahren und pflegen ihr kulturelles Erbe.

Umrahmt wird der Kulturabend mit bekannten Musikstücken wolgadeutscher Komponisten, die von der Schwabacher Adolph von Henselt-Musikschule und der städtischen Musikschule in Coronel Suárez aufgeführt werden. Die Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr (Einlass ab 18:00 Uhr).

Der Eintritt ist kostenlos.

Nähere Informationen zum Buch sowie eine Leseprobe erhalten Sie unter:

https://bkdr.de/wolgadeutsche-siedlungen-argentinien/

Kalender 2026: Russlanddeutsche Autorinnen und Autoren

Auch heuer Jahr hat das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Kooperation mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR e. V.) sowie dem Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) und dem Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa (HFDO) einen Jahreskalender mit dem Titel „Russlanddeutsche Autorinnen und Autoren“ herausgegeben.

Russlanddeutsche Autorinnen und Autoren spielen eine zentrale Rolle bei der Vermittlung geschichtlicher und kultureller Aspekte der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum. Durch ihre literarischen Werke, Essays oder auch autobiografischen Texte bewahren sie Erinnerungen an Vertreibung, Deportation, Zwangsarbeit und Migration, die sonst leicht in Vergessenheit geraten könnten oder in der Mehrheitsgesellschaft ohnehin noch nicht hinlänglich bekannt sind. Gleichzeitig geben sie tiefe Einblicke in das Alltagsleben zwischen Kulturen, Sprachen und Identitäten. Ihre Perspektiven eröffnen einen authentischen Zugang zu Erfahrungen, die in offiziellen Geschichtsdarstellungen oft nur am Rande vorkommen oder gar fehlen und schaffen damit ein wichtiges Verständnis für ihr tragisches Schicksal sowie die komplexe Vergangenheit und Gegenwart der Russlanddeutschen.

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BKDR-Bildungsreihe „Deutsche Siedlungen im Porträt“: Kamenka (ehemals Bähr)

Kurz vor dem Jahreswechsel möchten wir Ihnen noch einen wertvollen Videobeitrag im Rahmen unserer BKDR-Bildungsreihe „Deutsche Siedlungen im Porträt“ präsentieren. Hierbei werden frühere deutsche Siedlungen porträtiert, die sich auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion befanden bzw. heutzutage unter anderen Namen wiederzufinden sind.

Dieses Mal geht es um „Kamenka“ (ehemals Bähr):

Kamenka, ehemals Bähr, war eine deutsche Kolonie der Wolgadeutschen im heutigen Gebiet Saratow (Russland). Sie wurde am 7. Juli 1765 im Zuge der Ansiedlung deutscher Kolonisten unter Zarin Katharina II. gegründet. Die Siedlung entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einer bedeutenden Mutterkolonie mit Kirche, Schule und landwirtschaftlicher Prägung. Im 20. Jahrhundert führte die sowjetische Politik, im späteren Verlauf insbesondere die Zwangsdeportation, zum Ende der deutschen Gemeinde. Der Ort besteht heute unter dem russischen Namen „Kamenka“ fort.

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