„Im Zeichen einer neuen Ordnung“ von Victor Dönningshaus erschienen
Der Kommunistische Jugendverband (Komsomol) und die Russlanddeutschen (1918-1930)
1918 gründete die Kommunistische Partei Russlands (RKP(b)) einen Kommunistischen Jugendverband, auch Komsomol genannt. Die Bolschewiki verfolgten dabei zwei Ziele: Sie wollten den politischen Klassenkampf auch in den jungen Generationen festigen und die Jugend für ihre Zwecke gewinnen.

Diese Monografie untersucht die Tätigkeit des Kommunistischen Jugendverbands (Komsomol) unter deutschen Jugendlichen in der Sowjetunion. Im Mittelpunkt steht die Frage, in welchem Maße sich russlanddeutsche Jugendliche politisieren und durch den Komsomol ideologisch beeinflussen ließen. Analysiert werden zudem die Formen der Leitung und Kontrolle nichtrussischer kommunistischer Jugendorganisationen durch Moskau sowie die Mechanismen, mit denen eine politisch gewollte Abgrenzung der Jugendlichen nach Merkmalen des Klassenkampfes in die Praxis umgesetzt wurde. Der kommunistische Jugendverband trug entscheidend zur Zerstörung der traditionellen patriarchalischen Ordnung in den nationalen Dörfern bei und beteiligte sich an der antireligiösen und internationalistischen Propaganda und Agitation. Aus genau diesem Milieu der jugendlichen Kommunisten kamen später die Führungskader aller Ebenen für die Arbeit in den Partei- und Sowjetorganen. Eine der zentralen Fragen der Studie lautet, welche anderen Mittel außer Disziplinierung und Unterdrückung den Bolschewiki zur Verfügung standen, um ihren „neuen Menschen“ zu erziehen und die junge Generation in „sozialistische“ Arbeits- und Lebensformen einzubinden.
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