Die diesjährige Bildungsreise nach Georgien begann mit einer Stadtrundfahrt „Auf deutschen Spuren in Tiflis“ mit dem Besuch der ehemaligen deutschen Siedlungen „Neu-Tiflis“ und „Alexandersdorf“ unter fachkundiger Führung durch Prof. Dr. Oliver Reisner. Seinen Ausführungen nach gibt es in der georgischen Hauptstadt Tiflis leider immer weniger Objekte, die die ursprüngliche deutsche Architektur darstellen würden.
Das Treffen mit den Vertretern der deutschen Minderheit fand im Hauptsitz der Assoziation der Deutschen Georgiens “Einung” statt.
Der amtierende Präsident Alexander Feldmaier gab einen Überblick über die zahlreichen Tätigkeit der Vereinigung seit ihrer Gründung im Jahr 1991 bis heute. Es fand ein reger Austausch zwischen unser Reisegruppe und den Vorstandsmitgliedern sowie Gruppen- und Projektleitern statt. Ein reichhaltiger kulinarischer Ausklang mit regionalen Köstlichkeiten rundete den herzlichen Empfang ab. Dafür danken wir herzlich!
Unter dem Leitgedanken „Zukunft braucht Vergangenheit“ fand am 6. September 2025 um 14 Uhr im Grenzdurchgangslager Friedland die traditionelle Gedenkfeier der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) anlässlich des 84. Jahrestags der Deportation der Sowjetdeutschen statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der LmDR-Landesgruppe Niedersachsen unter der bewährten Federführung von Lilli Bischoff.
Die Veranstaltung begann mit einem ergreifenden Klavierstück von Anna Borodina, gefolgt vom Eröffnungsgebet durch Pastor Thorsten-Wilhelm Wiegmann. Im Anschluss richtete Lilli Bischoff, Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen, ihre begrüßenden Worte an die Anwesenden und stimmte die Gäste auf die Bedeutung des Gedenkens ein.
Am 28. August fand in Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner „Wiedergeburt Taschkent“ eine Gedenkveranstaltung samt Gottesdienst mit anschließender Kranzniederlegung und Kulturprogramm in der evangelisch-lutherischen Kirche in Taschkent statt, um an die Deportation der deutschen Minderheit in der Sowjetunion im Jahr 1941 zu erinnern.
(Zu unserem virtuellen Rundgang zu dieser Kirche gelangen Sie HIER!)
Nachstehend einige Eindrücke der sechsten Gedenkveranstaltung mit BKDR-Beteiligung in diesem Jahr, nachdem heuer weitere Veranstaltungen in Nürnberg, Gualeguaychú (Argentinien), Almaty (Kasachstan), Engels (Russland) und Odessa (Ukraine) durchgeführt wurden, die die lebendige Erinnerungskultur verdeutlichen.
Beim Auftakt der BKDR-Bildungsreise „Auf wolgadeutschen Spuren in Argentinien“ ging es für die Reisegruppe nach Gualeguaychú, einer Stadt im Südosten der Provinz Entre Ríos.
Hier gibt es eine exponierte Stelle, die auf Initiative der Nachkommen der Wolgadeutschen erst vor Kurzem zum „Platz der Wolgadeutschen“ umbenannt wurde.
Die entsprechende Urkunde der Stadtverwaltung wurde im Rahmen der vom BKDR initiierten Gedenkveranstaltung, an der auch der Bürgermeister Mauricio Davico persönlich teilnahm, an die regionale Gesellschaft der Wolgadeutschen unter der Leitung von Leandro Hildt übergeben.
Am 28. August wurde mit Unterstützung unseres Kooperationspartners „Wiedergeburt Odessa“ eine Kranzniederlegung mit einem Gedenkgottesdienst abgehalten.
Im Innenhof der evangelisch-lutherischen St.-Paul-Kirche, deren Orgel ursprünglich aus der Nürnberger Kreuzkirche stammt, wurde nach einer Andacht ein Kranz an der Gedenktafel für die „Opfer von Repressionen und Deportationen“ niedergelegt. Diese Tafel war bereits vor etwa vier Jahren im September 2021 auf Initiative des BKDR angebracht worden.
Am 28. August 2025 wurde in Engels eine Kranzniederlegung am Denkmal für die russlanddeutschen Opfer der Repressionen in der ehemaligen Sowjetunion durchgeführt. Anlass war der 84. Jahrestag der Deportation der Deutschen.
Auch das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) beteiligte sich mit einem Kranz an der Zeremonie. Die Organisation und Durchführung der Veranstaltung lag in den Händen von Elena Geydt, Leiterin der Nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen (NKA) in Marx. Unser Dank gilt allen Mitwirkenden und Unterstützern, die zum Gelingen dieses Gedenkaktes beigetragen haben.
Nachfolgend möchten wir einige Eindrücke teilen, die die lebendige Erinnerungskultur der Deutschen im postsowjetischen Raum verdeutlichen.
Im Rahmen der diesjährigen Erinnerungsfeier, organisiert von der regionalen Gebietsgliederung „Wiedergeburt Almaty“ in Zusammenarbeit mit der DAZ – Deutsche Allgemeine Zeitung und mit Unterstützung des BKDR, fand eine Kranzniederlegung am Gedenkstein in Almaty statt.
Der dort errichtete Gedenkstein ist „den Deutschen gewidmet, die Krieg, Vertreibung und Not zum Opfer fielen“ und macht deutlich, wie bedeutend die Pflege der Erinnerungskultur – sowohl im Inland als auch im Ausland – für die Betroffenen weiterhin bleibt.
Unser herzlicher Dank für ihr vielfältiges Engagement gilt Robert Gerlitz und Olesja Klimenko sowie allen weiteren Mitwirkenden, die durch ihre Arbeit zu einer würdevollen und bedeutungsvollen Gestaltung des Gedenkakts beigetragen haben.
Am 28. August, dem Tag der Russlanddeutschen, fand im Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) anlässlich des 84. Jahrestags der Deportation der Deutschen in der UdSSR ein Gedenkakt statt.
Die Veranstaltung wurde mit einer herzlichen Begrüßung durch Stanimir Bugar (BKDR) eröffnet. Im Anschluss richteten mehrere Ehrengäste ihre Grußworte an das Publikum: Ewald Oster, Vorsitzender des BKDR-Trägervereins, machte deutlich, wie wichtig der Tag der Russlanddeutschen und damit verbunden die Erinnerungskultur für die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion noch immer ist. Es komme jedoch darauf an, dass die Geschichte und Kultur der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion noch bekannter in der Gesamtgesellschaft werde. Dr. Petra Loibl, MdL und Aussiedlerbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, erörtere zudem, dass die Aussiedler und Vertriebenen eine zentrale Rolle in Bayern eingenommen haben und einen wichtigen Beitrag in der Gesellschaft leisten. Zudem lobte sie die Arbeit des BKDR und sicherte weiterhin die Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung zu gleichermaßen wie Gerlinde Mathes, Bezirksrätin des Bezirks Mittelfranken, die unterstrich, in welchen Bereichen auch gerade hier in Nürnberg große Hilfe für verschiedene, wichtige Institutionen in diesem Bereich geleistet wird.
Werner Henning (Stadtrat und Vorsitzender des Hauses der Heimat Nürnberg) hob zudem die gute Zusammenarbeit zwischen dem BKDR sowie dem Haus der Heimat Nürnberg hervor und wies darauf hin, wie wichtig ein solcher Gedenktag ist. Mittels eines sehr persönlichen Beispiels verdeutlichte Henning, wie bedeutsam das Andenken und die Aufarbeitung für Betroffene und deren Familien noch immer ist und auch in Zukunft sein wird. Dr. Lilia Antipow (Haus des Deutschen Ostens) erinnerte in ihrem Grußwort an die stalinistischen Deportationen, Zwangsumsiedlungen und Repressionen gegen die Deutschen in der Sowjetunion, die erschreckend vielen Menschen dieser Minderheit das Leben kosteten und ihre Kultur sowie ihre Existenzgrundlagen nachhaltig zerstörten. Zugleich versteht sie den 28. August als Mahntag, der nicht nur an die Opfer erinnert, sondern auch als Verpflichtung dient, für Demokratie, Menschenrechte und die Rechte nationaler Minderheiten einzutreten und Verantwortung für die eigene Geschichte zu übernehmen. Des Weiteren wies Peter Aifeld (Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland) darüber hinaus darauf hin, dass das BKDR in Zusammenarbeit mit der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland schon einige sehr gelungene Kooperationsprojekte vor allen Dingen in Bezug auf die Wolgadeutschen umsetzen konnte und durchleuchtete hierfür im Schnelldurchlauf die Geschichte der Wolgadeutschen vor allem in Südamerika.
Heute vor 10 Jahren ist der bekannte deutsch-kasachische Schriftsteller Herold Belger gestorben. Herold Belger, am 28. Oktober 1934 in der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen geboren, hat tiefe und bleibende Spuren in der Literaturgeschichte Kasachstans hinterlassen. Er selbst bezeichnete sich als „Zögling dreier Staaten – Russlands, Kasachstans und Deutschlands“. Alle drei Sprachen und Kulturen prägten Belgers Lebens- und Schaffensweg maßgeblich.
Neben seiner literarischen Tätigkeit spielte Herold Belger eine bedeutende Rolle im öffentlichen und politischen Leben Kasachstans. In seinem Heimatland galt der gebürtige Wolgadeutsche als unbestrittene moralische Autorität.
Das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) gratuliert Dr. Anton Bosch recht herzlich zum 90. Geburtstag und wünscht ihm alles Gute – vor allen Dingen Gesundheit!
Um sein Leben und Wirken zu ehren, wird das BKDR im hauseigenen BKDR Verlag eine Publikation mit dem Titel „Den Wirren des Schicksals trotzen… – Geschichte der russlanddeutschen Familie Bosch“ herausgeben. Das Buch soll noch in diesem Jahr erscheinen. Darin lässt Anton Bosch uns an dem spannungsreichen Leben seiner Familie bis zu deren Ausreise aus der Sowjetunion teilhaben.