„Wolgadeutsche Siedlungen in Argentinien“: Buchvorstellung mit Olga Litzenberger

Auf den Spuren der Wolgadeutschen in Argentinien: Vortrag und Lesung am 12.02.2026 in Schwabach.

Im Bürgerhaus (Königspl. 33a, 91126 Schwabach), Beginn 18:30 Uhr.

Das Bürgermeister- und Presseamt der Stadt Schwabach lädt am Donnerstag, den 12. Februar, gemeinsam mit dem Kulturzentrum BKDR zum Kulturabend ins Schwabacher Bürgerhaus ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten aus erster Hand spannende Einblicke in die aktuelle Forschungsarbeit von Prof. Dr. Olga Litzenberger und Dr. Sergey Terekhin. Ihr Buch mit dem Titel „Kultur und Identität: Wolgadeutsche Siedlungen in Argentinien“ ist im August 2025 im BKDR Verlag erschienen.  

Im BKDR Verlag erschienen.

Als Experten für die Geschichte und Kultur der Wolgadeutschen erfuhren die beiden Wissenschaftler, dass viele wolgadeutsche Familien im 19. Jahrhundert nach Argentinien ausgewandert sind. Um herauszufinden, wie deren Nachkommen heute leben, besuchten Litzenberger und Terekhin in den Jahren 2023 und 2025 Dörfer und Städte in den Provinzen Entre Ríos, Buenos Aires und La Pampa, darunter auch die drei wolgadeutschen Gemeinden der Schwabacher Partnerstadt Coronel Suárez. In ihrem Vortrag zeigt Olga Litzenberger auf, wie die Nachkommen der Wolgadeutschen bis heute diese Umgebung auf typisch deutsche Weise prägen: die Straßen, Schulen und Kirchen – alles Bauwerke, die in alter Tradition ihrer wolgadeutschen Vorfahren errichtet wurden. Sie bewahren und pflegen ihr kulturelles Erbe.

Umrahmt wird der Kulturabend mit bekannten Musikstücken wolgadeutscher Komponisten, die von der Schwabacher Adolph von Henselt-Musikschule und der städtischen Musikschule in Coronel Suárez aufgeführt werden. Die Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr (Einlass ab 18:00 Uhr).

Der Eintritt ist kostenlos.

Nähere Informationen zum Buch sowie eine Leseprobe erhalten Sie unter:

https://bkdr.de/wolgadeutsche-siedlungen-argentinien/

„Listen der deutschen Auswanderer nach Russland im 18. Jahrhundert als Quelle für die Familienforschung“ mit Buchautor Andreas Idt

Mit zahlreichen aktiven Teilnehmern – sowohl in Präsenz als auch online – fand 10. Januar 2026 in Nürnberg ein genealogisches Seminar statt, das den Listen deutscher Auswanderer nach Russland im 18. Jahrhundert als einer der wichtigsten Quellen für die Familien- und Ahnenforschung gewidmet war. Veranstalter des Seminars war das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) mit Unterstützung der Ortsgruppe der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Nürnberg (Rudi und Dorothea Walter) sowie des Historischen Forschungsvereins der Deutschen aus Osteuropa (Dr. Olga Litzenberger).

Als Referent trat der Historiker und Quellenforscher zur Geschichte der deutschen Kolonisation Russlands Andreas Idt auf. Er ist Autor und Mitautor zahlreicher grundlegender Publikationen, die auf archivalischen Auswandererlisten und Dokumenten des Kolonisationsprojekts Katharinas II. basieren. Diese Werke gelten seit Langem als unverzichtbare Arbeitsinstrumente für Historiker und Genealogen.

In seinem Vortrag berichtete Andreas Idt über die Auswanderung deutscher Kolonisten nach Russland im Jahr 1766, die Wanderungsrouten von St. Petersburg in das Wolgagebiet, die Rolle der sogenannten „Berufer“ als Anwerber und Organisatoren der Migration, die Etappen der Umsetzung des Kolonisationsprojekts Katharinas II. in den Jahren 1763–1775 sowie über die Kuhlberg-Listen und deren Bedeutung für die Rekonstruktion von Familiengeschichten.

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Webinar zu genealogischen Forschungen in Zentralasien

Am 3. Dezember 2025 hat unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Viktor Krieger im Rahmen eines von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) organisierten Webinars, moderiert von Eugen Eichelberg, einen Vortrag über die Deutschen aus Zentralasien (ZA) gehalten. Ziel war es, neue Zugänge zur Familien- und Biographieforschung zu präsentieren. Dies ist umso aktueller, weil durch den russisch-ukrainischen Krieg die wichtigsten Archiv- und anderen Quellen in diesen beiden Staaten zu den Schwarzmeer-, Wolga-, Wolhynien- und weiteren Gruppen der Deutschen kaum noch zugänglich sind.

Daher ist die Bedeutung der übrigen, sozusagen peripheren Quellen umso größer geworden. Dr. Krieger sprach über die Bedeutung von Sondersiedlerakten und archivierten Untersuchungsakten, über Deportationslisten und Verzeichnisse der zur Zwangsarbeit Mobilisierten (sog. „Trudarmisten“) speziell in Kasachstan. Trotz aller vorhandenen Unzulänglichkeiten und Einschränkungen ist die Situation in dieser Republik in dieser Hinsicht dennoch wesentlich günstiger als in den anderen ZA-Staaten Usbekistan, Kirgisien, Tadschikistan oder Turkmenistan.

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„Deutsche in Kasachstan: Eine wechselvolle Geschichte“

Am 28. und 29. November 2025 fand in den Räumlichkeiten des Instituts für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin das wissenschaftliche Symposium der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen in Kooperation mit dem Göttinger Arbeitskreis und in Zusammenarbeit mit der Botschaft der Republik Kasachstan statt. Die Veranstaltung stand unter dem Titel „Deutsche in Kasachstan: Eine wechselvolle Geschichte“.

Während der zweitägigen Tagung diskutierten namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Kasachstan schwerpunktmäßig unterschiedliche Aspekte der politischen, sozioökonomischen und kulturellen Entwicklung der deutschen Minderheit in der zentralasiatischen Republik. Der Fokus lag auf der sowjetischen und postsowjetischen Epoche – beginnend mit dem Großen Terror der Jahre 1937/38 über die Deportationen und Zwangsarbeit während des Deutsch-Sowjetischen Krieges bis hin zur Perestroika sowie den gegenwärtigen Aktivitäten der gesellschaftlichen Organisationen dieser nationalen Gruppe.

Zum Programm des Symposiums gelangen Sie hier:

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„Deutsche Akteure in der imperialen Durchdringung Zentralasiens 1867 – 1917“

Dr. Lilija Wedel, Osteuropahistorikerin an der Universität Bielefeld, Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie, spricht im Rahmen der BKDR-Bildungsreihe „Akademische Viertelstunde“ in ihrem Vortrag über „Deutsche Akteure in der imperialen Durchdringung Zentralasiens 1867 – 1917“:

Dahingehend gibt sie einen tiefen Einblick in die Kultur und Geschichte der Deutschen im späten Zarenreich, was gleichermaßen einen ihrer Forschungsschwerpunkte darstellt.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Anschauen des Videobeitrags!

„Erinnerung ist die Grundlage für Zukunft“ – ein Interview mit Dr. Viktor Krieger

Im Oktober war unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Viktor Krieger nach Kasachstan zu einer internationalen wissenschaftlichen Konferenz eingeladen, die vom Institut für Geschichte und Ethnologie der Republik Kasachstan organisiert und durchgeführt wurde. Im Rahmen der Festveranstaltungen wurde Krieger mit der Tschokan-Walichanow-Ehrenmedaille ausgezeichnet.

Dr. Viktor Krieger während eines Vortrags.

Die DAZ-Korrespondentin Annabel Rosin nutzte die Gelegenheit und führte ein Interview mit Viktor Krieger u. a. zu Fragen der Geschichte der Russlanddeutschen und zur Bedeutung historischer Erinnerung. In eindrücklichen Worten schilderte er, wie lang verdrängte Dokumente neue Einblicke in das Schicksal der deutschen Minderheit in der Sowjetunion geben – und warum persönliches Erinnern der Schlüssel für eine gemeinsame Zukunft sei.

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Buch über Herold Belger in der Botschaft von Kasachstan vorgestellt

Berlin. Am 5. November fand die fünfte Veranstaltung der Reihe „Stammtisch unterm Schanyrak“ in der Botschaft Kasachstans in Berlin statt, die dem Thema „Deutsche Geschichte in Kasachstan“ gewidmet war.

Nach der Begrüßungsrede des kasachischen Botschafters Nurlan Onzhanov, der die Bedeutung der Erforschung der langjährigen Geschichte der Deutschen in Kasachstan als integralen Bestandteil des kulturellen Erbes des Landes hervorhob, kamen diverse bekannte Redner wie Hartmut Koschyk, Walter Gauks, Afina Heinert, Thomas Helm sowie Artur Böpple zu Wort und beleuchteten dabei die Aspekte des deutschen Erbes in Kasachstan aus historischer, gesellschaftlicher und kultureller Sicht.

V. l. n. r.: Artur Böpple, Kasachischer Botschafter Nurlan Onzhanov und Hartmut Koschyk (Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland). Bildquelle: Botschaft Kasachstans.

In den kasachisch-deutschen Beziehungen spielen die deutsche Minderheit in Kasachstan (ca. 200.000 Personen) und die bereits in Deutschland lebenden Kasachstandeutschen (ca. 1 Mio. Menschen) eine zentrale Rolle. Sie treten oft als aktive Kulturvermittler, Wirtschaftsförderer, Wissenschaftler usw. auf und stellen damit das verbindende Glied in den Wechselbeziehungen zwischen den beiden Ländern dar.

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Nachtrag zur Fachtagung „Schwaben in Georgien – შვაბები საქართველოში – Swabians in Georgia: Multidisziplinäre Perspektiven auf eine deutsch-georgische Verflechtungsgeschichte“

Die letzten beiden Tage der Fachtagung „Schwaben in Georgien – შვაბები საქართველოში – Swabians in Georgia: Multidisziplinäre Perspektiven auf eine deutsch-georgische Verflechtungsgeschichte“ standen ganz im Zeichen der thematischen Vertiefung und des wissenschaftlichen Austauschs über zentrale Aspekte des deutsch-georgischen Kulturerbes.

Der zweite Tag widmete sich zunächst dem Überthema „Bewahrung des kulturellen Erbes“. Dr. Anna Khukhua (Staatliche Zereteli-Universität Kutaissi) präsentierte ihren Beitrag „Artefakte als Mosaiksteine des kulturellen Erbes: Ein Projekt zur Erfassung, Klassifizierung und Digitalisierung von Artefakten der deutschen Siedler in Georgien“ und stellte dabei eindrucksvoll die Bedeutung materieller Kultur für die historische Erinnerung heraus. Daran anschließend beleuchtete Lali Kakhidze (Ilia State University Tbilissi) in ihrem Vortrag „Die schriftlichen Archivalien der deutschen Siedlungen in Georgien: Einblick in die digitale Erforschung dieses kulturellen Erbes“ die Rolle schriftlicher Quellen und digitaler Archivarbeit für die Bewahrung und Zugänglichkeit dieses kulturellen Erbes. Prof. Dr. Oliver Reisner (Ilia State University Tbilissi) ergänzte die Reihe mit seinem Beitrag „Quellenkundliche Studien zur deutsch-georgischen Verflechtungsgeschichte“ und berichtete zudem über die Aktivitäten des Vereins zur Bewahrung des deutschen Kulturerbes im Südkaukasus.

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Begegnungen in Almaty / Kasachstan (Fortsetzung)

Gerne möchten wir weitere Ergebnisse der jüngsten Reise unseres wissenschaftlichen Mitarbeiters Dr. Viktor Krieger nach Kasachstan präsentieren.

Neben der Teilnahme an der Jubiläumskonferenz, veranstaltet vom Institut für Geschichte und Ethnologie der Republik Kasachstan, fanden zugleich anregende Gespräche mit der Institutsleitung (Prof. Dr. Ziyabek Kabuldinov) sowie einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (Dr. Timur Apendiev, Prof. Dr. Zhamilja Asylbekova u. a.) statt. Diskutiert wurde die künftige Zusammenarbeit zu verschiedenen Aspekten der Geschichte der deutschen Minderheit in Kasachstan – im Vergleich mit anderen ethnischen Gemeinschaften der Republik, sowohl während der Sowjetzeit als auch im souveränen Staat seit 1991.

Thematisiert wurden unter anderem Fragen der demografischen Entwicklung, der Repressionen sowie des Protest- und nonkonformen Verhaltens in der Nachkriegszeit.

Im Rahmen der Festveranstaltungen wurde Dr. Krieger mit der Tschokan-Walichanow-Ehrenmedaille ausgezeichnet. Das Institut für Geschichte und Ethnologie trägt den Namen dieses ersten kasachischen Intellektuellen und Wissenschaftlers. Ein wichtiger Partner auf diesem Weg ist das Zentrale Staatsarchiv der Republik Kasachstan, das eine Fülle von Dokumenten unterschiedlicher Gattungen zur Geschichte der deutschen Minderheit seit dem späten 19. Jahrhundert beherbergt. Das Treffen am 29. September d. J. mit dem Direktor des Archivs, Dr. Sabit Shildebay, machte das große Interesse an einer Zusammenarbeit mit deutschen Organisationen deutlich. Dabei wurde ein erstes gemeinsames Projekt besprochen: eine Ausstellung mit Dokumenten des Zentralen Staatsarchivs über 150 Jahre deutsche Präsenz auf dem Territorium des heutigen Kasachstans.

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