„Die Republik der Wolgadeutschen“ von Arkadi German erschienen

Aus dem Russischen von Christine Hengevoß

Anlässlich des 80. Jahrestags der Deportation der Russlanddeutschen in der UdSSR

In der vorliegenden Publikation beleuchtet der renommierte Historiker Arkadi German detailreich die Geschichte der Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen (ASSR der WD). German war der erste Historiker, der in den 1990er-Jahren eine derart umfangreiche und in wissenschaftlichen Kreisen viel beachtete Monografie unter dem Titel „Respublika nemcev povolžja“ auf Russisch vorgelegt hatte. Auf der Grundlage von Archivmaterialien und weiteren Quellen untersucht German jene Faktoren, die zur Bildung der territorialen Autonomie geführt haben, zeigt die Rolle der Wolgadeutschen in den Zeiten des Bürgerkriegs und des Kriegskommunismus auf, analysiert die wirtschaftlichen, sozialen, politischen und kulturellen Besonderheiten der Entwicklung während der einzelnen historischen Phasen: in den Jahren der sogenannten „Neuen ökonomischen Politik“ (NÖP), der ersten zwei Fünfjahrespläne, am Vorabend und in den ersten Monaten des deutsch-sowjetischen Krieges. Besonderes Augenmerk legt German auf die Thematik der Liquidierung der ASSR der WD und der Deportation der deutschen Bevölkerung nach Sibirien und Kasachstan im Jahr 1941. Das Buch richtet sich ebenso an das Fachpublikum wie an einen breiten Kreis von Leserinnen und Lesern.

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VERFOLGT-ENTRECHTET-ENTEIGNET – Eine Gedenkschrift anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation

Am 28. August 2021 jährt sich zum 80. Mal der berüchtigte Erlass der obersten Staatsgewalt der UdSSR, der die Auflösung der Autonomen Republik der Wolgadeutschen und die Deportation der Deutschen in der Sowjetunion zur Folge hatte.
Das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) gab aus diesem Anlass eine Gedenkschrift heraus. Anhand von aussagekräftigen und teils bisher noch nicht veröffentlichten zeitgenössischen Dokumenten wie z. B. Zeitungsartikeln, Archivzeugnissen, geheimen Staatsverordnungen, Behördenkorrespondenz oder privaten Briefen wird der Weg der Verfolgung, Entrechtung, Enteignung und Diskriminierung der sowjetischen bzw. russischen „Bürger deutscher Nationalität“ von 1941 bis heute detailliert nachgezeichnet.

Zu den darin abgedruckten russischsprachigen Originalschriftstücken bieten wir jeweils eine deutsche Textfassung an. Diese dokumentarische Gedenkschrift wurde von unserem wissenschaftlichen Mitarbeiter, Dr. Viktor Krieger, konzipiert und dient der weiteren Aufarbeitung des Schicksals bzw. der Geschichte der Bundesbürger mit russlanddeutschem Hintergrund. Somit setzt sich das BKDR konsequent für eine sachkundige Geschichtsvermittlung ein.

Wir würden uns freuen, wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, diese Schrift weiterempfehlen würden. Für Fragen stehen wir Ihnen, vor allem unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Viktor Krieger, selbstverständlich zur Verfügung. Gegen eine geringfügige Versandpauschale in Höhe von 3,- EUR können Sie ab sofort eine gedruckte Fassung dieser Broschüre erhalten.

„Verfolgt-Entrechtet-Enteignet. Zum 80. Jahrestag der Deportation der Russlanddeutschen in der UdSSR. Eine dokumentarische Gedenkschrift.“

ISBN 978-3-948589-30-1

E-Mail: kontakt@bkdr.de; Tel.: 0911-89219599

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Internationale Konferenz zum 80. Jahrestag der Deportation der Deutschen aus Russland

Bischof Clemens Pickel anlässlich der internationalen Konferenz zum 80. Jahrestag der Deportation der Deutschen aus Russland.

Vom 20. – 22. August 2021 hat das BKDR gemeinsam mit seinen Partnern der deutschen National-kulturellen Autonomie des Bezirks Marx sowie der Internationalen Assoziation zur Erforschung der Geschichte und Kultur der Russlanddeutschen eine internationale wissenschaftliche Konferenz in Russland in den drei Städten Marx (Heimatmuseum), Engels (Historisches Archiv der Wolgadeutschen) sowie Saratow organisiert und durchgeführt. Anlass hierfür war der anstehende 80. Jahrestag der Deportation der Deutschen aus Russland am 28. August 2021. Die TeilnehmerInnen behandelten unter anderem die Problematiken der Vorkriegsgeschichte der Deutschen in Russland, die Situation im Wolgagebiet, die Deportation selbst sowie die Geschichte der Deutschen in der UdSSR während des Zweiten Weltkriegs. Auch die Zeit der Sowjetdeutschen in der postsowjetischen Periode der UdSSR spielte eine elementare Rolle bei der Konferenz.

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Rauminstallation „Im Fluss der Zeit“

„Was ist meine Heimat?“ – Diese Frage scheint durch das Gewebe der russlanddeutschen Geschichte, mit ihren vielen Schicksalen und Biografien. Der Heimatbegriff war, ist und bleibt weiterhin aktuell, weil wir darüber diskutieren, nachdenken und danach suchen. So bleibt „Heimat“ unser ständiger Begleiter im Fluss der Zeit.

Teil der Modellansicht der BKDR-Rauminstallation.

„Im Fluss der Zeit“ ist eine Rauminstallation, die als begehbares interaktives Kunstobjekt konzipiert ist und neue Perspektiven auf die Kultur und Geschichte der Deutschen aus Russland öffnet. Sie bietet dem Betrachter die Möglichkeit, in die Geschichte dieser Schicksalsgemeinschaft einzutauchen, zu fühlen und sich in das historische Geschehen hineinzuversetzen. Dieses besondere Erlebnis wird durch gestalterische Akzente und multimediale Komponenten unterstützt.

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Konferenzen und Vorträge

Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dr. Viktor Krieger, nahm in den vergangenen Wochen an mehreren auswärtigen Veranstaltungen teil, in denen unterschiedliche Aspekte der historischen und kulturellen Entwicklungen der Russlanddeutschen aufgegriffen wurden. Nachfolgend präsentieren wir Ihnen aufgrund der Nachfrage eine kurze Auswahl mit einigen weiterführenden Links zur Selbstrecherche sowie einschlägigen Dateien zur selbstständigen Wissensaneignung.

Russlanddeutsche und ihre Geschichte

Am 17. Juni 2021 referierte Dr. Krieger an der Universität Passau in der virtuellen Vortragsreihe „Perspektive Osteuropa“, die unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Wünsch konzipiert und von Danny Jurjević koordiniert wurde, zum Thema: „Russlanddeutsche und ihre Geschichte.“

Es ging vornehmlich um die Besonderheiten der Erinnerungskultur und des kollektiven Gedächtnisses der russlanddeutschen Bundesbürger.

Eingangs stellte Dr. Krieger fest, dass „im kollektiven Gedächtnis jeder sozialen, nationalen oder religiösen Gemeinschaft nur solche geschichtlichen Ereignisse verankert werden, die von der Mehrheit des jeweiligen Kollektivs unmittelbar miterlebt wurden und die Existenz und das Bewusstsein der nachfolgenden Generationen entschieden beeinflusst haben.

Das zentrale Erinnerungsnarrativ der Russlanddeutschen sei maßgeblich von Ausgrenzungs-, Leidens- und Opfererfahrungen während der kommunistischen Herrschaft geprägt: Zwischen 1917 und 1948 sind schätzungsweise etwa 480 000 deutsche Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer verhungert, im Archipel GULag umgekommen, an den Folgen der Deportation und Flucht verstorben oder erschossen worden. Für eine Ethnie, die Anfang der 50er Jahre lediglich ca. 1,35 Millionen Menschen zählte, ist dies eine beträchtliche Zahl.

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„Der Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR über die Aussiedlung der Deutschen […] sei nicht richtig.“ – ein Zeugnis der Standhaftigkeit und des Mutes aus dem Jahr 1945

Vor uns liegt ein bemerkenswertes Dokument aus den Federn eines inhaftierten wolgadeutschen Kommunisten, der während seiner Haft (!) im Jahr 1945 die Politik der Sowjetführung gegenüber ihren deutschen Bürgern unverhohlen missbilligte. Sich in solch einer prekären Situation dermaßen kritisch zu äußern, war ziemlich mutig.

Hier finden Sie die deutsche Übersetzung zu den oben angeführten Aussagen von Iwan (Johann) Becker:

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Michael Frieser (MdB) beim BKDR

Michael Frieser, Mitglied des Deutschen Bundestages, besuchte am vergangenen Freitag das BKDR und informierte sich aus erster Hand über die vielfältige Arbeit des Kulturzentrums. Er betonte den Leuchtturm-Charakter unserer Einrichtung, die bundesweit einmalig ist. Frieser bestätigte auch die zunehmende Sichtbarkeit der Deutschen aus Russland in vielen gesellschaftlichen Bereichen. Eine positive Entwicklung, die ihn persönlich sehr freue.

Michael Frieser (links), Mitglied des Deutschen Bundestages, mit dem Kulturzentrumsleiter Waldemar Eisenbraun.

Hartmut Koschyk beim BKDR

Der ehemalige Aussiedlerbeauftragte der Bundesregierung, Hartmut Koschyk, nahm an der BKDR-Videoreihe „Akademische Viertelstunde“ teil. In Zusammenwirkung mit dem Projektleiter der Stiftung „Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland“, Dr. Marco Just Quiles, entstand ein interessanter Beitrag über Russlanddeutsche in Südamerika. Anschließend fand ein reger Austausch über geplante Maßnahmen und mögliche Kooperationsprojekte statt.

© BKDR, v. l. n. r: Dr. Marco Just Quiles, Hartmut Koschyk und Waldemar Eisenbraun.

Prof. Dr. Bernd Fabritius beim BKDR

Heute war Prof. Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, beim Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) zu Gast.

Neben der Aufzeichnung eines Vortrages im Rahmen des BKDR-Medienprojektes „Akademische Viertelstunde“ stand ein Gespräch bzgl. der Digitalisierungsmöglichkeiten sowie des erleichterten Zugangs zu Archiven in Russland und anderen Nachfolgestaaten der UdSSR an der Tagesordnung, um umfassende Recherchen zu Persönlichkeiten und Ereignissen der russlanddeutschen Geschichte zu ermöglichen.

Prof. Dr. Bernd Fabritius (Mitte), Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, beim Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR).