Statistik des Monats „Oktober 2025“

Nachdem wir im vergangenen Monat auf die „Interesse an Politik 2018 (nach Migrationshintergrund“ eingegangen sind, präsentieren wir Ihnen in diesem Monat die „Politische Selbstwirksamkeit 2018 (nach Migrationshintergrund)“.

Vor dem Hintergrund der geschilderten Ergebnisse lohnt sich ein genauerer Blick auf die politische Selbstwirksamkeit von (Spät)Aussiedlern. Selbstwirksamkeit bezeichnet in der Psychologie allgemein verschiedene Arten subjektiver Kontrollüberzeugungen zur Gestaltung des eigenen Lebens und des Umfeldes (Bandura 1997).

Politische Selbstwirksamkeit bezieht sich konkret auf das Verhältnis der Menschen zu Politik und politischen Akteuren. Dieses Verhältnis wird durch zwei getrennt voneinander zu betrachtende Aspekte bestimmt (Beierlein et al. 2012: 7; Niemi/Craig/Mattei 1991: 1407–1408; SVR-Forschungsbereich 2019: 8): Der erste Aspekt richtet sich auf die Selbstwahrnehmung als Überzeugung, politische Sachverhalte verstehen und durch Engagement beeinflussen zu können (internal political efficacy). Der zweite Aspekt nimmt die wahrgenommene Responsivität vonseiten der Politik in den Blick (external political efficacy). Hier geht es darum, inwieweit die Menschen davon überzeugt sind, dass politische Akteure auf das Engagement von Bürgern reagieren. Politische Selbstwirksamkeit kann insofern politische Partizipation fördern, was sich empirisch belegen lässt (Reichert 2016: 229). Umgekehrt kann die Wahrnehmung, keinen Einfluss ausüben zu können oder von der Politik nicht gehört zu werden, das Vertrauen in politische Institutionen gefährden.

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Nachtrag zur Fachtagung „Schwaben in Georgien – შვაბები საქართველოში – Swabians in Georgia: Multidisziplinäre Perspektiven auf eine deutsch-georgische Verflechtungsgeschichte“

Die letzten beiden Tage der Fachtagung „Schwaben in Georgien – შვაბები საქართველოში – Swabians in Georgia: Multidisziplinäre Perspektiven auf eine deutsch-georgische Verflechtungsgeschichte“ standen ganz im Zeichen der thematischen Vertiefung und des wissenschaftlichen Austauschs über zentrale Aspekte des deutsch-georgischen Kulturerbes.

Der zweite Tag widmete sich zunächst dem Überthema „Bewahrung des kulturellen Erbes“. Dr. Anna Khukhua (Staatliche Zereteli-Universität Kutaissi) präsentierte ihren Beitrag „Artefakte als Mosaiksteine des kulturellen Erbes: Ein Projekt zur Erfassung, Klassifizierung und Digitalisierung von Artefakten der deutschen Siedler in Georgien“ und stellte dabei eindrucksvoll die Bedeutung materieller Kultur für die historische Erinnerung heraus. Daran anschließend beleuchtete Lali Kakhidze (Ilia State University Tbilissi) in ihrem Vortrag „Die schriftlichen Archivalien der deutschen Siedlungen in Georgien: Einblick in die digitale Erforschung dieses kulturellen Erbes“ die Rolle schriftlicher Quellen und digitaler Archivarbeit für die Bewahrung und Zugänglichkeit dieses kulturellen Erbes. Prof. Dr. Oliver Reisner (Ilia State University Tbilissi) ergänzte die Reihe mit seinem Beitrag „Quellenkundliche Studien zur deutsch-georgischen Verflechtungsgeschichte“ und berichtete zudem über die Aktivitäten des Vereins zur Bewahrung des deutschen Kulturerbes im Südkaukasus.

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Begegnungen in Almaty / Kasachstan (Fortsetzung)

Gerne möchten wir weitere Ergebnisse der jüngsten Reise unseres wissenschaftlichen Mitarbeiters Dr. Viktor Krieger nach Kasachstan präsentieren.

Neben der Teilnahme an der Jubiläumskonferenz, veranstaltet vom Institut für Geschichte und Ethnologie der Republik Kasachstan, fanden zugleich anregende Gespräche mit der Institutsleitung (Prof. Dr. Ziyabek Kabuldinov) sowie einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (Dr. Timur Apendiev, Prof. Dr. Zhamilja Asylbekova u. a.) statt. Diskutiert wurde die künftige Zusammenarbeit zu verschiedenen Aspekten der Geschichte der deutschen Minderheit in Kasachstan – im Vergleich mit anderen ethnischen Gemeinschaften der Republik, sowohl während der Sowjetzeit als auch im souveränen Staat seit 1991.

Thematisiert wurden unter anderem Fragen der demografischen Entwicklung, der Repressionen sowie des Protest- und nonkonformen Verhaltens in der Nachkriegszeit.

Im Rahmen der Festveranstaltungen wurde Dr. Krieger mit der Tschokan-Walichanow-Ehrenmedaille ausgezeichnet. Das Institut für Geschichte und Ethnologie trägt den Namen dieses ersten kasachischen Intellektuellen und Wissenschaftlers. Ein wichtiger Partner auf diesem Weg ist das Zentrale Staatsarchiv der Republik Kasachstan, das eine Fülle von Dokumenten unterschiedlicher Gattungen zur Geschichte der deutschen Minderheit seit dem späten 19. Jahrhundert beherbergt. Das Treffen am 29. September d. J. mit dem Direktor des Archivs, Dr. Sabit Shildebay, machte das große Interesse an einer Zusammenarbeit mit deutschen Organisationen deutlich. Dabei wurde ein erstes gemeinsames Projekt besprochen: eine Ausstellung mit Dokumenten des Zentralen Staatsarchivs über 150 Jahre deutsche Präsenz auf dem Territorium des heutigen Kasachstans.

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Fachtagung „Schwarzmeerdeutsche: Kultur, Geschichte, Gegenwart“

Unter diesem Titel fand in der Bildungs- und Begegnungsstätte „Der Heiligenhof“ in Bad Kissingen eine deutschlandweite Fachtagung vom 17. bis 19. Oktober 2025 statt, die vom Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland (BKDR, Nürnberg) konzipiert und mitorganisiert wurde.

Die Fachtagung mit zahlreichen bedeutsamen und interessanten Vorträgen fand großen Anklang.

Die Bildungs- und Begegnungsstätte „der Heiligenhof“ wird von der Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk getragen. Die kulturellen Beiträge wurden durch das Kulturzentrum BKDR gefördert. Die Wanderausstellung der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) bildete den begleitenden Rahmen.

„Im vergangenen Jahr widmeten wir uns den Wolgadeutschen, heuer stehen die Schwarzmeerdeutschen im Mittelpunkt“, erklärte Waldemar Eisenbraun, Geschäftsleiter des BKDR.

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„Schwaben in Georgien – შვაბები საქართველოში – Swabians in Georgia: Multidisziplinäre Perspektiven auf eine deutsch-georgische Verflechtungsgeschichte“

Die Fachtagung „Schwaben in Georgien – შვაბები საქართველოში – Swabians in Georgia: Multidisziplinäre Perspektiven auf eine deutsch-georgische Verflechtungsgeschichte“ eröffnet einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Facetten der deutsch-georgischen Geschichte und Kultur. Unter der fachlichen Leitung von Prof. Dr. Julia Ricart Brede (Universität Passau) wird die dreitägige Veranstaltung vom Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) organisiert und ausgerichtet.

Die Tagung begann am heutigen Nachmittag mit einer Begrüßung durch Prof. Dr. Olga Litzenberger (BKDR Nürnberg) im Namen von Waldemar Eisenbraun (Leitung BKDR), gefolgt von einer thematischen Einführung durch Prof. Dr. Julia Ricart Brede.

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+++ Spurensuche in Familiengeschichten (5) +++

Thema: „Moderne Ahnenforschung: Zwischen Tradition, DNA-Analyse, und sozialer Vernetzung“ mit Peter Aifeld

Am 25. Oktober 2025 (Samstag) veranstaltet das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Kooperation mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR, Ortsgruppe Nürnberg) sowie dem Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa (HFDO) im Haus der Heimat Nürnberg das fünfte praktische Seminar der Reihe „Spurensuche in Familiengeschichten“ zum Thema „Moderne Ahnenforschung: Zwischen Tradition, DNA-Analyse, und sozialer Vernetzung“ mit dem Referenten Peter Aifeld. Moderiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Olga Litzenberger und Dorothea Walter.

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Beitrag über das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) im Arbeitsbericht der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e. V.

Kürzlich wurde im Arbeitsbericht der Arbeitsgemeinschaft ostdeutscher Familienforscher e.V. ein Beitrag über die Gründung und Aktivitäten des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland (BKDR) veröffentlicht.

Verfasser ist unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Viktor Krieger. Diese Veröffentlichung verdeutlicht das zunehmende Interesse sowie die wachsende Bedeutung des BKDR auch im Bereich genealogischer Forschungen und Fragestellungen.

Der Beitrag über das BKDR steht Ihnen nachfolgend als Download zur Verfügung:

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Dr. Viktor Krieger in Almaty (Kasachstan)

Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dr. Viktor Krieger, befindet sich derzeit in Almaty (Kasachstan). Dort nimmt er an einer Jubiläumskonferenz teil, die dem 80. Jahrestag der Gründung des Akademischen Instituts für Geschichte und Ethnologie gewidmet ist. Wissenschaftler aus verschiedenen Teilen der Republik sowie aus mehreren Ländern, vor allem aus einigen Nachfolgestaaten der UdSSR (Kirgisien, Usbekistan, Russland, Aserbaidschan u. a.), aber auch aus Polen, China und Deutschland, versammelten sich am 26. September 2025 im Konferenzsaal der Akademie der Wissenschaften Kasachstans, um dem Jubilar zu gratulieren und verschiedene Aspekte der kasachischen Geschichte sowie der transnationalen Verflechtungen zu diskutieren.

Dr. Krieger während der Konferenz.

Dr. Krieger referierte über die Protest- und Dissidentenbewegungen der Deutschen in Kasachstan in den 1960er bis 1980er Jahren, die besonders in den Gebieten Alma-Ata und Karaganda ausgeprägt waren und die Republik zu einem Zentrum nonkonformer Aktivitäten wie Autonomie-, Ausreise- und Religionsbewegungen machten.

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Anklageschrift gegen deutsche Dissidenten in Nowosibirsk (1982)

(Dokument des Monats)

Russlanddeutsche Intellektuelle aus Geistes-, Sozial-, Natur-, Medizin- und technischen Wissenschaften begannen ab Ende der Siebzigerjahre, sich verstärkt für die Belange ihrer eigenen Minderheit in der Sowjetunion einzusetzen. Weit über die Grenzen des Landes hinaus wurden die bürgerrechtlichen Aktivitäten einer Dissidentengruppe aus dem Umfeld des Akademikerzentrums im sibirischen Nowosibirsk bekannt. Am 10. Februar 1983 erklärte das Nowosibirsker Gebietsgericht Konstantin Asmus, Viktor Axt, Wjatscheslaw Maier und Christian Ramchen (Reimchen) für schuldig, ein Buch über die Geschichte und Gegenwart der Deutschen in der UdSSR mit „vorsätzlich unwahren Aussagen“ geschrieben und unter ihren Landsleuten verbreitet zu haben. Ferner hätten sie den Versuch unternommen, zahlreiche „verleumderische“ Petitionen an verschiedene Institutionen der Sowjetunion zu entsenden. Besonders erbost zeigten sich die Richter über den „Offenen Brief an die Wissenschaftler der Sowjetunion. Gewidemt der Wiedergeburt der deutschen Nation in der UdSSR“.

Bild: (V. l. n. r.) Konstantin Asmus, Viktor Axt und Wjatscheslaw Maier.

Asmus und Axt waren Mitarbeiter an Instituten der Akademie der Wissenschaft, Maier studierte Soziologe und führte zahlreiche Befragungen durch, Reimchen war Abteilungsleiter eines Forschungsinstituts. Für ihre Aktivitäten wurden sie zu zweieinhalb Jahren Zwangsarbeit ohne Überführung ins Straflager verurteilt.

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BKDR-Bildungsreise nach Georgien 2025

Die diesjährige Bildungsreise nach Georgien begann mit einer Stadtrundfahrt „Auf deutschen Spuren in Tiflis“ mit dem Besuch der ehemaligen deutschen Siedlungen „Neu-Tiflis“ und „Alexandersdorf“ unter fachkundiger Führung durch Prof. Dr. Oliver Reisner. Seinen Ausführungen nach gibt es in der georgischen Hauptstadt Tiflis leider immer weniger Objekte, die die ursprüngliche deutsche Architektur darstellen würden.

Das Treffen mit den Vertretern der deutschen Minderheit fand im Hauptsitz der Assoziation der Deutschen Georgiens “Einung” statt.

Der amtierende Präsident Alexander Feldmaier gab einen Überblick über die zahlreichen Tätigkeit der Vereinigung seit ihrer Gründung im Jahr 1991 bis heute. Es fand ein reger Austausch zwischen unser Reisegruppe und den Vorstandsmitgliedern sowie Gruppen- und Projektleitern statt. Ein reichhaltiger kulinarischer Ausklang mit regionalen Köstlichkeiten rundete den herzlichen Empfang ab. Dafür danken wir herzlich!

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