DAZ veröffentlicht eine Rezension des Buches „In den Fängen der Zeit“ von Nelli Kossko
Das Onlineportal der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) veröffentlichte am 15.02.2026 eine Rezension des vor Kurzem im BKDR Verlag neu aufgelegten Buches „In den Fängen der Zeit“ von Nelli Kossko:


Ich weiß, es ist grausam, ein kleines Mädchen wie dich in all diese schrecklichen Dinge einzuweisen, aber ich habe sonst niemanden, mit dem ich mein Leid teilen könnte. Vergib mir, mein Kind!‘ (…) Wir machten in dieser Nacht kein Auge zu, und als es dann zu dämmern begann, verließ Mama mit einem kleinen Bündel über der Schulter das Dorf. Ich hasste die NKWD-Leute, zu denen sie jetzt ging, den Kommandanten, den Krieg, die Russen und die Deutschen, ich hasste die ganze Welt und mich selbst am meisten, denn schließlich war ich an allem schuld … Aus: „In den Fängen der Zeit“
„Emmi Wagner ist noch keine zehn Jahre alt. Sie lebt in einem kleinen ländlichen Ort bei Kostroma in Russland. In einem Verbannungsort, wie es so viele während des Zweiten Weltkriegs und der Jahre danach gab – für einige Minderheiten, die sich der Kollaboration mit dem faschistischen Deutschland auch nur verdächtig gemacht hatten, für politisch „unzuverlässige Elemente“, für Gefangene jeglicher Couleur – kurzum für Volksverräter, wie man sie zuweilen unvermittelt beschimpfte.
Emmi lebt dort … nein, fristet ihr Leben und hungert zusammen mit ihrer Mutter. Der Vater wurde direkt nach Emmis Geburt in den 30er-Jahren aufgrund einer fadenscheinigen Anklage vom allseits gefürchteten NKWD abgeführt und ist nie wieder zurückgekommen. Später erfahren wir: Er wurde erschossen. Zwei ältere Brüder von Emmi gelten als verschollen. Die Mutter hat sie während der von den Nazis angeordneten Umsiedlung aus ihrer Heimat nahe der ukrainischen Stadt Odessa verloren – im Chaos, das ein Bombardement der russischen Luftwaffe hervorgerufen hatte…
Emmi will nichts weiter, als gleichberechtigt behandelt zu werden. Doch weil sie zu einer verhassten Minderheit gehört, bleibt ihr dies in den meisten Fällen verwehrt. Leider nicht nur unmittelbar nach dem Krieg wird sie immer aufs Neue daran erinnert, welcher Abstammung sie ist und welches „Blut in ihren Adern fließt“ […]
Die vollständige Buchbesprechung von Artur Rosenstern lesen Sie unter dem folgenden Link:
DAZ, In der Fängen der Zeit, 15.02.2026.