Gedenkakt zu Ehren von Viktor Diesendorf

Am 3. Mai 2026 gedachten Verwandte und Wegbegleiter des am 28. April 2025 verstorbenen Viktor Diesendorf, eines Historikers und Publizisten wolgadeutscher Herkunft. Auf Einladung der Organisatoren nahm Waldemar Eisenbraun, Geschäftsleiter des Kulturzentrums BKDR, am Gedenkakt in Rottenburg am Neckar teil. Die Trauerschleife trug die Inschrift „In würdevoller Erinnerung – Wegbegleiter und BKDR“.

Viktor Diesendorf (russisch: Viktor Friedrichowitsch Diesendorf, 1951–2025) war ein russlanddeutscher Historiker, Sprachforscher und Publizist. Als Nachfahre deutscher Siedler an der Wolga gehörte er zum Personenkreis der Wolgadeutschen. Er forschte und veröffentlichte zur Geschichte, Demographie, Sprache und Kultur der Deutschen in Russland.

Zu seinen Arbeitsschwerpunkten zählten die deutschen Siedlungen, die Geschichte der Wolgadeutschen sowie Dialekte und Sprache. Zudem war er Verfasser eines umfangreichen „Deutsch-russischen Wörterbuchs der wolgadeutschen Marxstädter Mundart“. Diesendorf gilt als wichtige Persönlichkeit für die Aufarbeitung der Geschichte der Russlanddeutschen, die Bewahrung der wolgadeutschen Dialekte sowie für die kulturelle Identität der Wolgadeutschen.

Viktor Diesendorf war nicht nur wissenschaftlich tätig, sondern engagierte sich auch in der politischen und kulturellen Selbstorganisation der Russlanddeutschen „Wiedergeburt“ (russ. Wosrozhdenije) während der späten Sowjetzeit und in den Jahren danach.

Er war ein aktives Mitglied und eine prägende intellektuelle Stimme innerhalb dieser Bewegung. Mit seinen Veröffentlichungen zur Geschichte der eigenen Volksgruppe trug er maßgeblich dazu bei, die Argumentation der Selbstorganisation zu untermauern und zu stärken. Viktor Diesendorf leistete einen wichtigen Beitrag, politische Forderungen historisch fundiert und international verständlich zu formulieren.

Für die gute Organisation der mehrteiligen Gedenkveranstaltung danken wir Herrn Viktor Hergenröder und seinen Unterstützern herzlich.