Historiker aus Kasachstan zu Besuch beim BKDR

Am 8. und 9. Juli besuchte Dr. Timur Apendiyev, Abteilungsleiter des Akademischen Instituts für Geschichte und Ethnologie in Almaty (Kasachstan), unser Kulturzentrum. Er machte sich mit den Aktivitäten des BKDR vertraut, um mögliche gemeinsame Schnittstellen bei der Forschung zur Geschichte und Kultur der Deutschen in Kasachstan auszuloten. Bei diesem Treffen wurden mehrere potenzielle Kooperationsvorhaben besprochen. Unter anderem ging es um die Auswertung der Ergebnisse der ersten Nachkriegsvolkszählung von 1959, die wichtigen Daten zur demografischen Entwicklung unter den Deutschen nach der Deportation in der Sowjetunion (1941) enthält. Bisher hat die historische und bevölkerungswissenschaftliche Forschung diese Quelle kaum berücksichtigt. Zudem wäre eine Zusammenarbeit mit dem Institut in Kasachstan im Themenbereich der Repressionen im Stalinismus sehr sinnvoll. Schließlich wurde auch ein drittes mögliches Kooperationsfeld angesprochen: einige Bildungsprojekte des BKDR, bei denen die kasachische Seite ihre Unterstützung und Zuarbeit zusicherte.

Dr. Timur Apendiyev (Mitte) bekam zwei Bücher aus dem BKDR Verlag überreicht (c) BKDR.

An den Gesprächen nahmen Waldemar Eisenbraun, Dr. Viktor Krieger und Dr. Olga Litzenberger teil. Der Gast aus Kasachstan überreichte den Kollegen Eisenbraun und Krieger eine Einladung seiner Institutsleitung anlässlich des 80-jährigen Jubiläums seiner Einrichtung. Die Feierlichkeiten sowie eine wissenschaftliche Konferenz zu diesem Anlass finden Ende September 2025 in Almaty statt.

Am 10. Juli fand außerdem im Rahmen dieses Deutschlandbesuchs ein Arbeitstreffen am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg statt. Dieses wurde vom BKDR organisiert, um Herrn Dr. Apendiyev die Möglichkeit zu bieten, seine Institution in einem Vortrag vorzustellen. Dr. Viktor Krieger erläuterte in diesem Zusammenhang auch die Tätigkeitsfelder des BKDR. Die kommissarische Leiterin des Lehrstuhls, Prof. Dr. Katja Makhotina, zeigte großes Interesse an einer bi- oder trilateralen Kooperation zum Thema „Deutsche Minderheit in Kasachstan“. Wir danken insbesondere ihr für das Zustandekommen dieses Treffens sowie Herrn Dr. Apendiyev für seinen Besuch!

Beim Arbeitstreffen an der Friedrich-Alexander-Universität (c) BKDR.