Kalenderblatt des Monats „August 2026“ mit Johann Warkentin
Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „August 2026“ präsentieren. Konkret geht es hierbei um Johann Warkentin.
Johann Warkentin: Der Nestor und „Literaturpapst“ der russlanddeutschen Literaturszene.
* 11. Mai 1920 in Spat auf der Krim
† 9. April 2012 in Berlin
Leben und Werk:
Johann Warkentin studierte ab 1937 Anglistik in Leningrad (St. Petersburg). Nach Kriegsausbruch 1941 war er Militärdolmetscher, 1942 wurde er nach Sibirien deportiert und leistete bis 1946 Zwangsarbeit als Holzfäller.


Nach dem Krieg versuchte J. Warkentin, in Leningrad illegal weiterzustudieren, doch 1948 musste er nach Sibirien zurückkehren und setzte seine Ausbildung im Fernstudium fort. Danach arbeitete er als Lehrer für Deutsch, Englisch und Latein in Sibirien.
Ab 1956 war er Redaktionsmitglied der ersten deutschsprachigen Zeitung der Nachkriegszeit („Arbeit“), die 1957 verboten wurde (Barnaul, 1955–1957). Warkentin lebte und wirkte von 1961 bis 1968 in Kasachstan.
Ab 1963 war er Mitglied des Schriftstellerverbands der UdSSR. Vor der Ausreise nach Ost-Berlin (1981) war J. Warkentin Leiter der Literaturabteilung der Zeitung „Neues Leben“ (Moskau). Bis zur Wendezeit war er unter anderem als Übersetzer für die Zeitschrift „Sowjetliteratur“ sowie literarisch, literaturkritisch und kulturpolitisch aktiv.
Im Jahr 2002 wurde J. Warkentin für sein Engagement um die Integration der Russlanddeutschen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.
Literaturauswahl von und über Johann Warkentin:
– Warkentin, Johann: Russlanddeutsche. Woher? Wohin? Von Katharina II. (der Großen) bis in die Gegenwart, Aufbau Verlag, 1992.
– Warkentin, Johann: Geschichte der rußlanddeutschen Literatur aus persönlicher Sicht, hrsg. von der LmDR, Stuttgart 1999.
– Agnes Gossen und Nina Paulsen (Hrsg.): Johann Warkentin (1920-2012). Festschrift zum 100. Geburtstag, BKDR Verlag, 2020.