„Kalenderblatt des Monats“ mit Robert Weber: Der Hoffnungsträger der sowjetdeutschen Literatur
Heute präsentieren wir Ihnen das Kalenderblatt des Monats „September 2026“ mit Robert Weber.
Geb.: 1. Januar 1938 in Pawlowski Possad bei Moskau.
Gest.: 26. Mai 2009 in Augsburg.


Leben und Werk:
Robert Weber lebte ab 1942 bei seinen Großeltern im sibirischen Sarbala bei Kemerowo, weil seine Eltern zur Zwangsarbeit im Norden Russlands eingezogen worden waren. Seine Mutter wurde 1944 aus dem Arbeitslager entlassen. Von 1957 bis 1960 studierte R. Weber Medizin (ohne Abschluss). Von 1961 bis 1966 studierte er mit Erfolg Deutsch und Englisch an der renommierten Pädagogischen Maurice-Thorez-Hochschule in Moskau und arbeitete anschließend als Englischlehrer.
Als einer der Ersten unter den deutschsprachigen Autoren experimentierte er mit neuen, in der UdSSR teils verpönten literarischen Formen, wie z. B. vers libre, wofür er anfangs von Kollegen stark kritisiert wurde. Letztendlich prägte R. Weber die russlanddeutsche Literatur maßgeblich mit – u. a. als Vorsitzender der Kommission für sowjetdeutsche Literatur beim Schriftstellerverband der UdSSR (ab 1975) und als Korrespondent der Zeitschrift Neues Leben.
Vor seiner Übersiedlung nach Deutschland (2000) veröffentlichte er acht eigenständige Bücher und gab zudem Anthologien mit russlanddeutschen Literaten heraus. In Deutschland publizierte er relativ wenig und schied 2009 durch Freitod aus dem Leben.
Literaturauswahl von und über Robert Weber:
– Weber, Robert. Gesammelte Werke, Moskau 2016-2021, Bände I bis VII.
– Weber, Robert: Russlanddeutsche Fabel, Berlin 1992.