Lehren aus dem 27. Januar 1945

Der 27. Januar ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. An diesem Tag wird an den Genozid an den europäischen Juden sowie an die Millionen verfolgter, entrechteter, verschleppter und ermordeter Menschen im Deutschen Reich selbst und in den von ihm okkupierten Ländern und Territorien gedacht.

Aufgrund ihrer Diktaturerfahrungen können Russlanddeutsche die Tragödie, den Schmerz und die Wut der Opfer und ihrer Nachkommen sehr gut nachempfinden. Sie zeigen sich solidarisch mit den Betroffenen und fordern unmissverständlich: „Nie wieder!“ Nie wieder sollten totalitäre Ideologien und Regime eine Chance bekommen.

Am 27. Januar 1945 nahmen sowjetische Soldaten den größten Konzentrations- und Vernichtungslagerkomplex Auschwitz-Birkenau ein und befreiten die dort noch am Leben befindlichen, unter unmenschlichen Bedingungen leidenden Häftlinge. Einige Monate später erlitt das nationalsozialistische Regime eine totale Niederlage, die Tötungen und Verwüstungen gingen zu Ende, und die NS-Ideologie landete auf der Müllhalde der Geschichte.

Man wünschte sich, dass ebenso der Archipel Gulag befreit worden wäre, mit ähnlichen Konsequenzen. Millionenfache Menschenopfer und enorme Zerstörungen wären uns in den folgenden Jahren bis heute somit ebenfalls erspart geblieben.

Dr. Viktor Krieger