Statistik des Monats „August 2025“

Nachdem wir im vergangenen Monat auf die „Zufriedenheit mit den politischen Verhältnissen in Deutschland und im Herkunftsland 2018 (nach Migrationshintergrund)“ vorgestellt haben, zeigen wir in diesem Monat die „Zufriedenheit mit der Art und Weise, wie Demokratie in Deutschland funktioniert, und Beurteilung der Idee der Demokratie 2020 (nach Migrationshintergrund).

Die Ergebnisse zur Zufriedenheit mit der Art und Weise, wie Demokratie in Deutschland funktioniert, korrespondieren mit den Erkenntnissen zum Vertrauen in die politischen Institutionen sowie in die Politik. Demnach sind alle Untersuchungsgruppen mehrheitlich „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“, wobei in allen Gruppen die Befragten eher „zufrieden“ als „sehr zufrieden“ sind (Abb. 8.4). Gut drei Viertel der Zugewanderten mit (Spät)Aussiedlerstatus sind „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ – dieser Wert liegt erneut zwischen dem Wert der beiden anderen Gruppen. Deutsche ohne Zuwanderungsgeschichte sind mit knapp zwei Dritteln am wenigsten zufrieden. Am zufriedensten ist mit 85 Prozent wiederum die übrige Bevölkerung mit Migrationserfahrung. Dabei unterscheiden sich die drei Gruppen statistisch signifikant. Postsowjetische (Spät)Aussiedler sind mit 73 Prozent etwas weniger zufrieden als solche aus anderen Herkunftsregionen, die zu 84 Prozent angeben, mit dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland zufrieden zu sein.

Unabhängig von der Demokratiepraxis in Deutschland wird die Idee der Demokratie generell nochmals stärker bejaht. Auffallend ist hier die große Differenz zur Zufriedenheit mit der gelebten Demokratie vor allem bei Deutschen ohne Migrationshintergrund sowie eingeschränkt auch bei postsowjetischen (Spät)Aussiedlern, die durchaus als Kritik an den geltenden Verhältnissen interpretiert werden kann. Bei postsowjetischen (Spät)Aussiedler zeigt sich mit 86 Prozent eine hohe Zustimmung zur Demokratie als Idee, während der gelebten Demokratie rund 13 Prozentpunkte weniger zugestimmt wird. Die Bevölkerung ohne Migrationshintergrund ist sogar zu fast 90 Prozent von der Idee der Demokratie überzeugt. Zugleich ist sie nur zu 64 Prozent zufrieden mit der gelebten Demokratie, was einen Unterschied von rund 26 Prozentpunkten ausmacht. Erneut ist die Bevölkerung mit Migrationserfahrung mit 95 Prozent am stärksten von der Demokratie als Regierungsform überzeugt. Betrachtet man die Zugewanderten mit (Spät)Aussiedlerstatus insgesamt, so muss festgestellt werden, dass sie verglichen mit den beiden anderen Gruppen mit 84 Prozent am wenigsten von der Idee der Demokratie überzeugt sind. Die Zufriedenheit mit der Demokratie in Deutschland sowie mit der Demokratie als Idee hängt bei Zugewanderten mit und ohne (Spät)Aussiedlerstatus u. a. mit der Aufenthaltsdauer zusammen. Erneut lässt sich beobachten, dass (Spät)Aussiedler die Demokratie in Deutschland mit zunehmender Aufenthaltsdauer positiver bewerten – andere Zugewanderte werden hingegen skeptischer, je länger sie in Deutschland leben.

Dies ist lediglich ein Teilaspekt der vorliegenden Studie, aus der viele weitere interessante Dinge hervorgehen.

Zur gesamten Studie gelangen Sie HIER oder HIER.

Darüber hinaus haben wir vom BKDR mit beiden Wissenschaftlern im Rahmen unserer Bildungsreihe „Akademische Viertelstunde“ jeweils einen Videobeitrag angefertigt. Die Videos finden Sie auf unserem YouTube-Kanal unter (Beitrag von Johannes Graf):

bzw. hier (Beitrag von Dr. Nils Friedrichs):