Statistik des Monats „Dezember 2025“

Über zwei Jahre hinweg haben wir Ihnen im Rahmen der „Statistik des Monats“ wissenswerte Einblicke in die SVR-Studie 2022-1 mit dem Titel „Integration gelungen? Lebenswelten und gesellschaftliche Teilhabe von (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedlern“ gegeben – heute erscheint die letzte Statistik zu dieser Studie.

Zur Möglichkeit der Präsentation möchten wir sowohl Johannes Graf vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als auch Dr. Nils Friedrichs (wissenschaftlicher Mitarbeiter im wissenschaftlichen Stab des Sachverständigenrates für Integration und Migration) recht herzlich danken und gleichzeitig auf die untenstehenden „Akademischen Viertelstunden“ aufmerksam machen, die im Zuge dessen im BKDR mit den beiden Forschern entstanden sind.

Nachdem wir im vergangenen Monat auf die „Parteipräferenz 2018 (nach Migrationshintergrund)“ eingegangen sind, stellen wir Ihnen in diesem Monat die positiv und negativ konnotierten Einstellungen zu Flucht und Asyl 2018 (nach Migrationshintergrund) vor.

Betrachtet man Aussagen, die eine positive Sichtweise auf Geflüchtete ausdrücken oder ihre weitere Aufnahme bejahen, so stimmen (Spät-)Aussiedler in etwas geringerem Maße zu als die sonstige Bevölkerung mit Migrationserfahrung sowie jene ohne Migrationshintergrund (Abb. 8.8 ). Dass Deutschland im Zweifelsfall auch als einziges EU-­Land weiterhin Flüchtlinge aufnehmen soll, findet in allen Gruppen weniger Zustimmung. Zwar zeigt der Vergleich zwischen postsowjetischen und anderen (Spät-)Aussiedlern, dass Erstere insgesamt etwas skeptischer eingestellt sind; die Unterschiede zwischen den Gruppen sind statistisch jedoch nicht signifikant.

Das gewonnene Bild dreht sich praktisch um, wenn man auf negativ konnotierte Aussagen zu Geflüchteten blickt (Abb. 8.9). Generell lässt sich für alle untersuchten Gruppen sagen, dass Flüchtlinge eher als eine Bedrohung der Sicherheit in Deutschland denn als eine Bedrohung des Wohlstandes betrachtet werden. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Vorbehalte gegenüber Geflüchteten in der Bevölkerung insgesamt weit verbreitet sind.

Vergleichsweise wenig wird die Forderung einer kulturellen Anpassung der Flüchtlinge befürwortet. Hier unterscheiden sich die befragten Gruppen kaum voneinander; die Zustimmungswerte liegen jeweils zwischen 30 und 40 Prozent. Diese Resultate legen die Vermutung nahe, dass (Spät-)Aussiedler ein spezifisches Verhältnis zu Flüchtlingen aufweisen, das auf andere Zugewanderte nicht zutrifft. Daran anschließend vertreten einige Studien die These, dass Zugewanderte mit (Spät-)Aussiedlerstatus sich mit den jüngst nach Deutschland gekommenen Geflüchteten vergleichen. Sie betrachteten sich in Abgrenzung zu ihnen einerseits als kulturell zugehörig zu den „Deutschen“, andererseits hätten sie die Erfahrung gemacht, als Deutsche nicht anerkannt zu werden (Schmalz 2019: 453).

Dies sind nur Teilaspekte der Studie. Zur gesamten Studie gelangen Sie HIER oder HIER.

Darüber hinaus haben wir vom BKDR wie o. g. mit beiden Wissenschaftlern im Rahmen unserer Bildungsreihe „Akademische Viertelstunde“ jeweils einen Videobeitrag angefertigt. Die Videos finden Sie auf unserem YouTube-Kanal unter (Beitrag von Johannes Graf):

bzw. hier (Beitrag von Dr. Nils Friedrichs):