Statistik des Monats „Juli 2025“

Nachdem wir im vergangenen Monat auf das „Vertrauen in Parteien und die Politik 2020 (nach Migrationshintergrund)“ eingegangen sind, zeigen wir in diesem Monat die „Zufriedenheit mit den politischen Verhältnissen in Deutschland und im Herkunftsland 2018 (nach Migrationshintergrund)“.

Insgesamt ist in allen Untersuchungsgruppen eine Mehrheit mit den politischen Verhältnissen in Deutschland „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ (Abb. 8.3). Die Gruppe der (Spät-)Aussiedler unterscheidet sich dabei nicht wesentlich von Deutschen ohne Migrationshintergrund. Demgegenüber ist die Bevölkerung mit Migrationserfahrung wesentlich zufriedener als die beiden anderen Gruppen.

Spiegelbildlich dazu steht die Zufriedenheit mit den politischen Verhältnissen im Herkunftsland. (Spät-)Aussiedler insgesamt sind zu über einem Drittel mit diesen „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ und damit zufriedener als Befragte mit Migrationserfahrung mit einem Viertel. Diese höhere Zufriedenheit geht vor allem auf (Spät-)Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion zurück. Mit 44 Prozent sind annähernd doppelt so viele postsowjetische Zugewanderte mit (Spät-)Aussiedlerstatus mit den Verhältnissen in ihren Herkunftsländern zufrieden wie andere (Spät-)Aussiedler mit einem Viertel. Postsowjetische (Spät-)Aussiedler und insbesondere Russlandstämmige haben also (auch im Vergleich zu der Haltung von Personen aus anderen Herkunftsstaaten ihrem Herkunftsland gegenüber) zu einem nicht geringen Teil eine prorussische Haltung. Andererseits sind auch die postsowjetischen (Spät-)Aussiedler (als Gesamtgruppe) mehrheitlich mit den Verhältnissen in Deutschland zufrieden und mit denen im Herkunftsland mehrheitlich unzufrieden.

Zugleich lässt sich bei den (Spät-)Aussiedler kein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit den Verhältnissen in Deutschland und jener mit den Verhältnissen im Herkunftsland feststellen. Insgesamt sind 20 Prozent von ihnen sowohl mit den Verhältnissen in Deutschland als auch mit denen im jeweiligen Herkunftsland zufrieden. Eine etwas größere Gruppe von 28 Prozent ist weder mit der Situation in Deutschland noch mit jener im Herkunftsland zufrieden. Die mit Abstand größte Gruppe (37 %) bewertet die politische Situation in Deutschland positiv, diejenige im Herkunftsland hingegen negativ. Die mit 15 Prozent kleinste Gruppe beurteilt die politische Lage im Herkunftsland positiv und die Situation in Deutschland negativ. Insofern lässt sich auch hier feststellen, dass eine politische „Rückbesinnung“ auf den jeweiligen Herkunftsstaat – ähnlich wie bei der Frage der (emotionalen) Verbundenheit – zwar bei mehr als vier von zehn Befragten aus postsowjetischen Herkunftsstaaten vorkommt, aber in der Gruppe der (Spät-)Aussiedler insgesamt nicht vorherrscht.

Die ist lediglich ein Teilaspekt der vorliegenden Studie, aus der viele weitere interessante Dinge hervorgehen.

Zur gesamten Studie gelangen Sie HIER oder HIER.

Darüber hinaus haben wir vom BKDR mit beiden Wissenschaftlern im Rahmen unserer Bildungsreihe „Akademische Viertelstunde“ jeweils einen Videobeitrag angefertigt. Die Videos finden Sie auf unserem YouTube-Kanal unter (Beitrag von Johannes Graf):

https://youtu.be/I2VcirBLPGI

bzw. hier (Beitrag von Dr. Nils Friedrichs):

https://youtu.be/jtN6HC_YNWY