Statistik des Monats „November 2025“
Nachdem wir im vergangenen Monat auf die „Politische Selbstwirksamkeit 2018 (nach Migrationshintergrund)“ präsentiert haben, erörtern wir in diesem Monat die „Parteipräferenz 2018 (nach Migrationshintergrund)“.

Die Ergebnisse des SVR-Integrationsbarometers 2018 zur Parteipräferenz entsprechen in vielen Punkten den angeführten Forschungsresultaten (Abb. 8.7). Im Vergleich zur Bevölkerung mit Migrationserfahrung bzw. ohne Migrationshintergrund favorisieren (Spät-)Aussiedler eher die Parteien CDU/CSU, Die Linke sowie die AfD. Mit etwa 36 Prozent präferieren sie die Unionsparteien aber nur wenig mehr als andere Zuwanderinnen und Zuwanderer (34 %). Eventuell war für diese Präferenz auch die Flüchtlingspolitik von CDU/CSU und SPD förderlich (Jacobsen/Kroh 2021: 498). Die Neigung zur Linkspartei ist bei (Spät-)Aussiedlern mit etwa 12 Prozent gegenüber anderen Zugewanderten (5 %) und der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (7 %) deutlich stärker ausgeprägt. In Bezug auf die Neigung zur AfD setzen sie sich vor allem von der Bevölkerung mit sonstiger Migrationserfahrung ab, die diese Partei so gut wie gar nicht wählt; die Werte sind jedoch auch höher als diejenigen der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.
Darüber hinaus werden CDU/CSU, Die Linke und die AfD eher von postsowjetischen (Spät-)Aussiedlern bevorzugt als von Personen aus anderen Herkunftsregionen. Diese tendieren eher zur SPD sowie zur FDP, die sie mit 10 Prozent von allen Gruppen am häufigsten präferieren. Somit bevorzugen Zugewanderte aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion eher Parteien, die sie im Wahlkampf 2017 auch explizit als Wählergruppe adressierten (Goerres/Mayer/Spies 2020: 1209). Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Präferenz der Zugewanderten mit (Spät-)Aussiedlerstatus für die Unionsparteien bis heute gültig ist.
Zur gesamten Studie gelangen Sie HIER oder HIER.
Darüber hinaus haben wir vom BKDR mit beiden Wissenschaftlern im Rahmen unserer Bildungsreihe „Akademische Viertelstunde“ jeweils einen Videobeitrag angefertigt. Die Videos finden Sie auf unserem YouTube-Kanal unter (Beitrag von Johannes Graf):
bzw. hier (Beitrag von Dr. Nils Friedrichs):