Statistik des Monats „Oktober 2025“

Nachdem wir im vergangenen Monat auf die „Interesse an Politik 2018 (nach Migrationshintergrund“ eingegangen sind, präsentieren wir Ihnen in diesem Monat die „Politische Selbstwirksamkeit 2018 (nach Migrationshintergrund)“.

Vor dem Hintergrund der geschilderten Ergebnisse lohnt sich ein genauerer Blick auf die politische Selbstwirksamkeit von (Spät)Aussiedlern. Selbstwirksamkeit bezeichnet in der Psychologie allgemein verschiedene Arten subjektiver Kontrollüberzeugungen zur Gestaltung des eigenen Lebens und des Umfeldes (Bandura 1997).

Politische Selbstwirksamkeit bezieht sich konkret auf das Verhältnis der Menschen zu Politik und politischen Akteuren. Dieses Verhältnis wird durch zwei getrennt voneinander zu betrachtende Aspekte bestimmt (Beierlein et al. 2012: 7; Niemi/Craig/Mattei 1991: 1407–1408; SVR-Forschungsbereich 2019: 8): Der erste Aspekt richtet sich auf die Selbstwahrnehmung als Überzeugung, politische Sachverhalte verstehen und durch Engagement beeinflussen zu können (internal political efficacy). Der zweite Aspekt nimmt die wahrgenommene Responsivität vonseiten der Politik in den Blick (external political efficacy). Hier geht es darum, inwieweit die Menschen davon überzeugt sind, dass politische Akteure auf das Engagement von Bürgern reagieren. Politische Selbstwirksamkeit kann insofern politische Partizipation fördern, was sich empirisch belegen lässt (Reichert 2016: 229). Umgekehrt kann die Wahrnehmung, keinen Einfluss ausüben zu können oder von der Politik nicht gehört zu werden, das Vertrauen in politische Institutionen gefährden.

Im SVR¬Integrationsbarometer wird die interne politische Selbstwirksamkeit (internal political efficacy) mit dem Zutrauen, politische Fragen verstehen zu können, erfasst. Um die externe politische Selbstwirksamkeit (external political efficacy) zu evaluieren, sollten die Befragten angeben, inwieweit sie der Ansicht sind, Politikerinnen und Politiker kümmerten sich darum, was einfache Leute denken. In allen Untersuchungsgruppen sind die Menschen mehrheitlich davon überzeugt, politische Fragen verstehen und einschätzen zu können (Abb. 8.6). (Spät)Aussiedlern liegen in ihrer Einschätzung erneut zwischen der Bevölkerung mit Migrationserfahrung und den Menschen ohne Migrationshintergrund, wobei die Unterschiede zwischen den Gruppen gering und statistisch nicht signifikant sind. Während sich 73 Prozent der Bevölkerung mit Migrationserfahrung ein tieferes Verständnis politischer Sachverhalte zutrauen, sind es bei derjenigen mit (Spät)Aussiedlerstatus 76 Prozent. Deutsche ohne Zuwanderungsgeschichte meinen zu 81 Prozent, sie seien in politischen Fragen kompetent. Es lassen sich zudem Differenzen zwischen (Spät)Aussiedlern unterschiedlicher Geburtsregionen feststellen. Zugewanderte aus der ehemaligen Sowjetunion glauben nur zu 72 Prozent, sie seien politisch kompetent, dies entspricht etwa der Einschätzung der Bevölkerung mit sonstiger Migrationserfahrung. Bei (Spät)Aussiedlern aus anderen Regionen liegt der Wert mit 83 Prozent dagegen sogar noch etwas höher als bei Deutschen ohne Migrationshintergrund.

Dies ist lediglich ein Teilaspekt der vorliegenden Studie, aus der viele weitere interessante Dinge hervorgehen.

Zur gesamten Studie gelangen Sie HIER! oder HIER!

Darüber hinaus haben wir vom BKDR mit beiden Wissenschaftlern im Rahmen unserer Bildungsreihe „Akademische Viertelstunde“ jeweils einen Videobeitrag angefertigt. Die Videos finden Sie auf unserem YouTube-Kanal unter (Beitrag von Johannes Graf):

bzw. hier (Beitrag von Dr. Nils Friedrichs):