Beim Auftakt der BKDR-Bildungsreise „Auf wolgadeutschen Spuren in Argentinien“ ging es für die Reisegruppe nach Gualeguaychú, einer Stadt im Südosten der Provinz Entre Ríos.
Hier gibt es eine exponierte Stelle, die auf Initiative der Nachkommen der Wolgadeutschen erst vor Kurzem zum „Platz der Wolgadeutschen“ umbenannt wurde.
Die entsprechende Urkunde der Stadtverwaltung wurde im Rahmen der vom BKDR initiierten Gedenkveranstaltung, an der auch der Bürgermeister Mauricio Davico persönlich teilnahm, an die regionale Gesellschaft der Wolgadeutschen unter der Leitung von Leandro Hildt übergeben.
Auch der letzte Tag unserer diesjährigen BKDR-Bildungsreise nach Kasachstan war ebenso intensiv wie emotional.
Wir besuchten die museale Memorialanlage „ALZHIR“, in der einst Ehefrauen, Mütter sowie Schwestern der sogenannten „Volksverräter“ inhaftiert waren. Mehr Informationen hierüber finden Sie HIER.
An dem von der Bundesrepublik Deutschland gestifteten Gedenkstein wurde ein Gedenkakt mit Kranzniederlegung vorgenommen. Solche Gedenktakte sind dahingehend ein stilles, aber kraftvolles Zeichen des Gedenkens und der Verantwortung im Rahmen der Erinnerungskultur. Sie ehren das Andenken an Menschen, die durch Unrecht, Gewalt oder Diskriminierung gelitten haben und erinnern gleichzeitig die Gesellschaft an die Folgen von Ausgrenzung und Unterdrückung. Durch diese symbolische Geste wird nicht nur Mitgefühl gezeigt, sondern auch ein aktives Bekenntnis zu einer offenen, gerechten und menschenwürdigen Zukunft abgelegt.
Der 31. Mai ist in Kasachstan der „Tag der Erinnerung an die Opfer der politischen Repression und des Hungers“. Er ist ein nationaler Gedenktag, der jährlich an die Opfer von politischen Verfolgungen und der Hungersnot der 1930er-Jahre erinnert.
Aus diesem Anlass nahm unsere Reisegruppe eine Kranzniederlegung am ehemaligen Verwaltungsgebäude des KarLag vor.
Karlag, auch Karaganda-ITL, war ein Besserungsarbeitslager des NKWD und Teil des größeren Lagersystems der Gulag. Es befand sich in der Oblast Karaganda in Kasachstan, bestand von 1930 bis 1959 und hatte insgesamt etwa 800.000 Häftlinge – davon mehrere Tausend deutscher Nationalität. Die Gesamtzahl der Deutschen betrug inklusive der Deportierten Ende 1941 in Kasachstan 441.713.
Nachstehend einige weitere Eindrücke der Kranzniederlegung.
Unsere Reisegruppe hat in den vergangenen Tagen die ausgestellten Meisterwerke in Original erleben dürfen. Die Tätigkeit der deportierten und repressierten Deutschen hat die bildende Kunst in der Region maßgeblich beeinflusst und gestaltet. Deutsche Künstler sind zu Lehrern zahlreicher Kunstschaffender in Kasachstan geworden.
Ebenso beeindruckend war der Austausch mit der heutigen Deutschen Jugend aus Karaganda und Umgebung. Die engagierten Angehörigen des Jugend-Clubs der Vereinigung „Wiedergeburt“ haben eine Stadtführung „Auf deutschen Spuren in Karaganda“ konzipiert, realisiert und unserer Reisegruppe vorgestellt – herzlichen Dank dafür!
Für unsere Reisegruppe war es eine besondere Ehre, mit dem Diözesanbischof Tomasz Peta ins Gespräch zu kommen. Dahingehend berichteten einige der Mitgereisten von ihren Taufen, die zu Sowjetzeiten im Verborgenen stattfinden mussten. Manche Landsleute haben sich später in Deutschland noch einmal taufen lassen.
Im Zuge dessen wurde Diözesanbischof Peta das Buch „Hieronymus“ aus dem BKDR-Verlag übergeben. Mehr Informationen zur Publikationen erhalten Sie auf unserer Homepage unter dem nachfolgenden Link:
Heute war ein besonderer Tag unserer laufenden Bildungsreise nach Kasachstan, denn heute besuchten wir das Kasachisch-Deutsche Zentrum in Astana, dem Hauptsitz der Selbstorganisation der Deutschen in Kasachstan. Dem von der Bundesrepublik Deutschland geförderten Verband gehören landesweit 18 regionale Gliederungen an. Die regionale Gesellschaft „Wiedergeburt Astana“ (Vorsitzender Alexander Kail) ist hierbei ein langjähriger Partner des BKDR.
Das BKDR war mit allen Exkursionsteilnehmern zu Gast im KDZ in Astana.
Das intensive und abwechslungsreiche Programm bestand aus einer Präsentation der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) durch die Chefredakteurin Olesja Klimenko sowie dem Vortrag der Historikerin Yulia Podoprigora über die Spezifika der Kasachstandeutschen.
Eine weitere Station der diesjährigen Bildungsreise nach Kasachstan führte die Reisegruppe zur Agrarfirma „Rodina“, einem Vorzeigebetrieb für ganz Kasachstan.
Ivan Adamowitsch Sauer, der „Rodina“ maßgeblich aufgebaut und zum Erfolg geführt hat, empfing die Gruppe zu einem detailreichen und offenen Austausch. Etwas später nahm er sich erneut Zeit für die Exkursionsgruppe bei einem festlichen Mittagessen in der dorfeigenen Kantine.
Der themenbezogene Teil der Bildungsreise begann mit dem Besuch der evangelisch-lutherische Erlöserkirche in Astana. Unsere Exkursionsgruppe nahm am Gottesdienst teil, dem ein geschichtlicher Umriss zum Thema „Religionen“ durch Dr. Olga Litzenberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin des BKDR, folgte.
Die von ihr konzipierte Wanderausstellung „Einblicke in das religiöse Leben der Russlanddeutschen“ wird noch einige Tage in der Kirche präsentiert. Hierfür danken wir unserem Kooperationspartner „Wiedergeburt Astana“ für die Bereitstellung und den Aufbau der Wanderausstellung.
Abschließend wurden alle Kirchenbesucher zum Tee und Kuchen eingeladen, um einen zwanglosen Austausch zwischen den Mitgliedern der Kirchengemeinde und den Teilnehmern der Reisegruppe zu ermöglichen.
Trotz einer langen Anreise in zwei Etappen sowie einer Nacht im Flugzeug, ließ es sich die Reisegruppe nicht nehmen, gleich am ersten Tag der Exkursion in Astana (Kasachstan) eine geführte Stadtrundfahrt zu machen.
Die Teilnehmer sind nach langer Reise zwar müde, dafür umso motovierter in den ersten Tag der diesjährigen BKDR-Bildungsreise nach Kasachstan gestartet.
Nachstehend sehen Sie noch einige weitere Eindrücke der aktuell laufenden Bildungsreise – zahlreiche weitere werden Folgen.
Bereits in der vergangenen Woche haben wir exklusiv von der BKDR-Bildungsreise nach Georgien berichtet. Mittlerweile ist die 20-köpfige Reisegruppe unter der Leitung von Waldemar Eisenbraun (Leitung BKDR) und Prof. Dr. Olga Litzenberger (wissenschaftliche Mitarbeiterin) wieder wohlbehalten nach Deutschland zurückgekehrt und um einiges an Fachwissen sowie wundervollen Erinnerungen reicher.
Doch vorher waren die Teilnehmer in Trialeti (ehemals „Alexanderhilf“) und darüber hinaus in der ehemaligen deutschen Siedlung „Elisabethtal“ (heute Assureti) in der Nähe von Tiflis in der georgischen Verwaltungsregion „Niederkartlien“, um deutsche Baudenkmäler und Friedhöfe zu besichtigen. Weitere beeindruckende Reiseziele an den Programmtagen waren unter anderem die Swetizchoweli-Kathedrale sowie das Kloster Dschwari, die zum UNESCO-Welterbe gehören.
Am Tag ohne festgelegte Programmpunkte verständigte sich die Gruppe während der freien Zeit darauf, einen gemeinsamen Ausflug zur Burg Ananuri zu unternehmen, die an der Georgischen Heerstraße, einer Fernstraße in der größten Gebirgskette im Kaukasus, liegt. Die Kaukasiendeutschen selbst kamen weitestgehend in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ins Land.
Der letzte Tag vor der Abreise bestand darin, nach Sartichala, einer ehemaligen Siedlung der Kaukasiendeutschen, zu reisen. Bis 1944 trug der Ort den deutschen Namen „Marienfeld“. Den Abschluss bildete der Besuch eines deutschen Weinbetriebs in Sighnaghi und damit verbunden einer Führung zur Historie des deutschen Weinanbaus sowie anschließender Verkostung.