Begegnungen in Almaty / Kasachstan (Fortsetzung)

Gerne möchten wir weitere Ergebnisse der jüngsten Reise unseres wissenschaftlichen Mitarbeiters Dr. Viktor Krieger nach Kasachstan präsentieren.

Neben der Teilnahme an der Jubiläumskonferenz, veranstaltet vom Institut für Geschichte und Ethnologie der Republik Kasachstan, fanden zugleich anregende Gespräche mit der Institutsleitung (Prof. Dr. Ziyabek Kabuldinov) sowie einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (Dr. Timur Apendiev, Prof. Dr. Zhamilja Asylbekova u. a.) statt. Diskutiert wurde die künftige Zusammenarbeit zu verschiedenen Aspekten der Geschichte der deutschen Minderheit in Kasachstan – im Vergleich mit anderen ethnischen Gemeinschaften der Republik, sowohl während der Sowjetzeit als auch im souveränen Staat seit 1991.

Thematisiert wurden unter anderem Fragen der demografischen Entwicklung, der Repressionen sowie des Protest- und nonkonformen Verhaltens in der Nachkriegszeit.

Im Rahmen der Festveranstaltungen wurde Dr. Krieger mit der Tschokan-Walichanow-Ehrenmedaille ausgezeichnet. Das Institut für Geschichte und Ethnologie trägt den Namen dieses ersten kasachischen Intellektuellen und Wissenschaftlers. Ein wichtiger Partner auf diesem Weg ist das Zentrale Staatsarchiv der Republik Kasachstan, das eine Fülle von Dokumenten unterschiedlicher Gattungen zur Geschichte der deutschen Minderheit seit dem späten 19. Jahrhundert beherbergt. Das Treffen am 29. September d. J. mit dem Direktor des Archivs, Dr. Sabit Shildebay, machte das große Interesse an einer Zusammenarbeit mit deutschen Organisationen deutlich. Dabei wurde ein erstes gemeinsames Projekt besprochen: eine Ausstellung mit Dokumenten des Zentralen Staatsarchivs über 150 Jahre deutsche Präsenz auf dem Territorium des heutigen Kasachstans.

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Dr. Viktor Krieger in Almaty (Kasachstan)

Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dr. Viktor Krieger, befindet sich derzeit in Almaty (Kasachstan). Dort nimmt er an einer Jubiläumskonferenz teil, die dem 80. Jahrestag der Gründung des Akademischen Instituts für Geschichte und Ethnologie gewidmet ist. Wissenschaftler aus verschiedenen Teilen der Republik sowie aus mehreren Ländern, vor allem aus einigen Nachfolgestaaten der UdSSR (Kirgisien, Usbekistan, Russland, Aserbaidschan u. a.), aber auch aus Polen, China und Deutschland, versammelten sich am 26. September 2025 im Konferenzsaal der Akademie der Wissenschaften Kasachstans, um dem Jubilar zu gratulieren und verschiedene Aspekte der kasachischen Geschichte sowie der transnationalen Verflechtungen zu diskutieren.

Dr. Krieger während der Konferenz.

Dr. Krieger referierte über die Protest- und Dissidentenbewegungen der Deutschen in Kasachstan in den 1960er bis 1980er Jahren, die besonders in den Gebieten Alma-Ata und Karaganda ausgeprägt waren und die Republik zu einem Zentrum nonkonformer Aktivitäten wie Autonomie-, Ausreise- und Religionsbewegungen machten.

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Workshop an der Universität Konstanz

Am 19. und 20. Oktober nahm unser wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dr. Viktor Krieger, an einem Workshop zum Thema „Wolgadeutsche Rotarmisten im deutsch-sowjetischen Krieg“ an der Universität Konstanz teil. Die renommierten WissenschaftlerInnen verschiedener Universitäten und Forschungsinstitute waren aus Nürnberg, Dresden, Freiburg, Lüneburg, Oldenburg sowie Moskau und Bern zu Gast. Es war das erste Mal in Deutschland, dass dieser historische Bereich Gegenstand wissenschaftlicher Betrachtungen war.

Foto: Lukas Netzker (Universität Konstanz)

Die Schwerpunkte der Auseinandersetzung mit dem Thema lagen in den Bereichen der Gefangenschaft, des Überlaufens, der Kollaboration sowie der Täterschaft der wolgadeutschen Rotarmisten im deutsch-sowjetischen Krieg. Dr. Krieger selbst hielt einen Vortrag zum Thema „Besonderheiten der wolgadeutschen Erinnerungskultur und des kollektiven Gedächtnisses“ und verglich diese mit anderen historisch gewachsenen regionalen Gruppen der russlanddeutschen Minderheit.

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Nationale und internationale Dimensionen der Deportation der Wolgadeutschen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren

Dr. Viktor Krieger – wissenschaftlicher Mitarbeiter des BKDR.

Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Viktor Krieger hält am 12. Oktober 2021 (Beginn um 18 Uhr mit anschließender Diskussionsrunde) im Rahmen der Online-Vortragsreihe des Nordost-Instituts (IKGN e.V.) an der Universität Hamburg einen Vortrag zum Thema „Nationale und internationale Dimensionen der Deportation der Wolgadeutschen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren“.

Im Vortrag wird u. a. beleuchtet, auf welche Art und Weise die totale Entrechtung und Zwangsaussiedlung der Wolgadeutschen sowie die Liquidation ihrer in der Verfassung fest verankerten Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik der Wolgadeutschen als Blaupause für ähnlich gelagerte Vorgänge sowohl in der Sowjetunion – d. h. für die Deportation und Liquidation der Autonomien der nordkaukasischen Völker und der Krim-Tataren 1943/44 – als auch im Ausland, bei der Abschiebung bzw. Vertreibung der ostdeutschen Bevölkerung und der Sudetendeutschen diente.

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