Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „August 2026“ präsentieren. Konkret geht es hierbei um Johann Warkentin.
Johann Warkentin: Der Nestor und „Literaturpapst“ der russlanddeutschen Literaturszene.
* 11. Mai 1920 in Spat auf der Krim † 9. April 2012 in Berlin
Leben und Werk:
Johann Warkentin studierte ab 1937 Anglistik in Leningrad (St. Petersburg). Nach Kriegsausbruch 1941 war er Militärdolmetscher, 1942 wurde er nach Sibirien deportiert und leistete bis 1946 Zwangsarbeit als Holzfäller.
Geboren in der Familie eines Lehrers, der politisch verfolgt wurde. Ab 1959 studierte Heinz Germanistik an der Pädagogischen Hochschule in Nowosibirsk. Ab 1963 arbeitete er als Dozent an der Pädagogischen Hochschule in Omsk und promovierte 1971 zu oberhessischen Mundarten im Gebiet Omsk. Von 1974 bis 1984 war Heinz Lehrstuhlinhaber für Fremdsprachen an der Hochschule in Petropawlowsk (Kasachstan), ab 1984 in der Literaturredaktion der Zeitung Freundschaft (Alma-Ata), die er bis zu seiner Ausreise nach Deutschland (1992) leitete. Für das Deutsche Theater in Kasachstan verfasste er das bekannte Stück Auf den Wogen der Jahrhunderte, in dem er das tragische Schicksal der Russlanddeutschen zum Thema machte. Damit brach er ein Tabu. 1995 war Heinz Mitbegründer des Literaturkreises der Deutschen aus Russland. Für sein Engagement sowie seine Werke wurde er 2002 mit der Ehrengabe des Russlanddeutschen Kulturpreises des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.
Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „Mai 2026“ präsentieren. Konkret geht es hierbei um Nora Pfeffer.
Ab 1936 studierte Nora Pfeffer Anglistik und Germanistik in Tbilissi, wurde jedoch 1937 wegen ihres Vaters zwangsexmatrikuliert (er war 1935 wegen „systemfeindlicher Aktivitäten“ verurteilt worden). Später studierte sie im Fernstudium an der 1. Moskauer Staatlichen Pädagogischen Hochschule für Fremdsprachen und arbeitete bis 1943 als Dozentin für Deutsch in Tbilissi. Sie heiratete 1940, doch nach dem Ausbruch des Krieges 1941 wurde ihr Mann eingezogen.
1943 wurde Nora Pfeffer aus politischen Gründen zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt und von ihrem einzigen Kind, dem zweijährigen Sohn Reso, getrennt. Von 1956 bis 1981 arbeitete Pfeffer als Dozentin an der Universität in Alma-Ata und später als Moderatorin der deutschen Redaktion bei Radio Kasachstan. In den 1970er-Jahren gelang ihr der Durchbruch als Kinderbuchautorin. 1974 wurde sie Mitglied des Schriftstellerverbands der UdSSR, der sie 1981 mit dem Verbandsliteraturpreis auszeichnete. 1990 erhielt sie den begehrten Dulatow-Preis.
Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „April 2026“ präsentieren. Konkret geht es hierbei um Nelly Däs.
Geboren in der schwarzmeerdeutschen Familie Schmidt. Nellys Vater wurde 1937 zu 30 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und blieb danach verschollen. 1943 flohen die Schmidts über den Warthegau in den Westen. Ab 1945 lebten sie in Baden-Württemberg. Nelly Däs begann ihre schriftstellerische Laufbahn in den 1960er-Jahren. Ihre eigenständigen Bücher sind vorwiegend Jugendbücher, die oft die Geschichte der Russlanddeutschen behandeln.
Sehr bekannt wurde Nelly Däs’ Roman „Das Mädchen vom Fährhaus“, der vom ZDF mit prominenter Besetzung verfilmt wurde. Sie erhielt Nominierungen für den Kinder- und Jugendbuchpreis „La vache qui lit“ sowie für den Deutschen Jugendbuchpreis. Für ihr Lebenswerk wurde Däs mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, mit der Goldenen Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg, der Goldenen Ehrennadel der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und mit dem Russlanddeutschen Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg (1996).
Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „März 2026“ präsentieren. Konkret geht es hierbei um Nelly Wacker. Sie zählt zu den bekanntesten russlanddeutschen Lyrikerinnen.
Geboren in einer Lehrerfamilie als Nelly Bäuerle auf der Krim. Ihr Vater wurde 1934 zu sieben Jahren Zwangsarbeit verurteilt und starb auf dem Weg ins Lager. Nelly Wacker studierte bis 1939 Germanistik in Engels (ohne Abschluss) und wirkte als Lehrerin für Deutsch und Russisch in Aserbaidschan.
Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „Februar 2026“ präsentieren. Konkret geht es hierbei um Herold Belger, der auf den Tag genau vor elf Jahren von uns gegangen ist.
* 28. Oktober 1934 in Engels, Autonome wolgadeutsche Republik. † 7. Februar 2015 in Almaty, Republik Kasachstan.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurde die Familie Belger nach Kasachstan deportiert, in den Aul (Dorf) Lenino nahe des Flusses Essil (Ischim). 1958 absolvierte Herold Belger die Literaturfakultät der Kasachischen Pädagogischen Abai-Universität in Alma-Ata. Nach dem Studium unterrichtete er an einer Dorfschule. 1963 absolvierte er zusätzlich eine Aspirantur in Alma-Ata. Ab 1963 wirkte Belger als freischaffender Schriftsteller, Kritiker und Übersetzer. 1971 veröffentlichte er in der Zeitschrift „Prostor“ die Abhandlung „Wie ein Bruder unter Brüdern“ über die Literatur der Sowjetdeutschen, die ihm Bekanntheit innerhalb der sowjetdeutschen Literaturszene verschaffte. Belger war Mitglied des Schriftstellerverbandes Kasachstans, ab 1972 Vorsitzender des Rates für sowjetdeutsche Literatur (Schriftstellerverband Kasachstans). In seiner Heimat gilt er als einer der bekanntesten Schriftsteller und Kulturvermittler und wird weiterhin posthum geehrt.
Auch heuer Jahr hat das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Kooperation mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR e. V.) sowie dem Literaturkreis der Deutschen aus Russland (LITO) und dem Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa (HFDO) einen Jahreskalender mit dem Titel „Russlanddeutsche Autorinnen und Autoren“ herausgegeben.
Russlanddeutsche Autorinnen und Autoren spielen eine zentrale Rolle bei der Vermittlung geschichtlicher und kultureller Aspekte der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum. Durch ihre literarischen Werke, Essays oder auch autobiografischen Texte bewahren sie Erinnerungen an Vertreibung, Deportation, Zwangsarbeit und Migration, die sonst leicht in Vergessenheit geraten könnten oder in der Mehrheitsgesellschaft ohnehin noch nicht hinlänglich bekannt sind. Gleichzeitig geben sie tiefe Einblicke in das Alltagsleben zwischen Kulturen, Sprachen und Identitäten. Ihre Perspektiven eröffnen einen authentischen Zugang zu Erfahrungen, die in offiziellen Geschichtsdarstellungen oft nur am Rande vorkommen oder gar fehlen und schaffen damit ein wichtiges Verständnis für ihr tragisches Schicksal sowie die komplexe Vergangenheit und Gegenwart der Russlanddeutschen.
Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „Dezember 2025“ präsentieren.
Auch heuer hat das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Kooperation mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR e.V.) sowie dem Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa (HFDO) einen Jahreskalender mit russlanddeutschem Themenbezug unter dem Titel „Russlanddeutsche Künstlerinnen und Künstler“ herausgegeben.
Heute möchten wir Ihnen das BKDR-Kalenderblatt des Monats „November 2025“ präsentieren.
Auch heuer hat das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Kooperation mit der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR e.V.) sowie dem Historischen Forschungsverein der Deutschen aus Osteuropa (HFDO) einen Jahreskalender mit russlanddeutschem Themenbezug unter dem Titel „Russlanddeutsche Künstlerinnen und Künstler“ herausgegeben.
In diesem Monat stellen wir Ihnen die Künstler Nikolaus Rode, Maria Weiss und Sofia Stroh mit einem Auszug ihrer Werke sowie einigen persönlichen Informationen näher vor. Die gesamten Werke der etwaigen Künstlerinnen und Künstler finden Sie im Sammelband „Russlanddeutsche Malerinnen und Maler der Gegenwart“, erschienen im BKDR Verlag, auf dem der vorliegende Kalender 2025 basiert.