Symposium in Nürnberg erinnert an die Deportation der Deutschen nach Kasachstan vor 85 Jahren

Nürnberg, 21. Juli 2026 – Anlässlich des 85. Jahrestages der Deportation veranstaltete das Kulturzentrum BKDR gemeinsam mit der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) in Nürnberg das Symposium „Kasachstan im Schicksal der Deutschen: Zwangsumsiedlung und Alltag“.

Die Veranstaltung widmete sich den historischen Hintergründen der Deportation, den Lebensbedingungen in den Sondersiedlungen sowie den langfristigen Folgen für die deutsche Bevölkerung Kasachstans.

Nach den Grußworten von Waldemar Eisenbraun, Geschäftsleiter des Kulturzentrums BKDR, und Robert Gerlitz, Direktor der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) in Almaty, eröffnete Olesja Klimenko, Chefredakteurin der DAZ, die Reihe der Fachvorträge. Direkt per Zoom aus Kasachstan zugeschaltet, beleuchtete sie in ihrem Beitrag „Die Deportation der Deutschen in Kasachstan im Spiegel der Deutschen Allgemeinen Zeitung: Erinnerung, Forschung und Medienarbeit“ die Bedeutung der Zeitung für die Bewahrung und Vermittlung historischer Erinnerungen. Dabei wurde deutlich, welchen bedeutsamen Beitrag auch hiesige Medien zur Dokumentation persönlicher Schicksale und zur öffentlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte leisten können.

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Gedenktafel für die Opfer politischer Repressionen und der Hungersnot in Astana eingeweiht

Am 31. Mai, dem kasachischen Gedenktag für die Opfer politischer Repressionen und Hungersnöte, wurde in Astana eine Gedenktafel feierlich eingeweiht.

Das Kulturzentrum BKDR, die Evangelisch-Lutherische Kirche Kasachstans sowie die regionale Gesellschaft der Kasachstandeutschen „Wiedergeburt“ (Stadt Astana und Gebiet Akmola) realisierten das Projekt gemeinsam. Die dreisprachige Gedenktafel trägt die Inschrift „In Gedenken an die Opfer politischer Repressionen und der Hungersnot“ und erinnert an die Menschen, die Verfolgung, Deportation und die tragischen Ereignisse der Hungersjahre erleiden mussten.

Für die feierliche Atmosphäre in der evangelisch-lutherische Erlöserkirche in Astana sorgten das Orgelspiel sowie der Gesang von Ida Haag aus Ingolstadt. An der Totenehrung wirkten die ehemaligen Schauspieler des Deutschen Theaters Temirtau, Alexander Hahn, Lilia Henzen und Viktoria Gräfenstein mit. In Vertretung des BKDR und der Landsmannschaft beteiligten sich Rudi und Dorothea Walter mit Gedenkbeiträgen.

Nach der Enthüllung der Gedenktafel durch Alexander Kail von der Gesellschaft „Wiedergeburt“ und Rudi Walter vom BKDR wurde diese durch den Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Kasachstan, Rostislav Novgorodov, feierlich eingeweiht.

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Exkursionsgruppe des BKDR in Kasachstan

Am dritten Programmtag der BKDR-Bildungsreise führte die Route von Astana nach Karaganda in die fünftgrößte Stadt Kasachstans, die für die Geschichte der Deutschen in Kasachstan von besonderer Bedeutung ist, denn Karaganda stellt eines der wichtigsten Zentren der deutschen Minderheit im Land dar.

Dort besuchten die Exkursionsteilnehmer zunächst die katholische Kathedrale der Heiligen Jungfrau Maria von Fatima. Die Kirche gilt als bedeutender religiöser und kultureller Treffpunkt der katholischen Gemeinschaft in der Region. Im Anschluss stand ein Rundgang durch das deutsche Stadtviertel „Maikuduk“ auf dem Programm. Dabei erhielten die Reiseteilnehmer Einblicke in die Geschichte und das Leben der Deutschen, die sich hier nach den Deportationen während der Sowjetzeit angesiedelt hatten.

Danach setzte die Reisegruppe ihre Exkursion nach Temirtau fort. Hier wurde das ehemalige Deutsche Theater besucht, das über viele Jahre hinweg ein wichtiger Ort für die Pflege deutscher Sprache und Kultur in Kasachstan war. Im Rahmen eines Treffens mit Vertretern der Gesellschaft „Wiedergeburt“ Temirtau sowie weiteren Kasachstandeutschen fand ein intensiver Austausch über die aktuelle Situation der deutschen Minderheit, ihre kulturelle Arbeit und die Bewahrung ihres historischen Erbes statt. Ein besonderer Dank ergeht an dieser Stelle an die Wiedergeburt Temirtau für den sehr gut organisierten und herzlichen Empfang.

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BKDR-Bildungsreise nach Kasachstan 2026

Am vergangenen Samstag hat die diesjährige BKDR-Bildungsreise nach Kasachstan begonnen. Nach später Ankunft in Astana startete das Programm am frühen Sonntagmorgen mit einer offiziellen Begrüßung sowie organisatorischen Gesprächen.

Im Anschluss erhielten die Teilnehmer bei einer Stadtrundfahrt erste Eindrücke von der kasachischen Hauptstadt und ihrer Entwicklung.

Ein besonderer Schwerpunkt des ersten Programmtages lag dahingehend auf der historischen Erinnerungsarbeit. Die Reisegruppe besuchte den Museumsgedenkkomplex „ALZHIR“ im heutigen Akmol, einem ehemaligen sowjetischen Frauenlager, das zu den bedeutenden Erinnerungsorten der politischen Repressionen in der Sowjetzeit zählt. Bei einem Gedenkakt am Denkmal für Iwan Scharf wurde der Opfer von Verfolgung und Deportation gedacht. Darüber hinaus fand ein Austausch mit dem CEO der Holdinggesellschaft „Schanyrak“ statt.

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BKDR-Bildungsreise 2026 „Auf deutschen Spuren in Kasachstan“

Die diesjährige BKDR-Bildungsreise wird die Teilnehmenden nach Kasachstan führen.

Die Bildungsreise findet vom 23. Mai (Samstag) bis zum 1. Juni (Montag) 2026 statt und beinhaltet ein geführtes Programm mit einer Länge von 5 Tagen und enthält zusätzlich 3 Tage mit der Möglichkeit zur freien, individuellen Gestaltung. Kostenpunkt: 1.500 Euro pro Person bei Unterbringung in einem Doppelzimmer, Einzelzimmer je nach Verfügbarkeit gegen Aufschlag in Höhe von 150 Euro.

Im Preis enthalten sind: Hin- und Rückflug, 9 Übernachtungen mit Frühstück, Fahrten mit einem Reisebus, Führungen und Eintrittsgelder lt. Programm, gemeinsames Abendessen, Trinkwasser im Bus und Auslandskrankenversicherung.

Neben Stadtrundfahrten, Museumsbesuchen, Gedenkveranstaltungen u. v. m. werden ebenfalls zahlreiche Treffen mit verschiedensten, namhaften Vertretern der deutschen Minderheit in Kasachstan im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen.

Das gesamte (aktuelle) Programm – Änderungen vorbehalten – steht Ihnen nachstehend als Download zur Verfügung.

Begegnungen in Almaty / Kasachstan (Fortsetzung)

Gerne möchten wir weitere Ergebnisse der jüngsten Reise unseres wissenschaftlichen Mitarbeiters Dr. Viktor Krieger nach Kasachstan präsentieren.

Neben der Teilnahme an der Jubiläumskonferenz, veranstaltet vom Institut für Geschichte und Ethnologie der Republik Kasachstan, fanden zugleich anregende Gespräche mit der Institutsleitung (Prof. Dr. Ziyabek Kabuldinov) sowie einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (Dr. Timur Apendiev, Prof. Dr. Zhamilja Asylbekova u. a.) statt. Diskutiert wurde die künftige Zusammenarbeit zu verschiedenen Aspekten der Geschichte der deutschen Minderheit in Kasachstan – im Vergleich mit anderen ethnischen Gemeinschaften der Republik, sowohl während der Sowjetzeit als auch im souveränen Staat seit 1991.

Thematisiert wurden unter anderem Fragen der demografischen Entwicklung, der Repressionen sowie des Protest- und nonkonformen Verhaltens in der Nachkriegszeit.

Im Rahmen der Festveranstaltungen wurde Dr. Krieger mit der Tschokan-Walichanow-Ehrenmedaille ausgezeichnet. Das Institut für Geschichte und Ethnologie trägt den Namen dieses ersten kasachischen Intellektuellen und Wissenschaftlers. Ein wichtiger Partner auf diesem Weg ist das Zentrale Staatsarchiv der Republik Kasachstan, das eine Fülle von Dokumenten unterschiedlicher Gattungen zur Geschichte der deutschen Minderheit seit dem späten 19. Jahrhundert beherbergt. Das Treffen am 29. September d. J. mit dem Direktor des Archivs, Dr. Sabit Shildebay, machte das große Interesse an einer Zusammenarbeit mit deutschen Organisationen deutlich. Dabei wurde ein erstes gemeinsames Projekt besprochen: eine Ausstellung mit Dokumenten des Zentralen Staatsarchivs über 150 Jahre deutsche Präsenz auf dem Territorium des heutigen Kasachstans.

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Dr. Viktor Krieger in Almaty (Kasachstan)

Unser wissenschaftlicher Mitarbeiter, Dr. Viktor Krieger, befindet sich derzeit in Almaty (Kasachstan). Dort nimmt er an einer Jubiläumskonferenz teil, die dem 80. Jahrestag der Gründung des Akademischen Instituts für Geschichte und Ethnologie gewidmet ist. Wissenschaftler aus verschiedenen Teilen der Republik sowie aus mehreren Ländern, vor allem aus einigen Nachfolgestaaten der UdSSR (Kirgisien, Usbekistan, Russland, Aserbaidschan u. a.), aber auch aus Polen, China und Deutschland, versammelten sich am 26. September 2025 im Konferenzsaal der Akademie der Wissenschaften Kasachstans, um dem Jubilar zu gratulieren und verschiedene Aspekte der kasachischen Geschichte sowie der transnationalen Verflechtungen zu diskutieren.

Dr. Krieger während der Konferenz.

Dr. Krieger referierte über die Protest- und Dissidentenbewegungen der Deutschen in Kasachstan in den 1960er bis 1980er Jahren, die besonders in den Gebieten Alma-Ata und Karaganda ausgeprägt waren und die Republik zu einem Zentrum nonkonformer Aktivitäten wie Autonomie-, Ausreise- und Religionsbewegungen machten.

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Neuer Videobeitrag: „Auf deutschen Spuren in Kasachstan“

Im Rahmen der diesjährigen BKDR-Bildungsreise nach Kasachstan unter dem Titel „Auf deutschen Spuren in Kasachstan“ ist ein ansehnlicher Videobeitrag entstanden:

Neben Stadtrundfahrten, Besuchen bedeutender Museen und Institutionen sowie Gedenkveranstaltungen und dergleichen, standen während der Reise auch zahlreiche Begegnungen mit namhaften Vertretern der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum in Kasachstan im Mittelpunkt. Dabei bot sich uns die Gelegenheit, tiefe Einblicke in die bewegte Geschichte und Kultur dieser Gemeinschaft zu gewinnen. Die Gespräche und Begegnungen ermöglichten es, die lebendige Tradition, die Sprache und das reiche kulturelle Erbe der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum aus nächster Nähe besser kennenzulernen und ihre Bedeutung für die Geschichte zu würdigen.

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Gedenkveranstaltung in Almaty (Kasachstan)

Im Rahmen der diesjährigen Erinnerungsfeier, organisiert von der regionalen Gebietsgliederung „Wiedergeburt Almaty“ in Zusammenarbeit mit der DAZ – Deutsche Allgemeine Zeitung und mit Unterstützung des BKDR, fand eine Kranzniederlegung am Gedenkstein in Almaty statt.

Der dort errichtete Gedenkstein ist „den Deutschen gewidmet, die Krieg, Vertreibung und Not zum Opfer fielen“ und macht deutlich, wie bedeutend die Pflege der Erinnerungskultur – sowohl im Inland als auch im Ausland – für die Betroffenen weiterhin bleibt.

Unser herzlicher Dank für ihr vielfältiges Engagement gilt Robert Gerlitz und Olesja Klimenko sowie allen weiteren Mitwirkenden, die durch ihre Arbeit zu einer würdevollen und bedeutungsvollen Gestaltung des Gedenkakts beigetragen haben.

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Vorzeige-Agrarbetrieb „Rodina“ – Sauers Oase

Eine Station der diesjährigen BKDR-Bildungsreise nach Kasachstan führte die Reisegruppe zur Agrarfirma „Rodina“, einem Vorzeigebetrieb für ganz Kasachstan. Über diesen Leitbetrieb, der die gesamte Region mit Nahrungsmitteln versorgt und Arbeitsplätze schafft, ist ein Kurzfilm in russischer Sprache entstanden:

Autorin/Regisseurin: Marina Angaldt
Sprecher: Maksim Filimonow

Musik: Tina Wedel

Wir bedanken uns herzlich bei Ivan Adamowitsch Sauer für den freundlichen Empfang und die bleibenden Eindrücke. Auch der Deutsche Allgemeine Zeitung (DAZ) gilt unser Dank für die vielfältige Zusammenarbeit.