Für unsere Reisegruppe war es eine besondere Ehre, mit dem Diözesanbischof Tomasz Peta ins Gespräch zu kommen. Dahingehend berichteten einige der Mitgereisten von ihren Taufen, die zu Sowjetzeiten im Verborgenen stattfinden mussten. Manche Landsleute haben sich später in Deutschland noch einmal taufen lassen.
Im Zuge dessen wurde Diözesanbischof Peta das Buch „Hieronymus“ aus dem BKDR-Verlag übergeben. Mehr Informationen zur Publikationen erhalten Sie auf unserer Homepage unter dem nachfolgenden Link:
Heute war ein besonderer Tag unserer laufenden Bildungsreise nach Kasachstan, denn heute besuchten wir das Kasachisch-Deutsche Zentrum in Astana, dem Hauptsitz der Selbstorganisation der Deutschen in Kasachstan. Dem von der Bundesrepublik Deutschland geförderten Verband gehören landesweit 18 regionale Gliederungen an. Die regionale Gesellschaft „Wiedergeburt Astana“ (Vorsitzender Alexander Kail) ist hierbei ein langjähriger Partner des BKDR.
Das BKDR war mit allen Exkursionsteilnehmern zu Gast im KDZ in Astana.
Das intensive und abwechslungsreiche Programm bestand aus einer Präsentation der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) durch die Chefredakteurin Olesja Klimenko sowie dem Vortrag der Historikerin Yulia Podoprigora über die Spezifika der Kasachstandeutschen.
Eine weitere Station der diesjährigen Bildungsreise nach Kasachstan führte die Reisegruppe zur Agrarfirma „Rodina“, einem Vorzeigebetrieb für ganz Kasachstan.
Ivan Adamowitsch Sauer, der „Rodina“ maßgeblich aufgebaut und zum Erfolg geführt hat, empfing die Gruppe zu einem detailreichen und offenen Austausch. Etwas später nahm er sich erneut Zeit für die Exkursionsgruppe bei einem festlichen Mittagessen in der dorfeigenen Kantine.
Der themenbezogene Teil der Bildungsreise begann mit dem Besuch der evangelisch-lutherische Erlöserkirche in Astana. Unsere Exkursionsgruppe nahm am Gottesdienst teil, dem ein geschichtlicher Umriss zum Thema „Religionen“ durch Dr. Olga Litzenberger, wissenschaftliche Mitarbeiterin des BKDR, folgte.
Die von ihr konzipierte Wanderausstellung „Einblicke in das religiöse Leben der Russlanddeutschen“ wird noch einige Tage in der Kirche präsentiert. Hierfür danken wir unserem Kooperationspartner „Wiedergeburt Astana“ für die Bereitstellung und den Aufbau der Wanderausstellung.
Abschließend wurden alle Kirchenbesucher zum Tee und Kuchen eingeladen, um einen zwanglosen Austausch zwischen den Mitgliedern der Kirchengemeinde und den Teilnehmern der Reisegruppe zu ermöglichen.
Trotz einer langen Anreise in zwei Etappen sowie einer Nacht im Flugzeug, ließ es sich die Reisegruppe nicht nehmen, gleich am ersten Tag der Exkursion in Astana (Kasachstan) eine geführte Stadtrundfahrt zu machen.
Die Teilnehmer sind nach langer Reise zwar müde, dafür umso motovierter in den ersten Tag der diesjährigen BKDR-Bildungsreise nach Kasachstan gestartet.
Nachstehend sehen Sie noch einige weitere Eindrücke der aktuell laufenden Bildungsreise – zahlreiche weitere werden Folgen.
Heute möchte das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) Ihnen den mittlerweile 26. virtuellen Rundgang (VR) präsentieren: Das Regionale Newsorow-Museum für bildende Kunst in Semei, Kasachstan. Zum VR gelangen Sie unter dem nachfolgenden Link:
Das 1985 in Semei (ehem. Semipalatinsk) gegründete Museum verfügt über die Sammlung „Deutsche Künstler in der Museumskollektion“. 1988 schenkte der Moskauer Sammler Julij Newsorow zusammen mit seiner Frau Antonina und Tochter Julija dem Museum mehr als 500 Werke der russischen, sowjetischen und ausländischen Kunst. Die Ausstellung deutscher Künstler ist dabei in zwei Sälen untergebracht und umfasst mehr als 100 Exponate. Sie präsentiert Meister, die Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts im Russischen Reich tätig waren (z. B. Nikolai Ellert und Oskar Klever), Werke von Künstlern aus der Sowjetzeit (z. B. Hugo Maniser und Inga Sсhkuber) sowie zeitgenössische Werke (z. B. von Viktor Schmidt und Wladimir Hoffman). Von besonderem Interesse ist das Gemälde „Porträt eines alten Mannes“ aus dem späten 19. Jahrhundert des berühmten deutschen Künstlers Professor Fritz von Ude.
Der Dokumentarfilm „Konstantinowka – Eine berühmte deutsche Kolchose in Kasachstan“ berichtet über das Dorf Konstantinowka im Gebiet Pawlodar, das eng mit der Geschichte der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum verbunden ist. Gegründet zu Beginn des 20. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern, entwickelte es sich während der Sowjetzeit zu einem bedeutenden landwirtschaftlichen Zentrum. Nachfolgend der Link zum Videobeitrag:
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion geriet Konstantinowka in einen wirtschaftlichen Niedergang, verstärkt durch die Abwanderung vieler Russlanddeutscher. Zahlreiche Gebäude verfielen und das einst blühende Dorf verlor an Bedeutung. Dennoch bleibt Konstantinowka ein historischer Erinnerungsort, der das Erbe und den Beitrag der Russlanddeutschen in Kasachstan einzigartig widerspiegelt.
Unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin, Dr. Olga Litzenberger, wird an dem kasachischen Projekt „Das Neuland und das Sonderkontingent Nordkasachstan: Oral History und neue archivalische Quellen“ mitwirken. Das Projekt wird vom Ministerium für Hochschulbildung und Wissenschaft der Republik Kasachstan finanziert. Die wissenschaftliche Leitung des Projekts übernimmt Prof. Dr. Araylym Musagalieva aus Astana. Dr. Rosa Musabekova (Astana) und andere Wissenschaftler aus Kasachstan beteiligen sich gleichermaßen. Im Rahmen des Projekts sind Feldforschungen, Interviews mit ehemaligen Sondersiedlern, wissenschaftliche Seminare sowie verschiedene Publikationen geplant.
Auch minderjährige (!) deutsche Kinder waren an der Neulanderschließung beteiligt. Hier sehen Sie eine Urkunde zur Medaille für die Neulanderschließung, 1964. Archiv: Olga Litzenberger.
Das Hauptziel des Projekts besteht darin, eine fundierte Studie über die Beteiligung der Deutschen an der Erschließung des Neulandes zu erstellen. Das Forscherteam beabsichtigt, die Standorte der Sondersiedler in Nordkasachstan zu analysieren, deren Zahlenentwicklung und das Ausmaß der Ansiedlungen zu vergleichen und die Rolle von Kinderarbeit sowie von Karlag-Häftlingen bei der Neulanderschließung zu erfassen.
Die Umsetzung dieses Forschungsprojekts erfordert eine Erweiterung und Ergänzung der bestehenden deutschen und kasachischen Geschichtsschreibung, um wichtige Lücken schließen zu können – wir freuen uns auf diese Herausforderung und eine gute Zusammenarbeit!
Der Dokumentarfilm „Letovochnoe: Ein Glaubensort der Verbannten“ erzählt von beeindruckenden und zugleich erstaunlichen, heiligen Orten im Norden Kasachstans sowie von den Nachfahren stalinistischer Repressionen und ihren leidvollen Erfahrungen.
Letovochnoe wurde – wie viele benachbarte Dörfer – 1936 von den ausgewiesenen, in der Verbannung lebenden Deutschen und Polen gegründet. Der Film wirft Fragen des kulturellen Traumas, des historischen Gedächtnisses und gleichermaßen der Identität auf. Es wird ersichtlich, wie wichtig nicht nur die Erinnerungskultur, sondern ebenfalls der Glaube für diejenigen Menschen ist, die ein tragisches Schicksal erleiden mussten.
Robert Gerlitz, Direktor der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ), gilt unser besonderer Dank für die vielseitige Unterstützung bei der Umsetzung des Filmprojektes in Kasachstan!
Bei den zentralen Figuren des Films „Kellerovka: Gedenken bewahren“ handelt es sich um gewöhnliche Menschen aus der Mitte der Gesellschaft mit ausgeprägtem Bezug zu ihrer historischen Heimat. Sie setzen sich dafür ein, die deutsche Sprache sowie Traditionen und Bräuche ihrer Vorfahren zu erhalten. Der Film bietet eine geeignete Möglichkeit, um die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten und hilft dabei, die komplexe, jedoch äußerst bedeutende Fragestellung zu klären: „Weshalb ist es wichtig, die Vergangenheit im Gedächtnis zu behalten und sich für die Erinnerungskultur einzusetzen?“.