Gedenkakt zum Tag der Russlanddeutschen im BKDR

Am 28. August, dem Tag der Russlanddeutschen, fand im Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) anlässlich des 84. Jahrestags der Deportation der Deutschen in der UdSSR ein Gedenkakt statt.

Die Veranstaltung wurde mit einer herzlichen Begrüßung durch Stanimir Bugar (BKDR) eröffnet. Im Anschluss richteten mehrere Ehrengäste ihre Grußworte an das Publikum: Ewald Oster, Vorsitzender des BKDR-Trägervereins, machte deutlich, wie wichtig der Tag der Russlanddeutschen und damit verbunden die Erinnerungskultur für die Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion noch immer ist. Es komme jedoch darauf an, dass die Geschichte und Kultur der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion noch bekannter in der Gesamtgesellschaft werde. Dr. Petra Loibl, MdL und Aussiedlerbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, erörtere zudem, dass die Aussiedler und Vertriebenen eine zentrale Rolle in Bayern eingenommen haben und einen wichtigen Beitrag in der Gesellschaft leisten. Zudem lobte sie die Arbeit des BKDR und sicherte weiterhin die Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung zu gleichermaßen wie Gerlinde Mathes, Bezirksrätin des Bezirks Mittelfranken, die unterstrich, in welchen Bereichen auch gerade hier in Nürnberg große Hilfe für verschiedene, wichtige Institutionen in diesem Bereich geleistet wird.

Werner Henning (Stadtrat und Vorsitzender des Hauses der Heimat Nürnberg) hob zudem die gute Zusammenarbeit zwischen dem BKDR sowie dem Haus der Heimat Nürnberg hervor und wies darauf hin, wie wichtig ein solcher Gedenktag ist. Mittels eines sehr persönlichen Beispiels verdeutlichte Henning, wie bedeutsam das Andenken und die Aufarbeitung für Betroffene und deren Familien noch immer ist und auch in Zukunft sein wird. Dr. Lilia Antipow (Haus des Deutschen Ostens) erinnerte in ihrem Grußwort an die stalinistischen Deportationen, Zwangsumsiedlungen und Repressionen gegen die Deutschen in der Sowjetunion, die erschreckend vielen Menschen dieser Minderheit das Leben kosteten und ihre Kultur sowie ihre Existenzgrundlagen nachhaltig zerstörten. Zugleich versteht sie den 28. August als Mahntag, der nicht nur an die Opfer erinnert, sondern auch als Verpflichtung dient, für Demokratie, Menschenrechte und die Rechte nationaler Minderheiten einzutreten und Verantwortung für die eigene Geschichte zu übernehmen. Des Weiteren wies Peter Aifeld (Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland) darüber hinaus darauf hin, dass das BKDR in Zusammenarbeit mit der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland schon einige sehr gelungene Kooperationsprojekte vor allen Dingen in Bezug auf die Wolgadeutschen umsetzen konnte und durchleuchtete hierfür im Schnelldurchlauf die Geschichte der Wolgadeutschen vor allem in Südamerika.

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Eine verbrecherische Aktion, deren Folgen bis heute wirken

Zum 84. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der UdSSR

Zum 84. Mal jährte sich jener Tag, der das Leben von Millionen Menschen unwiderruflich zerstört hat. Am 28. August 1941 legitimierte das höchste gesetzgebende Organ der UdSSR, das Präsidium des Obersten Sowjets, eine geheime Entscheidung der sowjetischen Parteiführung unter Stalin an der Spitze. Danach sollte die Autonome Republik der Wolgadeutschen liquidiert und ihre Einwohner deutscher Herkunft ohne Rücksicht auf Alter, Verdienste oder Parteizugehörigkeit nach Sibirien und Zentralasien deportiert werden. Daraufhin folgten weitere Zwangsaussiedlungen der Deutschen aus ländlichen und städtischen Orten im europäischen Teil der UdSSR. Das Territorium der wolgadeutschen Republik sowie andere historische Siedlungsgebiete wurden in die benachbarten russischen und ukrainischen Regionen eingegliedert. Dieses Staatsverbrechen wurde bis heute weder aufgearbeitet noch gesühnt. In der Russischen Föderation gibt es bis heute kein zentrales Mahnmal für die deutschen Opfer von Deportationen und Arbeitslagern; kein Dokumentationszentrum; keine Gedenkstätte auf dem Gelände eines ehemaligen Lagers; keine offizielle Aufarbeitung mit den Tätern jener Zeit.

Dieser Umstand hängt vor allem damit zusammen, dass in der Sowjetunion – und noch stärker im heutigen Russland – der Sieg über das NS-Deutschland im sogenannten „Großen Vaterländischen Krieg“ zum Kern der nationalen Identität geworden ist – nicht nur für die Russen, sondern auch für andere Bevölkerungsgruppen des Landes. Der zentrale Punkt dieser staatlichen Geschichts- und Gedenkpolitik ist Patriotismus sowie Heldenkult: Der Stolz auf den Sieg über Deutschland und die moralische Überlegenheit gegenüber den „deutschen Faschisten“ werden sorgfältig gepflegt. Dabei werden alle dunklen Seiten des Stalinismus – Hungerkatastrophen, das Gulag-Imperium, Deportationen ganzer Völker sowie gewaltsame Eingliederungen fremder Staaten und Territorien – diesem Kulminationspunkt der russisch-sowjetischen Geschichte untergeordnet.

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Gedenkakt zum Tag der Russlanddeutschen in Nürnberg

Am 28. August fand anlässlich des 83. Jahrestages der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion unter der Schirmherrschaft von Dr. Petra Loibl (MdL), Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, ein Gedenkakt im Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Nürnberg statt.

Waldemar Eisenbraun, Geschäftsleiter des Kulturzentrums, begrüßte zuerst die zahlreichen Redner und Ehrengäste, bevor er eine kurze Themeneinführung bot. Zu den Anwesenden gehörten unter anderem Karl Freller (MdL, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten), Verena Osgyan (MdL, stv. Fraktionsvorsitzende, Bündnis 90/Die Grünen), Peter Daniel Forster (Bezirkstagspräsident, Bezirk Mittelfranken), Hartmut Koschyk (Stiftungsratsvorsitzender, Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland), Viktoria Brandt (Vorsitzende der Gebietsgliederung „Wiedergeburt Odessa“) sowie Ewald Oster (Vorsitzender des BKDR-Trägervereins).

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Gedenkveranstaltung in Engels (Russland)

Am 28. August 2024 fand in Engels eine Kranzniederlegung am Denkmal der russlanddeutschen Opfer der Repressionen in der ehemaligen Sowjetunion statt, um den 83. Jahrestag der Deportation der Deutschen zu gedenken. Das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) beteiligte sich mit einem Kranz an dieser Zeremonie.

Die Veranstaltung wurde von Elena Geydt, der Leiterin der Nationalen Kulturautonomie der Russlanddeutschen (NKA) in Marx, organisiert und durchgeführt, die seit vielen Jahren unsere Partnerin in diesem Herkunftsgebiet ist.

Wir möchten allen Beteiligten und Helfern für ihre Unterstützung bei der Durchführung dieses Gedenkaktes danken. Im Folgenden finden Sie einige Eindrücke von der Veranstaltung, die die Erinnerungskultur der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum widerspiegeln.

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Ein aufschlussreiches Dokument über deutsche Sondersiedler aus dem Jahr 1956

Dokument des Monats

Als „Dokument des Monats“ möchten wir Ihnen eine behördliche Auskunft über die deutschen Sondersiedler aus einer der administrativ-territorialen Einheiten im Gebiet Swerdlowsk vorstellen. Welche Schlussfolgerungen und Erkenntnisse lassen sich aus diesem seltenen Dokument aus dem Jahr 1956 gewinnen?

(Quelle: Dokumentationszentrum der gesellschaftlichen Organisationen des Gebiets Swerdlowsk, Stadt Jekaterinburg).

1) Diese Bescheinigung enthält einige Auslassungen und falsche Behauptungen, etwa dass die Ausweisungen der deutschen Minderheit nur aus der Wolgarepublik sowie den Städten Moskau und Leningrad stattfanden. Es ist indessen allgemein bekannt, dass es auch Deportationen aus dem Transkaukasus, der östlichen Ukraine und dem Nordkaukasus gegeben hat – kurzum, aus Dutzenden von Regionen und Städten im europäischen Teil des Sowjetstaates. Die Behauptung, dass neben den Männern auch „arbeitsfähige alleinstehende Frauen“ zur Arbeit mobilisiert wurden, ist schlichtweg falsch. Nachweislich wurden unter anderem kinderreiche Mütter, Jungen ab 15 Jahren und Mädchen ab 16 Jahren – also noch Kinder – für die Dauer des Krieges in diverse Zwangsarbeitslager gebracht. Immerhin sind die Verfasser des Dokuments insofern „ehrlich“, als sie offen zugeben, dass deutsche Sowjetbürger dem „Lagerregime unterstellt“ und bewacht wurden; konkret bedeutet dies, dass man sie als Kriminelle behandelte.

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Gedenkakt zum Tag der Russlanddeutschen in Nürnberg

Heute fand anlässlich des 82. Jahrestages der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion ein Gedenkakt im Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) in Nürnberg statt, nachdem es unserer Einrichtung dieses Jahr erneut gelungen ist, sich an Gedenkveranstaltungen mit anschließender Kranzniederlegung in Odessa (Ukraine), Almaty (Kasachstan) und Engels (Russland) zu beteiligen.

Auf dem Foto sehen Sie v. l. n. r.: Rudi Walter, Dorothea Walter, Thomas Pirner, Helmine Buchsbaum, Karl Freller, Georg Reis, Ewald Oster, Natalie Keller, Verena Osgyan, Viktoria Brandt und Viktor Krieger.
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Gedenkveranstaltung in Almaty (Kasachstan)

Unter Mitwirkung des Bayerischen Kulturzentrums der Deutschen aus Russland (BKDR) wurde im Rahmen der diesjährigen Gedenkveranstaltung der regionalen Gebietsgliederung „Wiedergeburt Almaty“ unter der Leitung von Ludmila Nabokova eine Kranzniederlegung am Gedenkstein in Almaty vorgenommen. Der Gedenkstein ist „den Deutschen gewidmet, die Krieg, Vertreibung und Not zum Opfer fielen.“

Mitglieder der Wiedergeburt lassen Blumen am Gedenkstein nieder.

Unser aufrichtiger Dank gilt Robert Gerlitz, Ludmila Nabokova sowie allen Beteiligten!

Einen aktuellen Videobeitrag der Wiedergeburt Kasachstan finden Sie auf dem YouTube-Kanal unter:

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Gedenkveranstaltung in Odessa (Ukraine)

Dank tatkräftiger Mitwirkung unseres Kooperationspartners „Wiedergeburt“ fand heute eine Gedenkveranstaltung in Odessa statt.

Die Gedenktafel für die „Opfer von Repressionen und Deportationen“ wurde auf BKDR-Initiative im September 2021 im Innenhof der zentralgelegenen St. Paul Kirche angebracht.

Emotionale Ansprachen, zahlreiche Gäste und ein Blumenkorb mit Trauerschleife gaben der Gedenkveranstaltung einen würdigen Rahmen.

Unser aufrichtiger Dank gilt Viktoria Brand (Vorsitzende) und Leonid Wagner (Vorstandsmitglied) von der regionalen Organisation der deutschen Minderheit „Wiedergeburt Odessa“.

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Jahrestag der Deportation der Russlanddeutschen: Ein Menetekel deutsch-russischer Geschichte

Zum 82. Mal jährt sich derjenige Tag, der das Leben von Millionen von Menschen unwiderruflich zerstört hat. Am 28. August 1941 legitimierte das höchste gesetzgebende Organ der UdSSR, das Präsidium des Obersten Sowjets, eine geheime Entscheidung der sowjetischen Parteiführung mit Stalin an der Spitze. Danach sollte die Autonome Republik der Wolgadeutschen liquidiert und ihre Einwohner deutscher Herkunft ohne Rücksicht auf Alter, Verdienste oder Parteizugehörigkeit nach Sibirien und Zentralasien deportiert werden. Daraufhin folgten weitere Zwangsaussiedlungen der Deutschen aus ländlichen und städtischen Orten aus dem europäischen Teil der UdSSR. Das Territorium der Wolgadeutschen Republik und andere historische Siedlungsgebiete wurden in die benachbarten russischen und ukrainischen Regionen einverleibt.

Eine Frontmeldung über „verräterische“ Aktivitäten der einheimischen Deutschen, die Gefechtsmeldung des Kriegsrates der Südfront vom 3. August 1941 an das Hauptquartier des Oberkommandos, die die Deportation und Entrechtung der deutschen Sowjetbürger auslösten.
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Gedenkakt zum Tag der Russlanddeutschen

Unter der Schirmherrschaft von Sylvia Stierstorfer, der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, fand anlässlich des 81. Jahrestages der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion ein Gedenkakt statt. In diesem Jahr war die Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Kooperationspartner der Veranstaltung.

Sylvia Stierstorfer (MdL)

Waldemar Eisenbraun, Leiter des Kulturzentrums, begrüßte die zahlreichen Gäste auch im Namen des Vorsitzenden Ewald Oster. Er berichtete darüber, dass mit Beteiligung des BKDR in Odessa (Ukraine) und in Almaty (Kasachstan) am 28. August Gedenkveranstaltungen mit Kranzniederlegung stattgefunden haben. Sylvia Stierstorfer ließ in ihrem Grußwort verlesen, dass die Folgen von damals noch heute zu spüren sind: „Gerade bei älteren Russlanddeutschen mögen die brutalen Bilder aus der Ukraine Erinnerungen wachrufen. Erinnerungen an das, was Sie, Ihre Eltern und Großeltern, in den Jahren des Zweiten Weltkriegs, aber auch in den Jahrzehnten danach, in der Sowjetunion erdulden mussten. Ob Kinder, Frauen oder alte Leute, alle galten pauschal als schuldig, nur, weil sie Deutsche waren. Wir können uns das damit verbundene Leiden heute kaum mehr vorstellen, aber bei fast allen von Ihnen ist es Teil der Familiengeschichte. Und die Folgen sind noch bis heute zu spüren.“

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