„Pastor Wagners letzte Briefe…“ von Alexander Makeew

Die Geschichte eines Stalin-Opfers – und die ihrer Aufdeckung (erschienen im Oktober 2023).


Alexander Makeews im Jahre 2020 im renommierten Moskauer Verlag AST auf Russisch erschienenes Buch „Siblag NKWD. Pastor Wagners letzte Briefe. Persönliche Erfahrung bei der Suche nach Opfern von Repressionen“ ist ein gutes Beispiel für hervorragende Recherchen. Die Ergebnisse seiner mehr als dreijährigen Familienforschung sind in diesem Band sehr anschaulich dargestellt – belegt mit zahlreichen Archivquellen – und sowohl für die Wissenschaft als auch für geschichtlich interessierte Leserinnen und Leser von Interesse. Während seiner Recherchen hat der Autor eine enorme Zahl von Anfragen an diverse Archive gerichtet und viel Material aus Ermittlungs- und Personenakten zusammengetragen. Auch fanden sich in großer Zahl Fotografien und Briefe, die für immer verloren geglaubt waren. Makeew machte 38 Briefe seines Urgroßvaters aus den sibirischen Straflagern ausfindig. Sein deutscher Urgroßvater, Woldemar Wagner, war ein evangelischer Pastor, der versucht hatte, seine Familie während der erzwungenen Trennung geistig zu unterstützen. Seiner Frau und den Kindern war leider nicht vergönnt zu erfahren, warum keine weiteren Briefe aus dem „Siblag“ kamen. Woldemar Wagner war nämlich am 24. September 1937 erschossen worden. Die deutsche Übersetzung von Lothar Deeg ist ab sofort bestellbar beim BKDR Verlag.

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BKDR-Bildungsreise nach Georgien – Teil 2

Die diesjährige BKDR-Bildungsreise „Auf deutschen Spuren in Georgien“ mit etwa 20 Teilnehmern ist mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Neben dem Besuch der Hauptstadt Tiflis (Tbilissi) und des alten deutschen Friedhofs in Sartitschala standen ebenfalls die wohl bekanntesten ehemaligen deutschen Siedlungen Elisabethtal (heute Assureti) und Katharinenfeld (Bolnissi) auf dem Plan.

Deutsche Straßenschilder in Georgien.

Alte deutsche, teils dem Verfall preisgegebene Häuser und das Gebäude der ehemaligen ev.-luth. Kirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer Sporthalle umfunktioniert wurde, prägen das heutige Bild des sogenannten „deutschen Stadtviertels“ von Bolnissi. Laut der Auskunft der heutigen Stadtvertreter bestehen allerdings bereits Pläne für den Wiederaufbau des Kirchengebäudes, so wie es vor wenigen Jahren in Assureti geschehen ist.

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BKDR-Bildungsreise nach Georgien

Die diesjährige BKDR-Bildungsreise „Auf deutschen Spuren in Georgien“ führt die etwa 20 Teilnehmer nach Georgien in ein Land, in dem zu Beginn des 19. Jahrhunderts einige deutsche Siedlungen gegründet wurden und dort bis zur Deportation der deutschstämmigen Bevölkerung im Jahre 1941 existierten.

Die Gruppe der BKDR-Bildungsreise vor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tiflis.

Am ersten Tag erkundete die Reisegruppe die deutschen Spuren in der georgischen Stadt Tiflis (Tbilissi), besuchte dabei die offizielle Vertretung der deutschen Minderheit in Georgien („Einung“) und wurde von dem Präsidenten dieser Organisation, Alexander Feldmaier, sehr herzlich empfangen. Er stellte den Gästen die Arbeit seiner Vereinigung vor, die vornehmlich darin besteht, die deutsche Kultur und Sprache im Land weiterhin zu bewahren und zu fördern. Unsere BKDR-Mitarbeiter Prof. Dr. Olga Litzenberger und Artur Böpple übergaben der „Einung“ eine Reihe an Büchern, die im BKDR Verlag erschienen sind.

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8. Treffen der Vereinigungen der Nachkommen der Wolgadeutschen in Urdinarrain (Entre Rios, Argentinien)

Am 16. und 17. September 2023 fand das achte nationale Treffen der Vereinigungen der Nachkommen der Wolgadeutschen in Urdinarrain (Argentinien) statt. Im Zuge dessen hielt unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Prof. Dr. Olga Litzenberger einen einstündigen Fachvortrag zum Thema „Das religiöse Leben der Wolgadeutschen“. Die zahlreichen Zuhörer – darunter Vertreter der Vereinigungen der Wolgadeutschen unter anderem aus Carhué, Colonel Suarez, Villa Ballester, Alpachiri, Tortuguitas, Aldea Brasiliane, Lucas González, Aldea San Juan, Urdinarrain und Gualeguaychú – zeigten sich beeindruckt von der Expertise Litzenbergers.

Im Rahmen der Kulturveranstaltung in Argentinien übergab das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) der Bibliothek des Jakob-Riffel-Museums (Leiter Leandro Hildt, wissenschaftliche Betreuung Dr. René Krüger) einen gesamten Satz der Bücher aus dem hauseigenen BKDR-Verlag. Zahlreiche Werke mit russlanddeutschem Themenbezug können von nun an von Deutschsprachigen in Argentinien gelesen werden.

Darüber hinaus wurde die BKDR-Wanderausstellung „Einblicke in das religiöse Leben der Russlanddeutschen“ in spanischer Sprache präsentiert. Die Ausstellung stieß auf großes Interesse bei den Deutschen in Argentinien und wird künftig in vielen deutschen Ortschaften über einen längeren Zeitraum hinweg präsentiert werden. Diesbezüglich führte Litzenberger vielversprechende Gespräche mit Stadt- und Dorfverwaltungen sowie Pfarrern, um die Ausstellung an verschiedenen Orten öffentlich begehbar zu machen.

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Die Ermordung des Pastors Wuchrer – eine zeitgenössische Quelle

Samuel Wuchrer, während seiner Studentenzeit in Dorpat, 1908

Das Dokument des Monats September ist einem traurigen Ereignis gewidmet: Am 13. August 1919 wurden Pastor Samuel Wuchrer und seine Begleiter von einer marodierenden aserbaidschanischen Räuberbande überfallen und ermordet. Der Pastor und seine Mitreisenden waren unterwegs zur Beerdigung von Christian Schmidt, der aus der deutschen Siedlung Eigenfeld stammte (Kreis Schamchor, Republik Aserbaidschan) und nur einige Tage zuvor ebenfalls bestialisch ermordet worden war. Dieser grausame Raubüberfall, dem elf Personen, darunter ein vierjähriges Kind, zum Opfer fielen, wühlte die gesamte deutsche Bevölkerung im Transkaukasus und vor allem in der damals unabhängigen Republik Aserbaidschan ziemlich stark auf. Der junge talentierte Pastor, geb. 1887, Nachkomme der einstigen Kolonisten, hatte Theologie in Dorpat studiert. Ab 1913 hatte er im Kirchspiel Annenfeld als Pastor gedient und war nicht nur in seiner Gemeinde, sondern über die Grenzen hinaus allgemein sehr beliebt.

Das Dokument (die erste Seite der Zeitung „Kaukasische Post“ vom 28. August 1919) ist ein wertvoller zeitgenössischer Bericht, der unmittelbar nach der Tat verfasst wurde. Daraus können wir einiges über den Tathergang erfahren, etwa dass der im Ort gefürchtete Räuberhäuptling Sary-Sapchan-ogly – entgegen den später verfassten Erinnerungen der Betroffenen oder Zeitgenossen – mit dem Massaker höchstwahrscheinlich nichts zu tun hatte. Darauf deutet der Umstand hin, dass er – sobald die erste Nachricht von diesem Unglück eintrat – von den Einwohnern um Hilfe gebeten wurde. Er reiste persönlich in Begleitung seiner Kumpanen zum Tatort hin und traf sich vor Ort unter anderem mit dem zuständigen Polizeichef (Pristaw) sowie mit anderen aserbaidschanischen Behördenvertretern.

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2 Jahre Kasachisch-Deutsches Zentrum in Astana (Kasachstan)

Am 11. September 2021 fand in der Stadt Astana ein bedeutendes Ereignis statt, auf das die Deutschen der Republik Kasachstan viele Jahre lang gewartet haben – die Eröffnung des Kasachisch-Deutschen Zentrums (KDZ). Es soll v. a. eine Insel zur Bewahrung der nationalen Identität, der deutschen Kultur und der Muttersprache sein.

Am Tag des zweijährigen Bestehens, übergab Waldemar Eisenbraun, Geschäftsleiter des BKDR, eine Vielzahl von Produkten aus dem BKDR-Verlag an das KDZ.

Waldemar Eisenbraun (links) mit zahlreichen Produkten des BKDR Verlags im Kasachisch-Deutschen Zentrum (KDZ).

Es fand ein reger Austausch mit der Zentrumsleitung, vertreten durch Dmitry Redler und Olga Stein, statt.

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XI. Republikanisches Festival der deutschen Kultur „Wir sind zusammen“ in Kasachstan

Das Bayerische Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) nahm heuer am XI. Republikanischen Festival der deutschen Kultur „Wir sind zusammen“ in Kasachstan teil.

„Wir sind zusammen“ lautete in Astana das Motto des Kulturfestivals.

Mit einer Wanderausstellung und drei Tafeln für virtuelle Rundgänge von geschichtsträchtigen Objekten in Kasachstan hat das BKDR das Rahmenprogramm des Kulturfestivals in Astana, der Hauptstadt Kasachstans, mitgestaltet.

Nachstehend einige Fotos des großangelegten kulturellen Ereignisses.

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Stadt(ver)führungen 2023

Heuer fanden zum 24. Mal die Stadtverführungen statt. Nach drei Tagen sämtlicher Führungen in Nürnberg und Fürth ist Deutschlands größter Führungsmarathon mittlerweile beendet.

Wir vom Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) haben uns sehr darüber gefreut, dass wir Teil dieser großangelegten Kulturveranstaltung sein durften und die Teilnehmer unserer Stadtführung „Russlanddeutsche Spuren in Nürnberg“ mehr über die Kultur und Geschichte der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum erfahren konnten.

Unsere Stadtführerin, Frau Vlasenko, erzählt den Interessenten im Rahmen der BKDR-Stadtführung „Russlanddeutsche Spuren in Nürnberg“ vieles über die Kultur und Geschichte der Deutschen aus dem postsowjetischen Raum.

Nachstehend einige Eindrücke der Stadt(ver)führungen.

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Buchpräsentation mit Irene Langemann: Der Roman „Das Gedächtnis der Töchter“

Gestern Abend fand die vom Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) und dem Haus der Heimat (HdH) organisierte Lesung mit Irene Langemann über ihren neuen Roman „Das Gedächtnis der Töchter“ statt.

Irene Langemann ermöglichte einen tiefen Einblick nicht nur in ihren Roman, sondern ebenfalls in ihre persönliche Familiengeschichte. Mit den ausgewählten Textpassagen kreierte sie eine einzigartige Stimmung, die bei den zahlreichen Zuhörern einen bleibenden Eindruck hinterließ. Ein tiefbewegender Roman über das Suchen nach Identität in der Fremde, über die vielen Facetten von Einsamkeit und die immer neu zu schöpfende Kraft, sie zu überwinden.

Eine beeindruckende Lesung mit Irene Langemann über ihren neuen Roman „Das Gedächtnis der Töchter“.

Im Anschluss an die Lesung fand eine lebhafte Diskussion statt, in der einige der Anwesenden zahlreiche Parallelen zu ihren eigenen Familienschicksalen entdeckt hatten. Kaum eine russlanddeutsche Familie war von den schrecklichen Ereignissen verschont geblieben.

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„Musik für den Frieden“ im Gemeinschaftshaus Langwasser

Am 7. Oktober 2023 (Samstag) findet um 16 Uhr (Einlass ab 15 Uhr) der Kulturnachmittag unter dem Motto „Musik für den Frieden“ im Gemeinschaftshaus Langwasser (Glogauer Str. 50, 90473 Nürnberg) statt. Der Eintritt ist frei.

Bei dem vielfältigen Kulturevent handelt es sich um eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland (BKDR) und dem Haus der Heimat (HdH) Nürnberg.

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